Gezielter Überfall auf Rechte in Oschersleben

Erstveröffentlicht: 
17.01.2016

Auf dem Rückweg einer rechten Demonstration zum 71. Jahrestag der Bombardierung Magdeburgs werden zehn Teilnehmer am Oschersleber Bahnhof mit Eisenstangen und Baseballschlägern angegriffen. Vier Menschen werden verletzt, einer von ihnen erleidet lebensgefährliche Kopfverletzungen. Linke und Grüne verurteilen den Angriff scharf. Rechte Gruppierungen kündigten für Sonntag einen Solidaritätsmarsch in Dresden an.


Eine Gruppe von Demonstranten der Rechten ist am späten Sonnabendnachmittag in Oschersleben vermutlich von Linksextremisten gezielt mit Eisenstangen, Baseballschlägern und Holzlatten angegriffen worden. Das sagte der Sprecher der Polizei Börde, René Klimek, MDR SACHSEN-ANHALT.

Dabei wurden vier der Angegriffenen im Alter zwischen 25 und 33 Jahren teilweise schwerverletzt. Ein 34-jähriger Mann musste wegen lebensbedrohlicher Kopfverletzungen notoperiert werden.

Außer ihm liegt eine weitere Person schwerverletzt im Krankenhaus. Zwei weitere wurden ambulant behandelt und konnten das Krankenhaus mittlerweile wieder verlassen.
Grüne und Linke veruteilen die Gewalt scharf

Der innenpolitischer Sprecher und Landtagsabgeordnete der Grünen, Sebastian Striegel, rief in einer Reaktion auf den Angriff zur Gewaltlosigkeit auf. Er schrieb auf Twitter: "Wer Nazis schwer verletzt, bedient sich ihrer Methoden und wird ihnen ähnlicher, als er denkt. Keine Gewalt!"

Auch Wulf Gallert verurteilte den Angriff scharf. "Der Überfall in Oschersleben ist bedingungslos zu verurteilen. Er erhöht die Akzeptanz für die tägliche rechtsradikale Gewalt", schrieb der Spitzenkandidat der Linken auf Twitter.
Polizei sucht Zeugen

Nach Angaben des Polizei war die Gruppe von zehn Rechten auf dem Rückweg der Demonstration anlässlich des 71. Jahrestages der Bombardierung Magdeburgs. Als sie den Zug verließen, seien sie von 20 bis 25 vermummten und schwarz gekleideten Personen unvermittelt angegriffen worden.

Die Polizei Börde geht aufgrund von Zeugenaussagen davon aus, dass es sich bei den Angreifern um Angehörige der linksextremistischen Szene gehandelt habe. Der Staatsschutz ermittelt.

Die Angreifer hielten sich nach Zeugenaussagen hinter einem Gebäude am Oschersleber Bahnhof auf und gingen nach Abfahrt der Regionalbahn gezielt auf die ankommende Gruppe los. Sechs der Angegriffenen hätten noch fliehen können. Nach der Attacke seien die Täter zu Fuß über die Gleise in Richtung Lüneburger Straße geflüchtet.

Die Polizei sucht Zeugen des Überfalls. Hinweise nimmt das Polizeirevier Börde unter Telefonnummer 0xxxxxxx entgegen.
Solidaritätsmarsch in Dresden

Als Reaktion auf den Angriff kündigte die rechte Gruppierung "Nationale Bündnis gegen Links" in Zusammenarbeit mit der "Freien Kameradschaft" einen Solidaritätsmarsch in Dresden an. "Bringt bitte Banner, Fackeln oder ähnliches mit. Es wird Zeit aufzustehen! Gegen linken Terror, gegen Gewalt aus den vom Staat geförderten, höchst kriminellen Vereinigungen. Kameraden, Fußballfreunde und all jene, die genug von der roten Pest haben, wir rufen euch, Gesicht zeigen gegen links", wurde auf der Facebookseite des Bündnisses geschrieben.