[B] Vorläufige Auswertung zur Demonstration gegen den Polizeikongress am 16. Februar 2013

Erste Auswertung
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Am Samstagabend versammelten sich über 1000 Aktivist_innen in Kreuzberg um den Mariannenplatz herum und im gesamten 36 Kiez. Zivis hatten den Auftrag in der Umgebung alles zu beobachten, wo hingegen sich uniformierte Bullen vorerst bedeckt halten sollten. Pünktlich um 20 Uhr startete die Demonstration vom Mariannenplatz in Richtung Skalitzer Straße. Auf Höhe des Görlitzer U-Bahnhofes wurde unsere Demonstration von einer Berliner Hundertschaft angegriffen. Wir hatten uns auf verschiedene Szenarien vorbereitet, so zum Beispiel die Abriegelung des Startpunkts, ein enges Spalier oder ein stoppen durch Polizeiketten. Unsere Demo war bewusst kein „randalierender Chaosmob“, was durchaus möglich gewesen wäre.

 

Die Bullen suchten die direkte körperliche Auseinandersetzung und rannten an der Kreuzung Skalitzer-/ Oranienstraße frontal in die Demospitze rein. Ab diesem Moment wurden zwar Steine eingesetzt, wir waren aber nicht in der Lage den Angriff nachhaltig abzuwehren. Es erfolgte ein Rückzug in Richtung Mariannenplatz, wo weitere Bulleneinheiten seitlich in die Masse reinliefen. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Demonstration für Berliner Verhältnisse eine ziemlich große, geschlossene, vermummte und unkontrollierbare Masse. Keinesfalls beteiligten sich nur Autonome, sondern auch Jugendliche aus dem Kiez und einige andere aus politische Spektren, die polizeifeindlich eingestellt sind.

 

Da es nicht möglich war die Demonstration in diesem Moment durchzusetzen, bildeten sich ab 21:30 Uhr mehrere kleinere und größere Gruppen, die durch den Kiez zogen. Mit Beginn des dezentralen Konzeptes (Plan C) wurden am anderen Ende der Oranienstraße die Bundesdruckerei (ein Sponsor des Polizeikongresses) und die Senatsverwaltung für Soziales angegriffen, sowie eine brennende Barrikade davor errichtet, in der Paul-Junius-Straße in Lichtenberg ein Mercedes in Brand gesteckt, vor dem Abschnitt in der Werbellinstraße ein Streifenwagen angezündet, im Bereich zwischen Adalbert- und Melchiorstraße wurden Fahrzeuge von der Deutschen Bahn, Vattenfall und WISAG demoliert. Eine McDonalds Filiale in der Wrangelstraße erlitt Glasbruch, die Postbank in der Skalitzerstraße ebenfalls. Die Bullen versuchten alle weiteren Versuche von Spontandemonstrationen zu unterbinden, wobei im ganzen Kiez Barrikaden gebaut wurden und Steine flogen. Um 23:40 Uhr wurden am Görlitzer Park zwei Wannen mit Steinen angegriffen, zwischendurch gingen mehrere Sparkassen zu Bruch. Die Brücken nach Friedrichshain wurden dann von Hundertschaften besetzt, zwei Wasserwerfer und Räumfahrzeuge von Kreuzberg zum Bersarinplatz in Friedrichshain verlegt. Ganz Friedrichshain war von da an mit starken Zivilkräften und Wannen besetzt. In der Rigaerstraße brannten Mülltonnen und in der Nähe der Wedekindwache wurde ein Bullenwagen angegriffen, eine Person wurde dabei festgenommen.

