Ukrai­ni­sche Neo­na­zi-De­mons­tra­ti­on in Ber­lin?

Ukraine-Demo

Neben der rechtsoffenen Montagsquerfront sollen sich diesen Samstag u.a. ukrainische Neonazis zu einer Kundgebung in Berlin angekündigt. haben. Motto der Demonstration “Marsch der Demokratie (Berlin) pro-ukrainische Großdemonstration”. Dieses Jahr machte die Maiden-Bewegung unter Einbeziehung ukrainischer Neonazis schon in München anlässlich der „Sicherheitskonferenz“ mobil. Regelmäßig finden in Frankfurt pro Ukraine Demonstrationen statt. Auch in Köln wurde Ende April mobil gemacht. Wenn es sein muss, will ein Teil von ihnen „auch mit Waffen in der Hand“ kämpfen. Sie nennen sich analog zu den paramilitärischen Hundertschaften des Maidan „Deutsche Hundertschaft“. Am Maidan wurden sie zu einem bedeutenden Anteil vom faschistischen „Rechten Sektor“ gestellt.

 

Eine Seite Namens „ukraine-human-rights“ berichtet darüber, dass ukrainische Neonazis am 10. Mai in Berlin eine Kundgebung durchführen möchten. Sie soll ab 15:oo Uhr am Potsdamer Platz stattfinden.
Schon Ende April wurde in Köln eine Euromaidan Veranstaltung durchgeführt. Bundesweit werden für Berlin Busse bzw. Mitfahrgelegenheiten mobilisiert. Auf Facebook wurde dazu eine Veranstaltung erstellt, die inzwischen scheinbar gelöscht ist. Bezüglich Sreenshots siehe Ukrainische Neonazi Demonstration in Berlin?

 

Zur Erstellerin schreibt die „ukrainische Menschenrechtsseite“:

„Die Erstellerin des Events nennt sich auf Facebook Svitlana G. (eigene Kürzung) und ist glühende Anhängerin des Rechten Sektors und der Union Ukrainischer Nationalisten. Zu ihren “Gefällt mir” Angaben gehören die Union Ukrainischer Nationalisten (OUN), sowie der Rechte Sektor. Auf ihrem Profil finden sich Bilder des ukrainischen Nazi-Kriegsverbrechers Stepan Bandera, sowie Fotos von Anhängern des Rechten Sektors mit einem Transparent in Kiew, auf dem unter anderem die folgenden Nazi-Kollaborateure und Kriegsverbrecher abgebildet sind: Stepan Bandera, Roman Schuchewytsch, Stanisław Bułak-Bałachowicz und Michał Vituška.“

 

Auf der Facebookseite der Demonstration sollen sich Fotos und Links der UNA-UNSO befunden haben. Die „Ukrainische Nationalversammlung – Ukrainische Nationale Selbstverteidigung“ (UNA-UNSO) ist seit November 2013 ein Teil des Rechten Sektors. bildet. Ihre Mitglieder haben in den 90er Jahren u.a. in Abchasien und Tschetschenien gegen russische Soldaten gekämpft. Sie soll in der Tradition der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) stehen. Das aida archiv München schreibt:

„Swoboda knüpft in ihrer rassistischen und antirussischen Ausrichtung durchaus an die „Organisation der Ukrainischen Nationalisten“ (OUN-B) unter Stepan Bandera an. Die OUN-B hatte zunächst mit Nazideutschland kooperiert. Im Juni 1941 proklamierte Bandera nach dem Einmarsch der Wehrmacht die ukrainische Unabhängigkeit. In der Unabhängigkeitserklärung war eine „enge Zusammenarbeit mit dem nationalsozialistischen Großdeutschland unter dem Führer Adolf Hitler“ vorgesehen, um so „dem ukrainischen Volk zu helfen, sich von der Moskauer Okkupation zu befreien“. Die UPA als militärischer Arm der OUN-B war bis 1944 an der Ermordung zehntausender Juden, Polen und Russen beteiligt.“

 

Svitlana G. ist die Ansprechpartnerin für die Bus und Autoanreise nach Berlin. Auf ihrer Facebookseite berichtet sie regelmäßig über nationalistische pro Ukraine Demonstrationen in Frankfurt. Sie ist Mitglied der im Titelfoto dargestellten feinen aber kleinen – 32 Personen – FB-Gruppe „Deutsche Hundertschaft“, deren Ziel dem Namen entsprechend auf deutsch übersetzt heißt:

