(B) Neonazis rufen zur Teilnahme an bürgerlicher Demonstration auf

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Am morgigen Samstag, den 14.09. wird eine Großdemo für "ein bedingsloses Grundeinkommen" in Berlin stattfinden. Start ist 14 Uhr am "Neptunbrunnen", nähe Alexanderplatz. Neben den offiziellen VeranstalterInnen, also BGE-Initiativen, den Grünen, der Linken, Piraten und diversen Anderen rufen auch Neonazis aus dem Spektrum der "Freien Kräfte" zur Demo auf. Ein recht plump disignter Flyer prangt auf der Seite der "Ex-K3 Berlin- Neueste Nationale Nachrichten". Der Grund der Demo, also die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen, wird auf diesem Flyer nicht erwähnt, jedoch geht es um "die deutsche Zukunft". Wer nicht von der BGE-Demo weiss, bekommt recht schnell den Gedanken, dass es sich bei dem Flyer um eine eigenständige Neonazi-Demo handelt. Umso gefährlicher, denn wissen die OrganisatorInnen, wie auch die TeilnemhmerInnen von ihrem "Glück"?

Das Konzept klingt irgendwie vertraut.

Themen, die uns irgendwie alle betreffen und die nicht explizit rechte oder linke Weltanschauungen repräsentieren, werden von Neonazis versucht zu unterwandern. So schon mehrfach geschehen, sei es vor ein paar Jahren auf der "Freiheit staat Angst"-Demo in Berlin, der großen Demo gegen die Agrarindustrie letzten Jahres oder auch immer wieder bei diversen Tierrechtsdemos. Hauptsache groß, bürgerlich und voll mit Themen, wie etwa Umwelt-oder Datenschutz, die sich auch mit rechten Inhalten füllen liessen.

Die Neonazis, die sich zu solchen Anlassen hervor tun, sind irgendwo zwischen "Freien Kräften", Kameradschaftsszene und "Autonomen Nationalisten" zu finden. Ihre bemüht antikapitalistische Attitude und ihre scheinbare Parteiferne (nur scheinbar, denn in Berlin ist der "Nationale Widerstand" fast deckungsgleich mit der NPD) ermöglichen es ihnen, gewisse Aspekte der Querfront auszuschöpfen und sich als "normale" BürgerInnen zu präsentieren. Als ein anderes Beispiel sei hier die kontinuierliche Teilnahme an den sogenannten Montagdemos, vor ein paar Jahren im Osten Deutschlands. genannt.

Wir denken, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist das einzelne Gruppen von Neonazis morgen auf der Demo, zumindest versuchen werden, mitzulaufen.
Dank antifaschistischer Intervention, gelang es schon einmal, beispielsweise bei der Agrar-Demo 2012, dem braunen Häuflein von 29 Neonazis, eine klare Absage zu erteilen.

Mag die Demonstration und deren Inhalte auch nicht unbedingt die unsrigen sein - Neonazis darf keine Plattform gegeben werden, weshalb wir zu einer starken antifaschistischen Präsenz und Aufmerksamkeit am morgigen Tag aufrufen!

Keinen Meter dem "Nationalen Widerstand"!

Nazis in den Neptunbrunnen!