Weil am Rhein: Polizei trennt Pegida-Anhänger und Antifa-Demonstranten

Erstveröffentlicht: 
22.11.2015

Die Szenerien gleichen sich in Weil am Rhein: Pegida-Kundgebung, linke Gegendemo und viel, viel Polizei. Zum dritten Mal in Folge mussten rechte und linke Demonstranten getrennt werden.

 

Bereits zum dritten Mal in Folge haben sich am Sonntagnachmittag sowohl Pegida-Anhänger wie auch – einige Stunden später – die Linken zu einer Gegenkundgebung in Weil am Rhein versammelt. Dabei versuchte – ebenfalls wie an den beiden Sonntagen zuvor – eine Gruppe von Antifaschisten die Kundgebung der Pegida Dreiländereck zu verhindern.

Sicherheitskorridor zwischen jeweils rund 80 Sympathisanten


Die Polizei hatte daher am frühen Nachmittag den Rathausplatz abgeriegelt und schaffte damit einen Sicherheitskorridor zwischen den etwas mehr als 80 Pegida-Anhängern und den ebenso vielen Gegendemonstranten aus dem Lager der Antifa. Über die Absperrungen hinweg skandierten beide Parteien, die jeweils von vielen Bürgern aus der Schweiz unterstützt wurden, ihre Parolen.

Als sich die Pegida wie angekündigt mit mehreren Rednern mit ihrem ebenso ausländerfeindlichen wie populistischen Gedankengut Gehör verschaffen wollte, sorgte die Lärmkulisse ihrer Gegner dafür, dass die Wortmeldungen trotz Mikrofonanlage außerhalb des engen Bereichs, in den sich die Pegida, geschützt von der Polizei zurückgezogen hatten, nicht zu verstehen war.

Antifaschisten setzen Pegida-Anhängern nach


Wie bereits am vergangenen Sonntag zeigte die Polizei mit mehreren Hundertschaften Präsenz – auch weil im Vorfeld befürchtet worden war, dass sich gewaltbereite Personen von der zeitgleich in Basel stattfindenden Kurden-Demonstration auf den Weg nach Weil machen könnten. Für Ordnung sorgen musste die Polizei vor allem, als sich die Pegida-Kundgebung nach etwa eineinhalb Stunden auflöste. Offensichtlich gewaltbereite Antifaschisten setzten den abziehenden Pegida-Sympathisanten nach und mussten von der Polizei zurückgedrängt werden.

Friedliche Abenddemo hebt sich von den Parolen des Nachmittages ab


Im Umfeld der Demonstration hat die Polizei mehrere Menschen festgenommen, die sich etwa mit Pfefferspray bewaffnet hatten.

Am Abend demonstrierten knapp 150 Menschen auf Einladung der Linken friedlich gegen Ausländerfeindlichkeit, für Toleranz und Mitmenschlichkeit. Sie setzten damit ein deutliches Zeichen gegen die hasserfüllten Parolen des Nachmittags.

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