Castor 2010: Atomausstieg bleibt Handarbeit! Jetzt erst recht!

"Klappe die zweite"

Die Bundesregierung hat trotz massiver Proteste [1|2|3|4] und gegen den erklärten Willen der Bevölkerung die Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke im Bundestag durchgepeitscht. Für den 5. November steht nun der nächste Castortransport mit hochradioaktivem Müll ins Wendland an. Verschiedene Initiativen rufen trotz der alljährlichen Allgemeinverfügung für das Wochenende zu Kundgebungen, Blockaden [1|2|3] und zum Schottern auf. Es werden die größten Castor-Proteste in der Geschichte des Wendlands erwartet.

 

Das aktuelle Special auf linksunten: Widerstand und Protest gegen den Castor 2010

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Schon seit Mitte der 90er Jahre werden Castor-Behälter mit hochradioaktiven Abfällen von der Plutoniumfabrik La Hague in Frankreich ins "Zwischenlager" Gorleben gebracht. Beim letzten Transport wurde der Castor bereits in Berg (Pfalz) für mehrere Stunden aufgehalten [Video]. Auch im Wendland demonstrierten und blockierten zehntausende gegen den Castor-Transport [Video].

 

Anfang September kündigte die Bundesregierung eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke um durchschnittlich 12 Jahre an. In den Wochen danach demonstrierten hundertausende Menschen gegen Atomkraft. Unter anderem 100.000 Menschen in Berlin, 50.000 Menschen in München und etwa 16.000 Menschen dezentral an der Castor-Strecke.

 

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg leitete Ermittlungsverfahren gegen die Kampagne "Castor Schottern!" ein  und sperrte in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Staatsschutz zwischenzeitlich die Seite der Infogruppe Rosenheim. In Hannover wurden zudem zwei AktivistInnen verhaftet, weil sie die Aufkleber von "Castor schottern" verklebt haben sollen.

 

Am 30. Oktober gab es die erste Demonstration nach der Entscheidung des Bundestags im Wendland. Etwa 500 AtomkraftgegnerInnen versammelten sich in Uelzen. [video] In der Nacht auf den 1. November haben militante AtomkraftgegnerInnen ein Kabel der Deutschen Bahn in Berlin in Flammen gesetzt und ein über das Kennzeichen erkennbares Fahrzeug des Konzerns Siemens in Berlin-Schöneberg den Flammen übergeben. Die Berliner Ringbahn konnte zwei Tage nicht fahren und bei der Bahn standen am ersten Tag einer Imagekampagne die Telefone still.

 

Karte - Südblockade   Übersichtskarte Wendland

 

Am 5. November 2010 startet der Castor im Verladebahnhof Valognes, Frankreich. Schon für Frankreich werden 21 Protestkundgebungen angekündigt. Am Samstag, den 6. November, soll der Castor dann bei Berg (Pfalz) die französisch-deutsche Grenze überqueren. Dort wird es zu dieser Zeit eine Kundgebung und erste Blockaden geben.

 

Im Wendland findet bereits am Freitag um 9:30 Uhr die SchülerInnen-Demo in Lüchow statt (Treffpunkt: Bücherei). Am Samstag wird auf 13 Uhr für die Auftaktkundgebung in Dannenberg mobilisiert. Vor der Ankunft des Castor im Landkreis Lüchow-Danneberg werden dann Sitzblockaden von Widersetzen! rund um Hitzacker stattfinden. Gleichzeitig ruft die Kampagne Castor Schottern dazu auf, massenhaft Steine aus dem Gleisbett zu entfernen und so das Durchkommen des Castors zu verhindern.

 

Falls es der Castor bis zum Verladekran in Dannenberg schaffen sollte, werden AktivistInnen von X-tausendmal quer am Montag die Straßen zwischen Dannenberg und Gorleben blockieren. Eine Liste mit Aktionen im Wendland gibt es hier.

 

Hintergründe

 

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Castoren ausbremsen

 

Das »Lektionskomitee Notbremse« will am »Tag X« die Castoren ausbremsen:

Die Deutsche Bahn AG transportiert wieder Castoren (und verdient nicht schlecht daran). Doch dieses Jahr geht die Rechnung des Atomkartells nicht auf!

Ein autonom agierendes Bündnis aus gutgelaunten Saboteur_innen zieht diesmal (im eigentlichen Sinn des Wortes) die Notbremse. Am Tag X werden in Dutzenden Orten unauffällig gekleidete Bürger_innen in x-beliebige Züge steigen und diese durch das Betätigen der Notbremse zum Stillstand bringen. Jeder Nothalt zwingt die Bahn aus rechtlichen Gründen vor einer Weiterfahrt zu einer peniblen Durchsicht der Fahrtechnik aller Waggons, was zu stundenlangen Pausen auf offener Strecke führt.

Das erklärte Ziel ist es, den Betrieb der Bahn bundesweit lahmzulegen. Durch die nahezu flächendeckende Sabotage des Zugverkehrs wird ein Verkehrschaos angezettelt, das nicht nur die Befahrbarkeit der Transportroute der Castoren in Frage stellt, sondern in jedem Fall auch immense Kosten verursachen wird.

Über diesen zumindest finanziellen GAU freuen wir uns schon jetzt!

Beteiligt euch massenhaft.

– Mit dem kleinen Einsatz von nur wenigen Menschen wird der Transport der Castoren spürbar ausgebremst.

– Wir ersparen uns eine längere Anreise nach Gorleben.

– Die Bahn als Komplizin der Atomlobby wird effizient bestraft.

– Der Polizei wird die Freude genommen, in Gorleben auf uns einzuprügeln.

– Die Justiz wird uns kaum überführen können.

