Freiburg: Zeltstadt für 500 Flüchtlinge schon im August

Erstveröffentlicht: 
07.08.2015

500 Flüchtlinge sollen noch im August in eine Zeltstadt auf dem Gelände der Polizeiakademie in Freiburg ziehen. Die alte Stadthalle wird voraussichtlich im Herbst zur Notunterkunft umfunktioniert.

 

Die Freiburger Stadtverwaltung sucht weiter händeringend nach zusätzlichem Wohnraum für Flüchtlinge, deren Zahl weiter steigt. So soll nun auch die alte Stadthalle im Freiburger Osten zum provisorischen Flüchtlingsheim werden, kündigt Oberbürgermeister Dieter Salomon an.

Der Flüchtlingsgipfel vom vorvergangenen Montag zeigt offenbar Wirkung: Die bedarfsorientierte Landeserstaufnahmeeinrichtung (BEA) kommt nun doch nicht erst im Oktober oder November, wie es jüngst noch hieß. Bereits in zwei Wochen sollen Flüchtlinge auf das Areal der Polizeiakademie ziehen. Auf dem Sportplatz der Akademie soll als Vorstufe zur BEA eine Zeltstadt für 500 Flüchtlinge gebaut werden. Am kommenden Dienstag will das federführende Regierungspräsidium in einer Infoveranstaltung die Bürgervereine Haslach und St. Georgen und damit die Anwohner informieren.

Salomon fordert gute Sozialbetreuung


Die Stadtverwaltung pocht auf eine ausreichende Sozialbetreuung in der BEA: "Sollte das Land dies in der Kürze der Zeit nicht hinbekommen, werden wir das über die Wohlfahrtsverbände organisieren und dem Land dann notfalls in Rechnung stellen", sagt Oberbürgermeister Salomon. In Freiburg engagiert sich ein Bündnis von Rotem Kreuz, Caritas und Diakonie in der Flüchtlingsarbeit. Die Unterbringung der Asylsuchenden soll in einem winterfesten Zelt in Leichtbauweise erfolgen, wie das Regierungspräsidium am Donnerstag mitteilte.

Wenn die BEA in Betrieb geht, muss die Stadt Freiburg über die Erstaufnahme hinaus keine weiteren Flüchtlinge mehr aufnehmen – so lautet jedenfalls die getroffene Abmachung. Wegen der weiter steigenden Zahlen könnte aber auch eine neue Regelung kommen. Die Stadt fahre deshalb laut OB Salomon zweigleisig. Das Sozialdezernat von Bürgermeister Ulrich von Kirchbach und das Amt für Wohnraumversorgung suchen weiter nach zusätzlichem Wohnraum, unter anderem auch in Gewerbegebäuden wie den ehemaligen Räumen der Firma Essilor.

Stadthalle soll zum Flüchtlingsheim werden


Aber eine Zusatzvariante gibt es noch: Die Stadtverwaltung will auch die ehemalige Stadthalle nach dem kompletten Auszug der Universität, der für Ende September vorgesehen ist, zum provisorischen Flüchtlingsheim umfunktionieren. "Die Stadthalle ist allemal besser als jegliche Zeltstadt", so der Oberbürgermeister. Entsprechende Vorbereitungen laufen. Aktuell wird geprüft, welche Umbauten nötig sind. Im Rathaus geht man aber fest davon aus, dass die Stadthalle relativ schnell in neuer Funktion genutzt werden könnte. Aber auch das Belegen von Turnhallen sei weiter ein Thema: "Aber diese Option sollte man nur ziehen, wenn man wirklich nichts anderes mehr hat", erklärt OB Salomon. Die Stadthalle wird dann gebraucht, wenn die Zahlen weiter steigen, wovon alle Experten ausgehen. Im Moment gebe es keine Signale, dass sich die Lage entspannen würde, heißt es im Rathaus.

In Freiburg wie in anderen Städten waren zuletzt die Zahl der Flüchtlinge Monat für Monat gewachsen. Kamen im Januar und Februar jeweils noch 50 bis 60 Menschen nach Freiburg, waren es im Juni 115 und im Juli bereits rund 150. Im August werden nahezu 200 Flüchtlinge erwartet. Die Kapazitäten in Freiburg waren bislang auf rund 100 neu hinzu kommende Asylsuchende ausgerichtet.

Infoveranstaltung zur BEA, Dienstag, 11. August, um 19 Uhr , Schwarzwaldsaal des Regierungspräsidiums-Neubaus, Bissierstraße 7.