Köln, Sponti: From Cologne to Greece - Fight the Police!

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Unter dem Motto "From Cologne to Athens: Fight Back!" zogen heute Abend spontan ca. 50 Aktivist_innen durch das Belgische Viertel in Köln, um ihrer Solidarität mit den Betroffenen der aktuellen Repressions- und Räumungswelle in Griechenland Ausdruck zu verleihen.

 

Am 20.12.2012 wurdet der legendäre Squat Villa Amalias im Zentrum Athens geräumt. Es folgten Razzien an der Wirtschaftsuni ASOEE und in Exarchia, dem linksanarchistisch geprägten Szeneviertel in Athen. Am 9. Januar versuchten etwa 100 Genoss_innen die Villa Amalias wieder zu besetzen; parallel wurden die Büros der Partei Demokratischen Linken besetzt. Beide Besetzungen wurden von der Polizei - die gegen den mordenden Fascho-Mob der Chrysi Avgi nichts unternimmt - aufgelöst, alle Aktivist_innen verhaftet und dann, als direkte Antwort der Staatsmacht zu verstehen, die Besetzung Skaramanga in der Innenstadt geräumt. Gestern morgen wurde die älteste Besetzung Athens Lela Karagiannis 37 geräumt, aber nachmittags von entschlossenen Genoss_innen wiederbesetzt.

Die Teilnehmer_innen riefen Parolen die "From Germany to Greece, Fight the Police!", "No Troika, No Border! Fight german Order". Auch griechische Parolen gegen Polizei und Repression wurden gerufen. Während der recht kurzen Sponti wurde jede Menge Feuerwerk gezündet. Kurz nachdem sich die Demo zerstreute, durchsuchten die Bullen noch das Viertel mit mehreren Streifenwagen - sie fanden nichts.

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Yeah, in Köln geht wieder was!

 

Solidarität muss praktisch werden! Weiter so, kommt alle zu den offenen Treffen. [check the internet 4 details]

Aha, also da ist er wieder: der deutsche "Antideutsche"

 

Ich hatte den "Genuss" auf einer Veranstaltung des AK Antifa zum Thema Griechenland beizuwohnen. Und mir ist über dieses deutschzentristische, verkürzte Geschichtsbewußtsein schlecht geworden.

 

Anscheinend sind die "Deutschen" an der Repression in Griechenland schuld: "From Germany to Greece, Fight the Police!", "No Troika, No Border! Fight german Order".

So, so, alles fest in deutscher Hand. Eigeninteressen des griechischen Kapitals und der Regierung gibt es da nicht. Na und andere Länder haben in Bezug zu Griechenland auch keine Interessen. Aber das ist wie auf der Veranstaltung. Die von der NATO unterstützte Diktatur der Obristen von 1967 bis 1974 gab es gerade mal 2 Minuten im Vortrag. Wäre ja auch für die antideutsche Sekte nicht passend gewesen, wenn man die Unterstützung der Obristen in Griechenland durch die umjubelte USA hätte benennen müssen.

Ach ja, 1 Minute gab es für den Bürgerkrieg nach 1945, als das royalistisch autoritäre Griechenland mit Hilfe der USA die linke Volksfront und die kommunistischen Verbände zerschlug.

 

Alles Deutscher Einfluß. Und ja, ich vergass, der Vortragende war ja so stolz, dass sich eine "antigriechische" Gruppe in Thesaloniki gegründet hatte, die er als "antideutsch" bezeichnete.

Tja, irgendwie dreht sich alles um Deutschland und Deutschsein. Bzw. um sich selber. Euro-, bzw. deutschzentristische Weltsicht. Da kann man auch griechischen Migrationshintergrund haben und mit ein paar griechischen Brocken beeindrucken wollen, oder auf Demos griechische Parolen rufen. Jetzt wird schnell ganz heiß geredet, mit vordergründigen Handlungsdruck argumentiert. Aber: Es dreht sich nur um Euch und Deutschland. Auf die Situation der Leute in Griechenland und der GenossInnen ist geschissen. Die dienen Euch Antideutschen nur als Projektionsoberfläche. Antideutsche identitäre Politik.

