Die reaktionären Märsche der "Lebensschützer"

my body my choice

Für 24. Oktober planen reaktionäre "Lebensschützer" einen Aufmarsch in München. Bei vielen dieser Märsche, auf denen sie ihr völkisch-rassistisches und ultra-sexistisches Weltbild propagieren, gab es schon massive Gegenaktionen. Auch in München werden sie nicht ungestört laufen können.
Fundis mit einer Mission

Als "Lebensschützer" bezeichnen sich christiliche Fundamentalist_innen mit einem klaren Ziel: Dem weltweiten ausnahmslosen Verbot von Abtreibungen. Dabei ist es ihnen völlig egal, unter welchen Umständen eine Frau abtreiben will, ob sie z.B. vergewaltigt wurde.
Indymedia über Ideologie und Organisationen der "Lebensschützer"
A.I.D.A. dazu
Reader der KOFRA (pdf)


Was bisher geschah

Seit dem letzten Jahr regt sich allerdings immer mehr Widerstand gegen die Lügen und den Psychoterror mit denen die "Lebensschützer" sowohl direkt (scheinbar) schwangere Frauen bedrängen ("Gehsteigberatung") als auch versuchen Einfluss auf die Gesetzgebung und deren Auslegung zu nehmen. So wurde erst vor kurzen §218 StGB verschärft.

Widerstand erleben die Fundis nun vor allem, wenn sie öffentliche Veranstaltungen abhalten, wie ihre so genannten "1000-Kreuze-Märsche".

2008 gab es in Salzburg erste ordentliche Gegenaktionen. Dieses Jahr gab es dann wieder einen Marsch, diesmal allerdings nur noch mit 50 Leuten (überwiegend aus München) und nur noch unangekündigt.

In Berlin gab es vergangenes Jahr ebenfalls einige Gegenaktionen zu ihrem Marsch [1] [2]
Dieses Jahr wurde dann nochmal deutlich stärker mobilisiert [1] [2].
Im Vorfeld gab es auch eine Aktion gegen eine Apotheke, die sich weigert die "Pille danach" auszugeben.
Und so gab es dann auch massive Gegenaktionen und Blokadeversuche. Auch einige Kreuze landeten in der Spree. [1][2][3][4][5]
Videos dazu [1] [2]

In Münster konnte im März ein Marsch mehrere Stunden blockiert werden. Über 100 Aktivist_innen sind nun allerdings von Repressionsverfahren betroffen.

Auch in München wurde vergangenes Jahr zu vielfätigen Stör- und Gegenaktionen mobilisiert.
Dabei gingen bereits im Vorfeld die Fensterscheiben im "Mutterhaus", dem Zentrum mehrer "Lebensschützer"-Organisationen, zu bruch.

Der Marsch selbst wurde für die Fundis völlig chaotisch. Selbst ihre Kreuze konnten "aus Sicherheitsgründen" erst weit nach Beginn ausgegeben werden.


Es geht weiter

Dieses Jahr wollten die "Lebenschützer" um Wolfgang Herings Organisationen "EuroProLife" und "Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V." eigentlich am 10. Oktober in München aufmarschieren. Nachdem Gegenproteste angekündigt wurden, bekamen sie dann aber doch kalte Füße und schoben ihren Marsch nochmal um 2 Wochen auf den 24. Oktober.

So gab es dann als Warm-Up am 10. Oktober bereits einen Antisexistischen Spaziergang durch den Stadtteil Westend. Dort befindet sich sowohl das "Mutterhaus" als auch eine Klinik, vor der die "Lebensschützer" täglich ihren "Gehsteigberatungs"-Psychoterror ausüben. Darauf wurden Anwohner_innen aufmerksam gemacht und auch gleich für die Demonstration am 24. Oktober mobilisiert.

Aufruf für den 24. Oktober

An diesem Tag startet um 12 Uhr auf dem Georg-Freundorfer-Platz eine Demonstration unter dem Motto "MY BODY MY CHOICE - Abtreibung ist Frauenrecht".
Um 15 Uhr findet die Kreuzausgabe der "Lebensschützer" an der Kirche St. Paul statt.
Detaillierte Infos zum Auflauf mit Straßenkarte


Sonst noch was?

In einem Blog werden schon fleißig Antisexistische Parolen gesammelt.

Die Analyse+Kritik hatte im vergangenen Jahr einen Hintergrundartikel zu den Märschen in Berlin und München.

Laufend aktuelle Infos gibt es bei den Bündnissen aus München & Berlin

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16.10.09: Gegen den Burschenschaftskommers in München!

Am 16.10.2009 findet in dem von Bund und Freistaat mit finanziellen Mitteln ausgestatteten „Sudetendeutschen Haus“ in der Hochstr.8 nähe Rosenheimer Platz ein Kommers der „Deutschen Burschenschaft (DB)“ unter dem Motto „2000 Jahre Hermannsschlacht“ statt. Burschenschaften sind studentische Verbindungen mit politischer Ausrichtung, in Tradition eines geschichtlichen Deutschnationalismus dessen wesentliche Bestandteile aus Antisemitismus, Heterosexismus, elitärem und völkischem Denken bestehen.

 

Infoveranstaltung:
14.10.09, 20.00 Uhr, Kafe Marat (Thalkirchnerstr. 104/II. Aufgang)
Antifaschistische Kundgebung:
16.10.09, 19.00 Uhr, Ecke Rosenheimer-/Hochstraße

 

weitere Infos unter: ramuc.blogsport.de