[B] AfD-Treffen in Pankow-Heinersdorf gestört / Rechercheauswertung

Kundgebung vorm Heinersdorfer Krug

Am Abend des 9. März sollte im "Heinersdorfer Krug" im Pankower Stadteil Heinersdorf ein Treffen der AfD stattfinden. Der Zugang zur Kneipe wurde jedoch durch die Präsenz von rund 40 Antifaschist_innen versperrt. In der Romain-Rolland-Straße, wo sich der "Heinersdorfer Krug" befindet, hielten die Aktivist_innen ein Gedenken für den antifaschistischen Schriftsteller Romain Rolland ab. Die Kundgebung bildete den Abschluss eines Gedenkrundgangs, für Widerstandskämpfer_innen gegen den deutschen Faschismus. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite zum "Heinersdorfer Krug" liefen einige AfD-Mitglieder verwirrt umher und sammelten sich schließlich vor dem "Asia Imbis". Die kleine Gruppe und auch weitere AfD'ler_innen, die zu dem Treffen wollten, machten einen ziemlich angefressen Eindruck und wirkten sichtlich ratlos in Anbetracht der Tatsache, dass vor dem Eingang ihres Veranstaltungsortes Menschen mit antifaschistischen Fahnen und Parolen Präsenz zeigten.

 


 

Durch den Abgleich des Bildmaterials mit Rechercheartikeln und eigener Onlinerecherche, konnten vor allem Mitglieder des Pankower AfD-Kreisverbandes identifiziert werden. Zu nennen wären hier:

 

Rainer Vangermain
Kandidierte zur Berliner Abgeordnetenhaus Wahl 2016 für den Wahlkreis 9 in Pankow ( Prenzlauer Berg)

 

Thomas Weisbrich
Kandidierte zur Berliner Abgeordnetenhaus Wahl 2016 für die BVV-Pankow auf Listenplatz 5 der AfD. Derzeit ist er Schatzmeister der Pankower BVV-Fraktion der AfD Pankow. Im Kreisverband ist er aktuell als Beisitzer tätig. In den 90er und 2000er Jahren war Weisbrich bei den Republikanern (REP) und deren Jugendabteilung, der Republikanischen Jugend (RJ), tätig. Zu dieser Zeit zeichnete er sich für mindestens zwei REP-Feiern am 20. April (Hitlers Geburtstag) verantwortlich.

 

Olaf Busch
Kandidierte zur Berliner Abgeordnetenhaus Wahl 2016 für den Wahlkreis 4 in Pankow (Malchow, Blankenburg). Mitte der 2000er Jahre war er Vorsitzender der rechtspopulistischen "Partei Rechtsstaatliche Offensive" (PRO).

 

Den weiteren Personen konnten keine Namen zugeordnet werden. Sie bewegten sich jedoch in einer Gruppe und waren auf Grund ihres Verhaltens als AfD-Anhang zu erkennen.

 

 


 

Nachdem sich abzeichnete, dass die Kundgebung noch eine Weile weitergehen würde, begab sich Thomas Weisbrich zum "Asia Imbis", um die Kundgebung von hier aus einschätzen zu können. Als er vermutlich zum Entschluss kam, dass es zwecklos sei, durch den Vordereingang ins Versammlungslokal zu kommen, sammelte er die versprengten Anhänger_innen ein. Ob die AfD'ler zum Teil auf den Heimweg machten, über Nebeneingänge des Gebäudekomplexes in der Romain-Rolland-Straße in den "Heinersdorfer Krug" gelangten oder im "Ristorante Rosario" plenierten ist unklar. Die letzten zwei Varianten erscheinen jedoch naheliegend, da sich das "Ristorante Rosario" direkt neben dem "Heinersdorfer Krug" befindet. Zudem wurden Mitglieder der AfD beim Betreten der Gaststätte gesehen.

 

Fakt ist jedenfalls, dass die AfD'ler_innen von der antifaschistischen Präsenz vor ihrem Treffpunkt ziemlich überrascht wurden und Kundgebung für einigen Unmut bei den AfD-Mitgliedern sorgte.

 

Bildquellen / Bildabgleiche:
https://twitter.com/flotopress/status/839938894598656002
http://www.prenzlberger-stimme.de/?p=107408
https://www.flickr.com/photos/141770272@N07/albums/72157674387329302
http://antifa-nordost.org/5106/
https://www.xing.com/profile/Olaf_Busch4
Müritz-Zeitung, 20. Februar 2015, Seite 17

 


 

Wichtiger Terminhinweis in diesem Kontext:


Demo gegen AfD-Treffpunkte und Nazi-Locations in Pankow

Sa. 01. 04.2017 / 15 Uhr / Antonplatz (Weißensee)

Infos: "Nationalismus ist keine Alternative! - Berlin"

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