„Diese Gruppe ist für Ukrainer und für die, welche die Ukraine in heutiger harter Zeit unterstützen. Sie ist für die, die nicht nur vor dem Computer auf der Couch sitzen, sondern die bereit sind, auch aktiv gegen den Russischen Okkupanten zu kämpfen. Wenn das sein muss, auch mit Waffen in der Hand. Lang lebe Ukraine!!!!!! Lang leben die Helden!!! СЛАВА НАЦІІ!!! (Lang lebe die Nation) Tod den Feinden!!!!“

 

Die Menschenrechtsseite wirft der Partei „Die Linke“ vor, ein Mitarbeiter von Ihnen würde die Demonstration organisieren. Nach kurzer Recherche stellt sich heraus, dass besagter Asif M. als Stipendiatsstudent lediglich ein Praktikum bei einer Bundestagsabgeordneten der Linken absolviertt./ Es soll sich um zwei verschiedene Kundgebungen handeln. Die um 14:00 Uhr von Asif M. organisierte und eine weitere nationalistische um 15.00 Uhr. Nachdem Kritik an der Demonstration aufkam, reagierte Asif M mit einer klaren Abgrenzung zu den Neonazis. Genaueres wird sich am Samstag zeigen.

„Mit unserer Demonstration am 10. Mai wollen wir vor allem gegen die imperiale Machtpolitik Putins demonstrieren. Wir sehen in der Ukraine-Krise auch die Politik der USA und der EU prinzipiell sehr kritisch. Russland unterstützt aus unserer Sicht aber aktiv die gewaltbereiten Milizen im Osten der Ukraine, womit es die Destabilisierung der Ukraine vorantreibt. Wir lassen uns deshalb aber nicht von den ukrainischen Nationalisten vereinnahmen und distanzieren uns entschieden von den Faschisten des sogenannten «rechten Sektors» und seinen Anhängern, in der Ukraine wie in Deutschland. Mit diesen Kräften haben wir politisch nichts tun und lehnen deren unerträgliche anti-russische Hetze in allerschärfster Weise ab“

 

Rebecca Harms, MdEP und Grüne Spitzenkandidatin der Europawahl, schmetterte Faschismusvorwürfe gegen die »Maidanbewegung« auf Twittert als »böse Propaganda« ab, „egal wie viele Ministerposten »Swoboda« und »Rechter Sektor« inzwischen besetzen“ schreibt die Junge Welt. Und sie scheint enger mit der Berliner Demonstration, respektive Gruppen, die dorthin mobilisieren, verbandelt zu sein. Die „Initiative Demokratische Ukraine“ lädt am 15. Mai zu einer Veranstaltung nach Köln: „Zwischen Kiew und Brüssel – was kann das Europaparlament tun? Diskussion über die Entwicklungen in der Ukraine mit Rebecca Harms MdEP“ In der darunter stehenden Meldung wird für die Kundgebung in Berlin und eine schon stattgefundene in Köln mobilisiert. Und, es wird mit extra Link auf den Bus von Köln hingewiesen – organisiert von besagter Svitlana G.

 

Schon Ende Januar /Anfang Februar hat es in München einen Mini-Maiden mit Vertretern der rechtsextremen Swoboda gegeben. Ein ausführlicher Bericht findet sich bei aida. Wie wir in unserem Artikel Identitäre Bewegung Teil der Nürnberger „Montagsmahnwache“ berichteten, sprach am 28. April auf der Nürnberger „Mahnwache“ ein Mensch aus der Ukraine. Dieser Auftritt dürfte ein Teil der Propagandaoffensive der ukrainischen extremen Rechten gewesen sein. Das wird uns heute immer klarer. Über Angaben zu ihm sind wir dankbar, um unsere Vermutung noch weiter zu spezifizieren. Er ist in dem Video deutlich zu sehen (siehe auch Screenshots).

