Mit einem großen internationalen Aktionscamp, der Blockade der Europäischen Zentralbank (EZB), vielfältigen Aktionen gegen Akteure und Profiteure der Krise, sowie zum Abschluss einer gemeinsamen Großdemonstration, wurde der Widerstand gegen das kapitalistische Krisenregime auf die Straße getragen. Erfolgreiche Aktionen und ein solidarisches Miteinander verschiedener linker Strömungen standen massiver Polizeigewalt mit mehreren hundert Verletzten gegenüber.
Die kapitalistische Krisenpolitik...
Im Mittelpunkt
der diesjährigen Aktionen stand die EZB, gleichermaßen Symbol wie
zentraler Akteur des europäischen Krisenmanagements. Nicht nur im
europäischen Süden bedeutet diese Politik des vorgeblichen Sparzwangs
nichts weiter als Massenverarmung und Enteignung breitester
Bevölkerungsschichten. Lohnsenkungen, neoliberale
Privatisierungsauflagen, Massenentlassungen und Zwangsräumungen von
Wohnungen gehen dabei einher mit einer zunehmend autoritären und
repressiven Entwicklung.
Durch die Blockaden am Freitag sollte daher
der Betrieb der EZB real gestört und so ein Schritt über bloßen
symbolischen Protest hinaus getan werden. Neben dem Bankensektor als
zentralem Bestandteil des kapitalistischen Systems wurden auch andere
Aspekte der Krise, wie z.B. die Arbeitsbedingungen in Textilindustrie
und Einzelhandel oder die europäische Abschiebepolitik und
imperialistische Kriegspolitik thematisiert und praktisch angegriffen.
...blockiert und gestört!
Nachdem am Mittwoch und Donnerstag das Aktionscamp auf dem Frankfurter Rebstock-Gelände errichtet wurde, setzten sich am Freitagmorgen ab 5.00 Uhr bis zu 3000 Menschen aus verschiedenen Richtungen in Bewegung um die EZB zu blockieren. Anders als im Vorjahr konnten die fünf Blockadefinger die Absperrungen direkt um die EZB relativ problemlos erreichen und sorgten so ab etwa 7.00 Uhr dafür, dass höchstens vereinzelt Banker an diesem Tag arbeiten konnten. Die Polizei, die mit einem Großaufgebot versuchte das Bankenviertel vor dem Protest zu schützen, sorgte aber letztlich wohl selbst am meisten für eine effektive Blockade der EZB.
Nachmittags begannen dann verschiedene direkte Aktionen mit denen unterschiedliche Aspekte der aktuellen Krise thematisiert und wichtige Profiteure benannt wurden. U.a. wurden auf einer Kundgebung an der Deutschen Bank die Nahrungsmittelspekulation derselben kritisiert, am Flughafen wurde durch die Besetzung eines Terminals die menschenverachtende Abschiebepolitik der EU und speziell der BRD für die Frankfurt die wichtigste Drehscheibe ist, aufgegriffen. Gleichzeitig kam es auf der teuersten Einkaufsmeile Deutschlands, der Frankfurter Zeil, zu Aktionen, die die besonders krasse Ausbeutung in der Textilindustrie (nicht nur in Süd-Ost Asien) in Zusammenhang mit den aktuellen Streiks hierzulande im Einzelhandel brachten. Mit Kundgebungen, Flashmobs vor und in Kaufhäusern, sowie Farbangriffen, wurde sich mit den Streikenden und den ArbeiterInnen der Textilindustrie solidarisiert und der normale Konsumbetrieb teilweise zum Erliegen gebracht.
Den Angriffen der Repression...
Am Samstag
versammelten sich dann weit über 10.000 Menschen zur internationalen
Großdemo durch die Innenstadt zur EZB. Die Spitze der Demo bildete ein
Block zu dem die „Interventionistische Linke“ und das „Ums
Ganze...“-Bündnis aufgerufen hatten. Als Ergänzung bildeten direkt im
Anschluss verschiedene revolutionäre und kommunistische Gruppen
hauptsächlich aus Süddeutschland einen eigenen Block, der von
GenossInnen aus dem 3A-Bündnis unterstützt wurde. Mit eigenem
Lautsprecherwagen und Transparenten sollte die Notwendigkeit einer
revolutionären Perspektive und Organisierung vermittelt werden.
Allerdings
wurde die Demo nach nur wenigen hundert Metern durch einen massiven
Polizeiangriff gestoppt. Nahezu gleichzeitig versperrten auf Höhe des
Theaterhauses vermummte Polizeieinheiten der Demospitze den Weg, während
BFE-Einheiten aus Baden-Württemberg weiter hinten in die Menge stürmten
und so den ersten Teil vom Rest der Demo trennten. Vorwand für diesen
Angriff war eine angebliche „Vermummung mit Regenschirmen und
Transparenten“, sowie das Zünden einer (!) Feuerwerksrakete.