 

Solidarität mit den anarchistischen GenossInnen in Griechenland. Antideutsche rechts liegen lassen.

Deine Kritik klingt sehr nachvollziehbar. Hast du sie denn dann auch auf dem Treffen geäußert? Jedenfals hätte sie dort hingehört und du glaubst doch selber nicht, dass dort nur Antideutsche im Publikum saßen. Dann hättet ihr euch nach dem Treffen doch zusammensetzen können und etwas eigenes auf die Beine stellen können. Das geht nur, wenn wir auf unsere Rolle als KonsumentInnen verzichten...

Das war im Antifa-Cafe Leipzig.

Als ich in den Laden kam hingen schon am Tresen eine große Israelfahne.

Und das erscheinende Publikum war an des Buttons dem antideutschen Lager

zuzuordnen. Ich war neugierig und bin geblieben.

 

Geholfen hätte eine Debatte Nichts. Denn

1) ich hätte sagen müssen, dass die Person ein Geschichtsrevisionist ist. Die durch Nicht-Erwähnen oder in einem Halbsatz streifende mutwillige Auslassung des antifaschistischen Widerstands in Griechenland, der generellen linken Entwicklung, der beiden größten Repressionsphasen, also der Zerschlagung der kommunistischen Partisanenbewegung der 40er und der radikalen Linken der 70er Jahre. Das war grob und geschichtsrevisionistisch, dass er nur froh sein kann, dass kein griechischer Linker vor Ort war, um ihn zur Rechtfertigung zu ziehen.

Fast so, als ob man bei der Deutschen Geschichte des letzten Jahhunderts die Rote Ruhr Armee, den Matrosenaufstand in Kiel, die Münchner Räterepublik ausläßt und die NS-Zeit so nebenbei erwähnt.

2) Dass er nur sein Thema drauf hat und nur das bedient. Also Antisemitismus. Er berichtete von einem Brand in einerm historischen Zentrum Griechenlands, in dem vorwiegend JüdInnen gewohnt haben sollen. Nach dem Brand wären vorwiegend nicht-jüdische Menschen dort eingezogen. Das war der Einzige nicht verifizierte Beleg, den er herbeizitierte und 15 Minuten ausbreitete. Dabei suchte er krampfhaft nach Parallelitäten zwischen dem deutschen Antisemitismus und Antisemitismus im Griechenland der 20er Jahre, dass es jeden Soziologen, Geschichtskundigen und Religionswissenschaftler und Griechenlandkenner nur geschüttelt hätte. Die spezielle Version des Deutschen Antisemitismus wurde nach Griechenland exportiert. Das war so etwas von (kultur)rassistisch gegenüber Griechen. Da hat es einen nur geschüttelt. Auch hier wäre eine Griechin zu Recht diesem jungen Schnösel an die Wäsche gegangen.

3) Über die derzeitigen ökonomischen Veränderungen waren nur Plattheiten zu hören. Eine versierte Kritik gab es nicht. Hatte ich erwartet, weil ich dachte, wenn man zu so einem Thema einlädt hat man auch was auf der Pfanne. Aber außer platter Merkel-Schelte,  war da nicht viel. Da ist die Junge Welt ja schon besser.

4) Platter Antifa-Bericht. Selbst wikipedia bietet das Gleiche. Das hat man mit Sprachkenntnissen versucht zu kompensieren. Aber ein paar Spruchbänder übersetzen heißt nicht eine gesellschaftliche Entwicklung zu analysieren.

 

5) Keiner der ZuschauerInnen zuckte auch nur einmal bei diesen Beschreibungen. Kein Murren, kein Knurren, kein Stühlerücken.

Die abgelieferten rassistischen, geschichtsrevisionistischen Plattheiten schienen niemanden Unbehangen zu bereiten.

 

Für wen wäre es also interessant gewesen eine Kritik zu machen? Für den Selbstdarsteller, für seine antideutsche Homezone?

