Gefängnisprobleme: Zu wenig Personal, zu viele Handys

Erstveröffentlicht: 
28.02.2017

145 Mobiltelefone wurden 2015 in der Dresdner JVA gefunden. Einen Teil davon hatte wohl ein Bediensteter eingeschmuggelt.

 

Dresden. Schon seit Mitte Januar muss sich ein ehemaliger Bediensteter der Justizvollzugsanstalt (JVA) Dresden vor dem Landgericht wegen Bestechlichkeit verantworten. Der 52-jährige Ricardo F. hat bereits gestanden seit 2012 zunächst Alkohol, später auch anderes, vor allem Mobiltelefone, für Insassen eingeschleust zu haben. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von mehr als zweieinhalb Jahren.

 

Am Montag berichtete Rebecca Stange, die stellvertretende JVA-Leiterin, über die Probleme mit Handys und Alkohol hinter Gittern. 2015 hätten Bedienstete bei Kontrollen 145 Handys gefunden, die von Gefangenen genutzt worden seien – im Schnitt sind das drei entdeckte Telefone pro Woche. Handys, das zeigen diese Zahlen, sind in der JVA weit verbreitet. 2016 wurden noch 68 Mobilfunkgeräte gefunden. Als sie 2014 in die Dresdner JVA gekommen sei, habe es bereits Hinweise auf den Angeklagten und weitere Bedienstete gegeben, sagte Stange. In der JVA seien bis zu 860 Gefangene untergebracht und würden von rund 350 Bediensteten betreut. Es fehle auch im Dresdner Gefängnis an Personal – insgesamt rund 30 Mitarbeiter.

 

Eine Ermittlerin der Kripo berichtete, dass man die Post des Angeklagten abgefangen habe – in zwei Monaten seien sieben Handys an ihn geschickt worden, die F. dann Gefangenen übergeben habe. Angeblich für jeweils 30 Euro. Der Prozess wird kommende Woche fortgesetzt.