Bereitstehende Dixi-Klos und mit Nato-Draht gesicherte
Straßenabsperrungen deuten aber auf eine lange geplante Aktion der
Polizeiführung.
… Solidarität und Widerstand entgegengesetzt!
Trotz
mehrerer Versuche des Revolutionären Blocks und vieler anderer
solidarischer Menschen zu den etwa 1000 Eingekesselten durchzubrechen,
gelang es leider, nicht die massiven Polizeiketten zu überwinden. Das
Angebot der Polizei, dass die DemoteilnehmerInnen, die sich außerhalb
des Kessels befanden, auf einer anderen Route weiterlaufen könnten,
wurde von der Demoleitung und den tausenden TeilnehmerInnen nicht
angenommen. Offensichtlich sollten die DemonstrantInnen mit diesem
Versuch in „inakzeptable Gewalttäter“ und „akzeptable Protestierende“
gespalten werden. Stattdessen blieb der komplette nachfolgende Teil der
Demo über viele Stunden hinweg vor dem Bullenkessel stehen und
solidarisierte sich lautstark mit den, brutalen Polizeiangriffen
ausgesetzten, Eingekesselten. Dabei flogen immer wieder Farbbeutel auf
die aggressiven BFE-Einheiten und zahlreiche Versuchen der Polizei,
einzelne Leute aus der Menschenmenge festzunehmen oder einzukesseln,
wurden entschlossen verhindert.
Nachdem die letzten Eingekesselten
nach 9 Stunden aus dem Kessel abgeführt wurden, fand eine kurze
abschließende Kundgebung vom Lautsprecherwagen der Gewerkschaft aus
statt - hervorgehoben wurde hier insbesondere die Solidarität der
Demonstrierenden gegen den brutalen und systematischen Bullenangriff.
Anschließend formierten sich die TeilnehmerInnen zu einer kräftigen
Demonstration, die gegen 23 Uhr zum Bahnhof lief wo sie schließlich auch
beendet wurde. Auch bei der Abschlussdemo formierte sich ein großer
antikapitalistischen Block, der zu großen Teilen in festen Reihen und
Ketten lief, um Polizeiangriffen nicht schutzlos ausgeliefert zu sein.
Für Stimmung sorgten dabei neben Parolen auch vereinzelt gezündete
bengalische Feuer.
Zusammenfassend kann festhalten werden, dass es trotz schlechter Wetteraussichten gelungen ist, mehrere tausend Menschen aus verschiedenen Spektren nach Frankfurt zu mobilisieren. Die verschiedenen politischen Strömungen und Bereiche innerhalb der Demonstration haben solidarisch zusammengehalten und über Stunden hinweg für gute und kämpferische Stimmung gesorgt . Die Angriffe seitens der Polizei, die Schikanen und Repression – ein Bus aus Berlin mit Flüchtlingen wurde zum Beispiel wieder zurückgeschickt, da ihre Teilnahme gegen die Residenzpflicht verstoßen hätte – haben es nicht geschafft, einzuschüchtern. Im Gegenteil – es wurde deutlich, wie stark Solidarität nach Innen wirken kann und wo sich gemeinsame Anknüpfungspunkte für eine spektrenübergreifende antikapitalistische Praxis finden lassen.
Für den Kommunismus!
Revolutionäre Aktion Stuttgart
naja...
... hinterm dem bunten block von il & ums ganze kam ein anarchistischer/rätekommunistischer (schwarzer) block, der bemerkbar größer wahr als der danach laufende traditionskommunistischer block.
Es zeigte sich, zumindest anhand dieses Tages, dass die roten Gruppen (anhand Anzahl und Personenanzahl) geografisch und innerhalb der linken Bewegung nicht so verbreitet sind.
was vergessen...
es war aber super solidarisch, dass fernab aller differenzen alle gruppen und strömungen zusammen gehalten und widerstand im rahmen der möglichkeiten geleistet haben
was vergessen
also statt irgendeiner, soli aktion wäre mir lieber gewessen die RAS und das 3A Bündniss setzt sich mal mit Theorie auseinander.
Warum versteht ihr es nicht, Lennins Staatstheorie ist falsch und nur zu gebrauchen wenn Ihr Totalitäre Staaten entstehen lassen wollt.
Weiter geht es mit einem abfeiern der Produktion und ja in der Fabrik zu arbeiten ist das höchste Ziel jedes Menschen und schuld am Faschismus ist das internationale Finanzkapital(sic!) . Ich möchte hier jetzt keine genaue Analyse liefern, da dafür hier einfach nicht der Platz ist, desweiteren müsst ihr eure Ideologischen Irrwege doch irgendwann mal kapiert haben. Im Prinzip seit ihr nicht arg viel anderst als die Antideutschen bloss mit anderen identifikationsbildern (SU statt USA).