 

Interessant wird eine Kritik doch dann, wenn sie an Orten des offenen Diskurses und zur passenden Zeit angebracht wird. Wenn sie etwas bewirken kann. Also dann, wenn Solidarität zu Griechinnen angebracht ist. Und diese nicht auf solch einen rückwärtsgewandten, antiemanzipatorischen Nebengleis enden soll.

 

Die wütenden und unsachlichen Reaktionen von unten scheinen Mehreres zu belegen. Dass sich viele GenossInnen der fehlenden Informationen bewußt sind, die einen Ansatz zur praktischen Solidarität vorausgehen. Und das sie dieser ideologischen Halb- und Viertelwahrheiten die ihnen in Köln kredenzt werden nicht glauben schenken wollen. Leute, die diese krude antideutsche Bauernfängerei teilen und angegriffen sehen, reagieren nun wütend. Zu Recht, wird ihnen doch eine Spiegel vorgehalten.

Und dem persönlichen Umfeld des AK Referenten kann man nur sagen.

Auch wenn er sich am Tag stundenlang für was auch immer in Griechenland anstrengen sollte. Dadurch wird es auch nicht richtiger.

 

 

Jetzt verabschiede ich mich aus der Diskussion und wünsche uns, dass wir zu den Griechischen GenossInnen eine anarchistische Solidarität aufbauen können.

 

Schöner Film auf youtupe:

http://www.youtube.com/watch?v=NLgerQJo7zM

Theodorakis Farantouri O Antonis 1974

http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=SgUPq3TvtcQ

 

Mikis Theodorakis - Ki esi lae vasanismene (1974)

http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=39ZxflllCao

 

Theodorakis Ena to Chelidoni 1974

http://www.youtube.com/watch?v=hRyZbGHBuHg

 

Αντώνης Καλογιάννης - Το σφαγείο (1974)

http://www.youtube.com/watch?v=7eSsl_YfmKs

 

Theodorakis Farantouri To Yelasto Pedi 1974

http://www.youtube.com/watch?v=NLgerQJo7zM

hier ein kleiner weiterer ausflug in die libertäre geschichte griechenlands

 

http://digitalresist.blogspot.de/2013/01/pisst-ins-parlament-in-griechen...

So ein Unsinn... Erstens waren das keine Antideutschen und Antideutsche würden sich vor so einer Aktion auch ziemlich gruseln.
Zweitens wenn du in deinem Weltbild die "USA und die Eliten sind Schuld" hängen geblieben bist ist das doch nicht die Schuld der Genossen vom Antifa AK.
Drittens natürlich berichten Aktivisten aus d-land vornehmlich über die Hauptfeinde im "eigenen" Land und das ist auch nicht falsch oder überbewertet sondern vollkommen richtig weil D-Land nunmal federführend ist in der verschärfung der sozialen standards in g-land.

Immer dieses Schwarz - Weiß Denken. Ich habe die Kritik nicht so verstanden, dass Deutschland keine Schuld hätte oder die USA nicht die Alleinschulld. Wenn du sagst, Deutschland wäre dein "eigenes" Land sage ich dir, meins ist es nicht und bleibe auch nich an nationalen Grenzen kleben... Ich wundere auch sehr, wie schnell hier Menschen in Weltbilder" gepresst werden. Die Kritik geht dann übrigens auch an den Menschen, der hier vielleicht zuschnell mit "Antideutsch" etikettiert. Auch ich sebst bin vielleicht etwas vorschnell auf diesen Zug gehüpfft. Jedenfalls wird hier wie so oft schön am eigentlichen Thema vorbeigeredet., aber das ist ja nicht Neues, oder..  

 

Jedenfalls hätte solche Kritik vor Ort vorgetragen werden müssen, vielleicht wäre eine Interessante Diksussion entstanden, viellicht hätte sie sich aber auch als unberechtigt erwiesen...

