Attacke auf zwei Polizisten – Reichsbürgerin weigert sich, in den Gerichtssaal zu kommen

Erstveröffentlicht: 
25.10.2016

Leipzig – Für selbsternannte Reichsbürger und russische Nationalisten gilt Dr. Eike L. (39) als „Opfer deutscher Unrechtsjustiz“. Immer wieder werde die Dolmetscherin wegen ihrer russischen Wurzeln verurteilt, behaupten die Verschwörungsgläubigen.

 

Dienstag war‘s mal wieder soweit: Begleitet von einem Dutzend Sympathisanten tauchte Eike L. vor dem Gerichtssaal 108 auf.

 

Anlass der Berufungsverhandlung: L. war wegen einer Attacke auf zwei Polizisten 2014 am Amtsgericht zu einer Strafzahlung von 700 Euro verknackt worden.


L. zu BILD: „Das kann ich nicht zahlen. Außerdem will ich rechtliches Gehör vor einem ordentlichen Gericht.“

 

Den Saal will sie aber nicht betreten, bleibt stattdessen auf ihrem Rollator sitzen: „Ich komme erst rein, wenn Sie Ihren richterlichen Eid schwören, sonst erkenne ich Sie nicht an“, tönt sie von der Türschwelle in Richtung Richterin.


Doch die lässt sich weder von L.s Forderung noch vom Gebrüll der Sympathisanten beeindrucken: „Da Sie nicht reinkommen, verwerfe Ihre Berufung.“

 

Eike L. muss also die 700 Euro Geldstrafe zahlen. Ihre Fans feiern sie trotzdem – als „Justizopfer“...