Polizeischutz für die AfD

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Erstveröffentlicht: 
19.10.2015

Nach der jüngsten Attacke auf einen AfD-Infostand ermittelt die Polizei wegen Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung. Zudem kündigt sie eine verstärkte Präsenz an den Infoständen der Partei an.

 

Auch zwei Tage nach der Attacke auf einen Infostand der Alternative für Deutschland (AfD) ist der Ärger bei Markus Fuchs noch nicht verflogen. „Das war ein Angriff aus heiterem Himmel“, sagt der AfD-Sprecher des Kreisverbands Frankfurt, Markus Fuchs. Am Samstag hatte eine Gruppe von fünf bis zehn Vermummten einen Pavillon der Partei in der Nähe des Rödelheimer Bahnhofs angegriffen.

Die Angreifer traten und schlugen auf den Auslagentisch ein und traktierten auch die Menschen am Stand. Ein AfD-Mitglied erlitt dabei eine Verletzung am Oberschenkel. Einer der Vermummten nahm ein Teilstück des Pavillongestänges und schlug in Richtung eines weiteren AfD-Mitglieds, traf aber nicht. Zudem beschmierten die Angreifer das Inventar mit einem Joghurt-Getränk.


Gezielte Attacke auf AfD-Mitglieder

Nach der Tat flüchtete die Gruppe in unterschiedliche Richtungen. In der Straße Alt-Rödelheim gelang der Polizei die Festnahme desjenigen, der zuvor mit der Metallstange um sich geschlagen haben soll. Es handelt sich um einen 35 Jahre alten Mann, der laut Polizei als „linksmotiviert“ bekannt ist. Ein weiterer Tatverdächtiger wurde von einem Zeugen verfolgt.

Als dieser ihn festhalten wollte, schlug der Mann seinen Verfolger mit der Faust an den Kopf, verletzte ihn leicht und rannte weg. Am Informationsstand entstand ein Schaden in Höhe von mehreren Hundert Euro. Es war nach einem Zwischenfall in Dietzenbach und der Rangelei bei einer Veranstaltung im Bürgerhaus Gutleut in der vergangenen Woche bereits der dritte Übergriff gegen die AfD in diesem Monat.

Doch während es beim Besuch des stellvertretenden AfD-Bundesvorsitzenden Alexander Gauland in Dietzenbach und dem Auftritt von Beatrix von Storch im Gutleut nur zu Protesten und Blockaden gekommen war, attackierten die Angreifer diesmal auch gezielt Personen. Anders als bei den Veranstaltungen zuvor, war der Info-Stand nicht im Vorfeld angekündigt worden.


Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch

„Wir kündigen solche Infostände nie an“, so AfD-Sprecher Fuchs, der vermutet, dass jemand aus der Gruppe den Stand in der Westerbachstraße zufällig entdeckt hatte. „Eine halbe Stunde vor dem Angriff ist jemand an uns vorbeigeradelt und hat uns auch fotografiert“, erinnert sich Fuchs. Nach den jüngsten Vorfällen wollen sich die AfD-Mitglieder des Kreisverbands Frankfurt nun zusammensetzen und beratschlagen, wie sie bei öffentlichen Auftritten künftig vorgehen wollen.

„Wir haben vor, uns nicht einschüchtern zu lassen“, kündigt Fuchs an. Am Samstag habe es vor der Attacke auch schon Beschimpfungen am Stand gegeben. „Dagegen habe ich ja nichts, so lange das alles auf einer verbalen Ebene bleibt“, so Fuchs. Auch bei der Polizei wird die Entwicklung mit Sorge betrachtet.

Im aktuellen Fall wird nun wegen Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt. Darüber hinaus kündigte ein Polizeisprecher an, dass die Beamten künftig bei Infoständen der AfD „verstärkt präsent“ sein würden.