 

Zu jedem Ereignis in der Ukraine gibt es konträre Stellungnahmen. Dies setzt sich bei der Darstellung der Samstagsdemonstration in Berlin fort. Ist der stattfindende Aufmarsch, ein „Marsch für Demokratie“ oder ein „Aufmarsch unter Neonazi-Beteiligung“? Neben den oben aufgeführten Untersuchungen haben wir die Stellungnahmen beider Seiten zum Massaker in Odessa gegenübergestellt. Nach der ukrainischen Menschrechtsseite war es ein von Neonazis durchgeführtes Blutbad. Nach der Seite „Voices of Ukraine“, auf der zu der Berliner Demonstration aufgerufen wird, war es die sogenannte „Odessa-Druschina“, die das Massaker provoziert haben soll. Nach allem was wir über die ukrainischen Neonazis gehört und gelesen haben ist unser Schluss: Der Maidan wird am Samstag nach Berlin transferiert. D.h. es wird ein Marsch von Neonazis, NationalistInnen unter Einschluss bürgerlicher Kräfte stattfinden.

 

Die Montagsquerfront empört sich darüber. Wehalb? Nicht lechts, nichts rinks – Friede, Freude, Eierkuchen… ist doch eigentlich ihr Motto. Führende deutsche Neonazi-Kader wie NPD-Vize Richter werden in München umarmt. Weshalb dann die Aufregung über ukrainische Nazis? Sind doch alles nur Menschen? Erfreulich wäre es, wenn solche Demonstrationen bei den „Montagsmahnwachen“ zu einem Umdenken führen, zu einem Denken, dass es eben sehr wohl „rechts“ und „links“ gibt. Mit Aktivitäten „Meldung von dazugehörigen Gruppen bei Facebook“ oder „Weitergabe an die Polizei“ wird der Aufmarsch nicht zu verhindern sein.

 

Zu Identitären Bewegung und deren Teilnahme an der „Mahnwache Nürnberg siehe: Iden­ti­tä­re Be­we­gung Teil der Nürn­ber­ger „Mon­tags­mahn­wa­che“

 

Zur Strategie und Einflussnahme der NPD auf die „Montagsmahnwachen“ siehe NPD- Die falschen Friedensfreunde!

Wie die Nazis für die Montagsquerfront werben und umgekehrt siehe Offene Werbung auf Nazi-Seiten für Montagsdemo!


Unsere Recherche zu dem Shop und seinen Geschäftsführer, der die KenFM Propaganda-Shirts vertreibt sowie zur Montagsquerfront und Gegendemo in Halle: KenFM Po­li­ti­cal­ly In­cor­rect und ein (ex)NAZI!


Zur Situation in Leipzig und den Naziaktivitäten rings um Montag den 28. April siehe Montagsdemo – Es geht doch: Leipzig erteilt Neonazi Sprechverbot!


Ein Bericht über den stattgefunden Volksquerfrontevent am Ostermontag mit seinem Vor- und Nachspiel findet sich hier Montagsverschwörung – Heil Dir Querfront!


Zur Rolle der schweizer Anti-Zensur-Koalition (AZK) bezüglich der RednerInnen der Montagsquerfront siehe: rech­te Frie­dens­be­we­gung AfD PdV & Ho­lo­caust


Wie sich NPD und die Montagsquerfront aufeinander beziehen siehe: LechtsStattRinks – Montagsdemos – Brauner Sumpf vereint?


Weitere Artikel und Stellungnahmen zur rechtsoffenen „Friedens“Bewegung sind auf unserer Facebook-Seite zu finden


Bürgerinnen und Bürger gegen extreme Rechte

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kleine Korrektur

Auf dem Maidan wurden die "Selbsrtverteidigungskräfte nicht größtenteils vom "Rechten Sektor" gestellt. BeobachterInnen vor Ort berichteten, dass ca 50% der "Selbstverteidigungseinheiten" AnhängerInnen von Timoschenkos "Vaterlandspartei" waren und die übrigen 50% von "Svoboda" und dem "Rechten Sektor" gestellt wurden. In jedem Fall  stand die zahlenmäßige Verteilung in keinem Verhältnis zu dem Protestspektrumauf dem Maidan.

An der Veranstaltung mit Harms nimmt auch eine "Tatiana Dettmer, Köln, früher Odessa [sic!]" teil!

 

Interessant daran: Ich bin gestern über eine Seite gestolpert, die u.a. die Falschmeldung / Desinformation verbreitete, Yanukovich sei für das Massaker in Odessa verantwortlich. Für die angeblichen Beweise zeichnete ein Journalist namens Dettmer verantwortlich. Sucht man nach "Dettmer Yanukovich", ist einer der ersten Hits "Voice of America"!

 

Die Behauptung bezüglich Yanukovich ist inzwischen widerlegt – einer der Mörder, Mikola Volkov, ist identifiziert und Verbindungen zum jetzigen Innenminister und zum Faschistenführer Andriy Parubiy sind nachgewiesen – siehe:

 

http://ukraine-human-rights.org/one-of-the-actors-in-the-odessa-pogrom-w...