– Und obendrein muß uns die Bahn wegen der Verspätungen auch noch die Tickets erstatten ...

PS: Bitte betätigt die Notbremse aus Rücksicht auf unvorbereitete Reisende bevor der Zug eine hohe Geschwindigkeit erreicht hat (und natürlich – sofern möglich – in einem unbeobachteten Augenblick). Vermeidet bitte Fingerabdrücke. Für den recht unwahrscheinlichen Fall einer Ingewahrsamnahme oder eines Verhörs raten unsere Anwälte dringend, keinerlei Aussagen zu tätigen! Verlangt statt dessen einen Anwalt. Bei den Kosten unterstützen wir Euch.
http://www.jungewelt.de/2010/10-30/028.php

Die Bahn verdient an tödlicher Fracht. Doch diesemal geht ihre Rechnung nicht auf.
Wenn sich genügend Menschen an folgender Aktionsidee beteiligen!
Sie bietet sich besonders für Daheimgebliebene an.
Manipulieren wir mit Sekundenkleber die Münzschlitze von Fahrkartenautomaten und die Öffnung von Abstempelgeräten. Treiben wir die Kosten für die Bahn in die Höhe! Wenn sich genügend hieran beteiligen eine einfache, wirksame Funktion.
Bitte weitersagen!

Nicht nur im Wendland - überall blockieren!
Hier die möglichen Routen des Castor Transports:
http://www.donaukurier.de/_/tools/picview.html?_CMELEM=1878257

Er steht in l`caen (F) weil sich 12 AktivistInnen agekettet haben!
Ein Statement der AktivistInnen - lassen wir den Castor heuer erst gar nicht ins Wendland kommen - keinen Meter ohne Protest!
http://ganva.blogspot.com/2010/11/communique-du-ganva-le-5-novembre-2010...



Frankreich

 

Atomgegner blockieren Castor-Transport

 

 

Er rollte nicht einmal 90 Minuten, da wurde der Castor-Transport schon zum ersten Mal gestoppt: Atomgegner in Frankreich haben sich in der Nähe von Caen an die Gleise gekettet - an der Aktion sind Polizeiangaben zufolge rund 30 Aktivisten beteiligt.

Paris - Es wird ein langer Weg für den Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll nach Deutschland: Bereits kurz nach seinem Start in Frankreich haben Atomkraftgegner den Zug aufgehalten. In der Nähe von Caen in der Normandie hätten sich vier Atomkraftgegner an die Gleise gekettet, sagte ein Polizeisprecher. Insgesamt seien rund 30 Aktivisten an der Aktion beteiligt. Sicherheitskräfte seien vor Ort.

 

Die Demonstranten gehörten zur französischen Gruppe "Groupe d'actions non-violentes antinucléaires" (deutsch: Aktionsgruppe nicht gewalttätiger Atomkraftgegner). "Es dauert eine Weile, die Angeketteten von den Schienen zu befreien, da sie ihre Hände in Metallröhren unter den Gleisen haben", sagte die Sprecherin.

Der Zug mit den elf Spezialbehältern hatte erst um 14.20 Uhr den Bahnhof von Valognes verlassen. Er ist auf dem Weg in das niedersächsische Gorleben. In der Nähe des deutschen Zwischenlagers werden am Wochenende die größten Anti-Atom-Demonstrationen seit Jahrzehnten mit mehr als 30.000 Menschen erwartet. Der Zug soll am Samstagmittag die deutsche Grenze erreichen und dann nach Norden in Richtung Gorleben rollen.

In Deutschland wollen die Organisatoren der Anti-Atom-Kampagne "Castor schottern" trotz der Warnungen der Polizei Steine aus dem Gleisbett der Transportstrecke entfernen. "Auf jeden Fall wird noch am Sonntag mit dem Schottern begonnen", sagte ein Sprecher im Wendland. "Der Castor wird nicht durchkommen." Die Polizei hat angekündigt, die Gruppe besonders im Auge zu behalten. Mittlerweile haben etwa 1500 Einzelpersonen und mehr als 280 Gruppen den Internetaufruf der Kampagne unterzeichnet. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg will gegen alle Unterzeichner Ermittlungsverfahren einleiten.

16.500 Polizisten sollen für Sicherheit sorgen. Der Castor-Einsatz könnte den Steuerzahler nach Schätzung der Deutschen Polizeigewerkschaft bis zu 50 Millionen Euro kosten. Gewerkschaftschef Rainer Wendt forderte deshalb eine entsprechende "Schutzgebühr" der Atomkonzerne.

Zahlreiche Spitzenpolitiker der Grünen wollen sich an Demonstrationen und Sitzblockaden gegen den Castor-Transport nach Gorleben beteiligen. Die Grünen-Bundes- und die Landesvorstände wollten damit gemeinsam ihren Widerstand gegen die gefährlich falsche Atomlobby-Politik der Bundesregierung ausdrücken, sagte Grünen-Chefin Claudia Roth am Freitag in Trebel bei Gorleben nach einer gemeinsamen Sitzung der Vorstände. "Wir werden uns an zahlreichen Demonstrationen beteiligen", sagte sie. Zudem habe man zur Teilnahme an den Sitzblockaden aufgerufen. "Die Sitzblockade ist Zeichen des zivilen Widerstandes einer lebendigen, bürgerrechtsorientierten Demokratie", betonte die Grünen-Vorsitzende.

hen/dpa/Reuters

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,727565,00.html

http://twitter.com/castornixda:

"5 Personen waren an Blockade Caen beteiligt.Polizei ging so hart vor, dass 2 Demonstr.ins KH mussten.Einer in die Chirurgie. #castor"