Bitte reflektiert mal mehr weil wir kommen sonst nir zum Kommunismus
hört, hört!
Die Avantgarde spricht!
Na wenn das so ist,,,
Das nächste mal ziehen "wir" in so einer Situation dann eben ab und führen ultra-schlaue Diskussionen, an deren ende nur noch ein unddurchdringbarer Brei von Sachen übrig ist, die wir scheisse finden und lassen "euch" achso "undogmatische" Linke von den Bullen verprügeln.
Unglaublich, dass manche Menschen auch bei einem solchen Anlass, ohne jeden Grund mit ihre praxisfernen, unqualifizierten und identitätsfixierten Statements auftrumpfen müssen. Eine Welt jenseits von Schwarz-Weiß-Denken hast du auch noch nie kennen gelernt, oder?
Wobei es sich bei Wirrköpfen wie dir glücklicherweise um eine Minderheit handelt, und zwar auf beiden Seiten. Das hat nicht zuletzt die Rede des Letzten bewiesen, der aus dem Kessel rauskam und ausdrücklich den OrganisatorInnen des revolutionären Blocks dankte.
Übrigens: R.E.S.P.E.C.T. für deine glasklare Analyse der kommunistischen Ideologie der Leute und Gruppen aus dem revolutionären Block!
Kannst dich ja gleich einreihen in die vielen bürgerlichen AntikommunistInnen, deren einziges Ziel es ist, jeden Widerstand zu spalten. Kleiner Tip: Nenn uns einfach das nächste Mal "rotlackierte Faschisten", das erspart so manche umständliche Umschreibung oder Beispielnennung, trifft dann auch immer die Richtigen, das haben die Sozialdemokraten schon vor '33 gewusst...
Dein Kommunismus/Deine Anarchie funktioniert wohl nur alleine. Mein Kommunismus nicht, das weiß ich und das wissen viele andere auch, die am 1. Juni solidarisch zusammenstanden. Wer ist hier dogmatisch?
Reflektier mal dich mal bitte selbst oder entpolitisier dich!
meine Anarchie gehört gar nicht mir
Rätekommunismus oder libertärer Kommunismus oder wie auch immer genannt - wenn wir alle darüber nachdenken, wie wir eine Organisierung von allen auf solidarischer Ebene hinbekommen, braucht niemand mehr ne Avantgarde oder andere historisch gescheiterte, staats-monopol-kapitalistische Modelle, egal wie die jeweiligen Diktator_innen sie selbst gerne nennen.
Darüber rede ich mit allen - übrigens schon seit vielen Jahren und sicherlich auch noch einige mehr.
nur anmerkung
zumindest erwähnen sollte man aber, dass die meisten banker_innen sich mit sicherheit in den "externen bankräumen" befand. insofern ist zumindest dieser teil eher minder erfolgreich gewesen (?)
dennoch: sehr gut die anderen aktionen, der zusammenhalt, die politische wirkung
Schwachsinn
Was für ein reflexionsloses, dummes Geschwätz. Die EZB konnte ihre Arbeit weitesgehend ungestört ausüben, die sind früher gekommen, haben wo anders gearbeitet oder sich freigenommen.
Blockupy ist gescheitert und das ist auch gut so.
Solidarität
Da wird die KPM nicht zurückstehen und sendet ihre solidarischen Grüße an alle Aktivisten der Blockupytage. Zum Gedenken erschien im Parteieigenen Verlag eine Gedenkmarke.
Gez.
Shego 1. Vorsitzende
KP 2. Vorsitzende
Ron KJVM
Bonnie Autonome Antifa Middleton
Ihr seid alle so dreist!
Bevor ihr den Begriff des Kommunismus benutzt, bitte, bitte lest Marx, lest Hegel, Kant würde wohl auch helfen, beginnt nicht mit Interpretationen oder sekundär Literatur. Ihr müsst doch endlich mal raffen das von IL bis Ums Ganze, von RAS bis 3(A), universell alles was ihr Idioten labert nichts, aber wirklich gar nichts mit einem dialektischen Verständnis unserer Gesellschadt zu tun hat.
Ich finde es traurig, dass genau ihr, in Befreiungsrhetorik so oft von der Krise sprechend, wahrscheinlich der Grund dafür seid das sich genau diese erneut in Willkür und physischer Gewalt löst.
Gediegen.
Bitte bleibt daheim redet und lest.
Gegen die deutsche Linke und für mehr Kartoffelchips und Couchpotatoe KommunistInnen.