Verfassungsschutz bezeichnet Bündnis "Freiburg ohne Papst" als "linksextremistisch beeinflusst"

Erstveröffentlicht: 
30.05.2012

Das Landesamt erwähnt die Kritiker des Freiburger Papstbesuchs im September 2011 in seinem aktuellen Jahresbericht. Der Sprecher des Bündnisses ist empört.

 

Der aktuelle baden-württembergische Verfassungsschutz nennt das Aktionsbündnis "Freiburg ohne Papst" im Kapitel "Linksextremismus". Unter der Überschrift "Freiburger Autonome agitieren gegen Papstbesuch" werden zunächst Aktionen autonomer und anarchistischer Gruppen gegen den Besuch des Papstes am 24. und 25. September in Freiburg beschrieben. Anschließend heißt es: "Bereits im Vorfeld hatte sich das linksextremistisch beeinflusste Aktionsbündnis ,Freiburg ohne Papst’ von der Demonstration dieses Spektrums distanziert."

Der Landesverfassungsschutz verteidigte diese Erwähnung: In dem Bündnis seien auch Linkspartei und Deutsche Kommunistische Partei (DKP) Mitglied gewesen, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dapd. Der Sprecher von "Freiburg ohne Papst", Albrecht Ziervogel, widersprach der Darstellung durch den Verfassungsschutz: "Das ist einfach unzutreffend." Der Zusammenschluss sei getragen worden von der "Rosa Hilfe Freiburg", einem Verein, der für die Belange von Homosexuellen eintritt, den "Evolutionären Humanisten Freiburg" sowie vielen Einzelpersonen. Parteipolitiker seien bloß an einer Unterschriftensammlung gegen die Eintragung des Papstes in das Goldene Buch der Stadt Freiburg beteiligt gewesen. "Die haben uns ideell unterstützt", so Ziervogel.