 

Die Seite, auf der massenhaft solche Desinfo-/Propagandaartikel auf Englisch erschienen, stand irgendwie in Verbindung mit Radio Liberty / Radio Free Europe … ohne Worte.

 

stopfake.org und nun auch stopfake.de (was die Webadresse der sogen. "Initiative Demokratische Ukraine" ist) sind definitiv Propagandaseiten, die schießen wie Pilze aus dem Boden, das ist sehr professionell und großangelegt organisiert, und anhand der Verlinkung ist m.E. von CIA auszugehen.

Sorry, die "Beweise" von Dettmer bezogen sich auf die Scharfschützen in Kiew im Februar, nicht auf Odessa. Ungeachtet dessen behauptet Kiew nun auch, Yanukovich sei für Odessa verantwortlich, wofür wohl zumindest indirekt die "Beweise" bezügl. Kiew dienen sollen.

Bitte Quellenangaben, URLs.

 

Wenn wir "Dettmer Yanukovich" bei google eingeben, erhalten wir:

 

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Your search - "Dettmer Yanukovich" - did not match any documents.

Suggestions:

  • Make sure all words are spelled correctly.
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Search Results
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Nun, ich erhalte 4.370 Ergebnisse. Depends on your google search site and preferences.....

Für Recherche empfiehlt es sich immer, mehrere SuMas zu bemühen, da die Unterschiede teils gravierend sind. g00gle benutze ich seit Ewigkeiten nur in äußersten Notfällen – dass es in diesem Fall keine Ergebnisse liefert, spricht Bände, in Ixquick hatte ich -zig Seiten …

 

Ergänzen sollte ich (s.o.), dass natürlich die Namensgleichheit samt odessitischer Herkunft von T.D. kein finaler Beweis für einen Zusammenhang mit J.T. ist. Aber doch reichlich viel Zufall …


@Mods: Warum ihr einen der Hintergrund-Recherche dienenden Kommentar-Thread versteckt, verstehe ich nicht wirklich … vor allem angesichts der außerordentlichen Komplexität der Lage in diesem Fall.

Ich hatte die Wahl zwischen verstecken als Verschwörungstheorie oder einklappen als offtopic und habe mich für das mildere Mittel entschieden.

Dettmer Yanukovich

 

natürlich ohne umschließende Anführungszeichen eingeben!

liebes indymedia.org!

ich finde eure bedenken in bezug auf die nazionalistische bewegung in der ukraine richtig und gut. doch degradiert bitte nicht die ganze bevölkerung eines territoriums zu faschisten. damit sprecht ihr eine ganze bewegung ab, die eine echte revolution in der ukraine voran trieb. bevor ihr euch auf irgendwelche informationen von zweifelhaften seiten, wie "ukraine-human-rights.org" bezieht, prüft bitte diese!!!! datum der registrierung der domain ukraine-human-rights.org ist der 8.4.2014. die stadt der registrierung ist panama. die gestaltung der seite ahmt die seite von amnesty international nach. es gibt keine registrierung dieser NGO, nirgens. es gibt nicht mal einen schild dieser organisation unter der in imprint angegebenen adresse. im übrigen: so schreiben menschenrechtsorganisationen über menschenrechtsverletzungen: http://www.amnesty.de/laenderbericht/ukraine .

zu der demo am 10.5.2014: alleine wegen der faschistenmantra, die medial aus allen nähten platzt und für propaganda eigener interessen von politiker verschiedenen formats missbraucht wird, bin ich persönlich am 10.5.2014 zum potsdamer platz gefahren. NICHTS von dem, was ihr gelesen oder gehört habt, ist in erfüllung gegangen! es gab EINE demonstration. und es wehten neben den ukrainische fahnen (die in der ukraine weniger aufsehen erregen, als deutsche fahnen in deutschland) israelische, georgische und russische fahnen. siehe foto.

bitte überdenkt eure rhetorik und lasst euch von zweifelhaften quellen nicht abspeisen.

liebe grüsse


bilder. potsdamer platz. 10.5.14. 16:30


http://www.pic-upload.de/view-23182185/10313985_717447254944883_4568189889690613133_n.jpg.html

http://www.pic-upload.de/view-23182206/10341855_717465181609757_7249951276729805352_n.jpg.html