Repression und Widerstand in Griechenland

In den letzten Wochen geht die griechische Regierung verschärft gegen die anarchistische Bewegung vor. Lesenswerte Zusammenfassungen und Bilder unter www.fau.org

Die ersten Wochen ab 20. Dez.2012 unter: http://www.fau.org/artikel/art_130110-223255
Die letzte Woche ab 10.Jan.2013 unter: http://www.fau.org/artikel/art_130116-122942

Total albern, gerade einer Gruppe aus dem "UmsGanze"-Bündnis so nen Mist vorzuwerfen. Ich und viele Andere junge Menschen sind gerade auch dem Antifa AK dankbar dafür in einem von langweiliger und unsinniger Polarisierung geprägten Land wie hier einen "Antinationalismus" wieder salonfähig gemacht zu haben.

 

Nur mal so geraten: Die Person die hier rummeckert hat bestimmt selber auch schon ganz , ganz viel zum Thema Griechenland gemacht. So aus ihrer tollen "internationalistischen" Weltsicht und so...

Seit der erwähnten Veranstaltung in Köln arbeitet die meckernde Person täglich mehrere Stunden daran, den Genoss_innen in Griechenland zu helfen. Und während sie sich dabei total auspowert machen die pösen, pösen "Antideutschen" (ich lach mich immer noch schlapp über die Bezeichnung gegenüber dem Antifa AK) nichts, aber rein gar nichts, außer Deutschland anzumeckern. Is klar.

 

Du bist ja selber sowas von einem Paradebeispiel dafür, dass anarchistische und antiautoritäre Genoss_innen mal lernen sollten euch deutsche Linke irgendwo liegen zu lassen.....

 

 

Danke an die Genoss_innen, die sich gestern bemüht haben. Hoffentlich erwächst da in den nächsten Wochen noch mehr draus.

....hätte ich da noch was: Die grieschiche Wasserversorgung wird gerade durchweg privatisiert, genauso wie in Protugal und Spanien. Die "nördlichen" Staaten der EU sollen folgen. Wasser soll EU weit zum privaten Luxusgut werden: Guckst du hier  http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2012/1213/wasser.php5

Auf Youtube gibt es ein Video von der kleinen Sponti

 

http://www.youtube.com/watch?v=Ibbr9lkp86o

Das ist die Webpräsenz eines Ablegers der griechischen Nazi-Partei in Nürnberg. Büro-Adressen konnte ich nicht finden. Golden Dawn versucht derzeit in mehreren Städten (West-)Europas Ableger zu etablieren. xanurnberg.blogspot.de

... eigentlich passiert? da rannten einige vermummte mit pyrotechnik und transparent einige strassen in koeln rauf und runter, riefen die üblichen, austauschbaren parolen - ja, und? wer hier sagt, in koeln tut sich wieder was, wohnt anscheinend nicht da und lebt wohl nur von solchem kleinen, netten aber nichts weiter sagenden spektakel ---

Bei der derzeitigen Pyro-Diskussion werden sich kölner Fans freuen und beeindruckt sein - he, he - und die Leute in Griechenland erst: es hat sich eine ganze Menge an Soliaktionen gesammelt. Selbst in New York hat es gescheppert: http://actforfree.nostate.net/

G.D. und andere Nationalisten sind stark im Ausland. Das sind Filialen von "antimigrantischen Migranten", G.D. will zwar, "daß Griechen nicht wie die Indianer aussterben" (hohoo), aber Filialen ham die auch in Melborne, NYC und Montreal, gab dort auch Proteste von ein paar Hundert dagegen letztes Jahr. Eventuell liegt hier ein Ansatz Griechenland-Soli zu vertiefen und klar anti-faschistisch zu bestimmen - mit einer bundesweiten Demo in Nürnberg!

Auf Zypern geht z.z. auch einiges ab, dazu gibt' hier auch noch Material aus Griechenland, was über die bekannteren Blogs nicht so kommt:http://actforfree.nostate.net/?p=13023

Am letzten Sonntag war im Rathhaus auch übrigens wieder Neujahrsempfang von Pro Köln, mit 30 Wannen und peinlichen 5 Gegendemonstrant_innen. Antifa Ak, AKku etc haben sich komplett rausgehalten. Das ist einfach nur peinlich für die linke Szene in Köln!