Kundgebung auf dem Altmarkt: AfD kritisiert Gedenken der Stadt

Erstveröffentlicht: 
14.02.2017

Rund 300 Menschen haben sich am Dienstagabend an einer Kundgebung der AfD auf dem Altmarkt in Dresden beteiligt. Mit Kerzen, Blumen und Kränzen versammelten sich die Teilnehmer vor allem rund um die Gedenkstelle für die Opfer des 13. Februars. Diese bezeichnete AfD-Stadtrat Stefan Vogel dann allerdings als „schäbig“.

 

Dresden. Rund 300 Menschen haben sich am Dienstagabend an einer Kundgebung der AfD auf dem Altmarkt in Dresden beteiligt. Mit Kerzen, Blumen und Kränzen versammelten sich die Teilnehmer vor allem rund um die Gedenkstelle für die Opfer des 13. Februars. Diese bezeichnete AfD-Stadtrat Stefan Vogel dann allerdings als „schäbig“. Die Kunstinstallation „Monument“ auf dem Neumarkt sei "sogeannte Kultur" und eine „Schande“, die den Platz "entehre". Auch die Menschenkette, an der sich am Montagabend bis zu 12.000 Menschen beteiligt hatten, kam bei Vogel nicht gut weg. Dresden brauche stattdessen ein großes Denkmal für den 13. Februar.

 

Nach gut 30 Minuten waren alle Kränze abgelegt und die Versammlung löste sich langsam auf. Für einige Teilnehmer dürfte es das Finale einer langen Woche gewesen sein. Einige Kundgebungsteilnehmer hatten schon am Montag mit Pegida demonstriert, hatten am Dienstag Oberbürgermeister Hilbert ausgepfiffen, am Freitag Stimmung gegen „Lampedusa 361“ gemacht, waren am Samstag mit Holocaust-Leugner Gerhard Ittner auf der Straße und beschäftigten am 13. Februar noch einmal auf dem Neumarkt die Polizei.

 

Gegen die ihrer Meinung nach viel zu einseitige Interpretation des 13. Februars demonstrierten an der Seestraße rund 70 Gegendemonstranten. Diese zogen zunächst vom Theaterplatz zum Altmarkt und nach Ende der AfD-Kundgebung weiter zum Postplatz. Zwischen beiden Lagern blieb es abgesehen von den inzwischen üblichen Beleidigungen friedlich. Die Polizei hatte einen weitgehend ruhigen Abend.