Gegen den Bundesparteitag der AfD am 22./23. März in Erfurt

Gegen den Bundesparteitag der AfD

Am 22. und 23.März will die Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land ihren Bun­des­par­tei­tag in Er­furt ab­hal­ten. Der Ort dürf­te kein Zu­fall sein: Laut dem AfD Vor­sit­zen­den Bernd Lucke werde in Thü­rin­gen „das Ver­tre­ten na­tio­na­ler In­ter­es­sen […] mit mehr Sym­pa­thie auf­ge­nom­men.“ Das scheint auch das Er­geb­nis der Bun­des­tags­wahl zu be­stä­ti­gen, bei der die AfD in Thü­rin­gen be­reits 6,3% der Stim­men er­hielt.

 

Rechts­po­pu­lis­mus stop­pen!

 

Die AfD gibt sich nach Außen gerne das Bild einer Pro­fes­so­ren­par­tei und be­schwört immer wie­der „Ver­nunft statt Ideo­lo­gie“. Doch ei­gent­lich nutzt die AfD die Wirt­schafts­kri­se in Eu­ro­pa um na­tio­na­lis­ti­sche und chau­vi­nis­ti­sche Pro­pa­gan­da zu ver­brei­ten. Sie kann dabei an ras­sis­ti­sche Ste­reo­ty­pe aus Bild-​Zei­tung und Co. an­knüp­fen, wel­che weit in der Be­völ­ke­rung ver­brei­tet sind.

 

Im Kern ist die AfD die Par­tei des Klein-​ und Groß­bür­ger­tums, die Par­tei der ver­meint­lich ge­sell­schaft­li­chen Mitte in der (Wirt­schafts-​)Krise. Ihre ra­di­ka­len For­de­run­gen nach wirt­schaft­li­cher Dis­zi­pli­nie­rung Süd­eu­ro­pas sind Aus­druck der Be­fürch­tung, dass die Fol­gen der Wirt­schafts­kri­se die Bun­des­re­pu­blik zu er­rei­chen dro­hen und die Ver­mö­gen die­ser ge­sell­schaft­li­chen Grup­pen in Ge­fahr ge­ra­ten könn­ten. Zur Ab­wehr set­zen sie auf die Ent­so­li­da­ri­sie­rung mit den­je­ni­gen, die schon jetzt wenig haben. Die „ver­ro­hen­de Mitte“ (Heit­mey­er) hat somit eine neue Par­tei. Die Steu­er­sen­kungs­par­tei FDP eines Wes­ter­wel­les reicht ihr in der Durch­set­zung der Ell­bo­gen­men­ta­li­tät als ge­sell­schaft­li­chem Struk­tur­prin­zip nicht mehr.

 

Die Logik der Ent­so­li­da­ri­sie­rung prak­ti­ziert die AfD pro­mi­nent in der BRD, Eu­ro­pa und in­ter­na­tio­nal. Ge­ra­de dies hat ihr über die ver­roh­te Mitte hin­aus Pro­test­wäh­ler_in­nen aus ab­ge­häng­ten und ab­stiegs­be­droh­ten Grup­pen der Ge­sell­schaft ein­ge­bracht. Die Hetze gegen die „fau­len Süd­eu­ro­pä­er“ oder Flücht­lin­ge – vor allem Roma und Sinti – mo­bi­li­siert das deut­sche Kol­lek­tiv für die Ver­tei­di­gung des ei­ge­nen Wohl­stan­des gegen die An­de­ren; erst­mal in Eu­ro­pa, aber im Feind­bild be­lie­big aus­weit­bar. Dass die AfD die Mi­lieus der Pro­test­wäh­ler_in­nen (z.B. For­de­rung nach Ein­schrän­kung des Wahl­rechts für Hartz IV Be­zi­er­her_in­nen) eben­so ab­lehnt wie Flücht­lin­ge oder die Men­schen in Süd­eu­ro­pa, ver­schwin­det hin­ter der An­ru­fung von Na­ti­on und Volk.

 

Die AfD spült ei­ni­ge der schlimms­ten Sei­ten des kon­ser­va­ti­ven und na­tio­nal­li­be­ra­len Mi­lieus – vom ehe­mals rech­ten Rand der CDU und FDP, aus dem Kor­po­rier­ten­mi­lieu oder aus Klein­par­tei­en wie dem Bund Frei­er Bür­ger, der Frei­heit oder den Re­pu­bli­ka­nern – an die Ober­flä­che: De­mo­kra­tie­feind­lich­keit, So­zi­al-​ und Na­tio­nal­chau­vi­nis­mus, Ras­sis­mus und Ho­mo­pho­bie fin­den sich in Pro­gram­ma­tik und bei Spit­zen­per­so­nal wie Mit­glie­dern. In der Par­tei ver­ei­nen sich Deutsch­na­tio­na­le, christ­li­che Fun­da­men­ta­lis­t_in­nen und Neue Rech­te zu einer ge­fähr­li­chen, wirk­mäch­ti­gen Strö­mung in­ner­halb der bun­des­deut­schen Par­tei­en­land­schaft.

 

Wir rufen des­halb dazu auf am 22.3. ab 08:30 Uhr zur Messe Er­furt zu kom­men und mit uns gegen den Par­tei­tag der AfD zu pro­tes­tie­ren!

Wir sagen Nein zu Rechts­po­pu­lis­mus und Ras­sis­mus!

 

Na­tio­na­lis­mus raus aus den Köp­fen!