 

Besonders unangenehm fielen uns wieder zahlreiche Fotograf_innen auf, die um jeden Preis Aufnahmen vom laufenden Schwarzen Block oder einzelnen Demonstrant_innen machen wollten. An dieser Stelle muss zukünftig ein konsequenteres Vorgehen gegen Fotograf_innen erfolgen. Nachdem bekannt wurde, dass die Bullen fast ein Jahr nach den M31 Protesten in Frankfurt am Main, Fotos und Videos beschlagnahmt haben; Fotograf_innen zu Vorladungen erschienen sind; nachdem bei Razzien teilweise unverschlüsselte Rechner gefunden wurden und zum Teil Material von den Fotografen freiwillig übergeben wurde; nachdem bei der Zwangsräumung in der Lausitzer Straße erneut unzählige unverpixelte Fotos von Aktivist_innen ins Netz gestellt wurden, war es kaum zu glauben, das gestern schon wieder unverantwortliches Fotografieren zu beobachten war. Zurecht wurde ein Fotograf angegangen. (Camover)

 

Wir werten die Demonstration als Erfolg, weil viele Menschen die Gelegenheit ergriffen haben ihrer Wut, auf die Vernetzung europäischer Polizeikräfte, freien Lauf zu lassen und weil wir die Problematik des Polizeikongresses eindrücklich in die Öffentlichkeit getragen haben. Es hat sich gezeigt, dass es Alternativen zu behördlich genehmigten Protesten gibt und dass unsere Bewegung weniger lethargisch ist, als sie oft wirkt. Wir konnten dem Gewaltniveau der Bullen gestern nicht folgen, dass wird eine Aufgabe für die Zukunft sein. Es liegt nun an uns allen, mehr Situationen und Erlebnisse wie diese zu schaffen, bei denen wir zusammenkommen. Insofern hoffen wir auch auf weitere Auswertungstexte von Gruppen oder Einzelpersonen.

 

An dieser Stelle solidarische Grüße an die Leute in Frankfurt, die am 15.2. eine Sponti gemacht haben.

 

Auf ein widerständiges Jahr 2013! Für einen schwarzen Februar!

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konsequenteres Vorgehen gegen Fotograf_innen

Aber ansonsten tickt ihr noch ganz richtig? Damit auch keiner eure Aktionen mitkriegt und ihr weiterhin in eurem Szenesumpf verharren könnt? Warum werden denn dann überhaupt Aktionen im öffentlichen Raum gemacht, wenn keine Öffentlichkeit gewünscht ist.

war richtig gut gestern! selten soviel schiss bei den bullen gesehen, wenns an große gruppen ging. bei den kleineren gabs natürlich umso mehr uffe fresse

zu "Aber ansonsten tickt ihr noch ganz richtig?"...

 

die aktionen werdem im öffentlichen raum auch wahrgenommen, wie sei mal dahingestellt, aber glaub mir, bei vielen schon ganz richtig... hier geht es im übrigen nicht um öffentlichkeit, zu den fotografen gibt es eine vorgeschichte und es wurde ja sogar noch im ticker vorher klar gemacht das nicht blindlinks die "szene fotografen" angegangen werden sollen. der rest der fotografen ist auch scheiss egal. "szene fotografen" sollen dokumentieren für die szene, als solches sollten sie sich auch an gewisse standards halten, geschiet dies nicht bzw. gehen einige nur einer sache nach und nutzen ihre nähe zur szene nur um damit geld zu machen, siehe schon wieder gewisse bilde im berliner kurier, dann sind diese fotografen auch nicht als "szene fotografen" zu betrachten. und ich muss wirklich keine disskusion mehr führen über fotografen von springer, bz und co.

 

die ganze disskusion artet aus anscheint und einige scheinen ein gespaltenes vehalten zu haben, was ich vielleicht mal runterbrechen will: wenn fotos eine identifizierung zulassen (auch die die nicht veröffentlicht werden und auf fotografen festplatten lagern) und diese den behörden eine identifizierung ermöglichen, dann sind diese zu viel! ein foto was nicht gemacht wurde, kann keinen schaden anrichten! punkt. das ist die grundausgangsbasis! alles andere kommt danach. sicher sollen sachen dokumentiert werden, aber: keine portrais, keine tele von leute, keine strafbaren handlungen fotografieren, im absoluten ausnahmefall aus der entfernung und dann nur wenn eine identifizierung nicht möglich ist. alle anderen fälle: CAMOVER! GAMEOVER!

Ein paar neue Namen für den VS, dank Umbruch Bildarchiv. Verantwortungsvolle "Szene Fotografen" machen sowas nicht:

http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/140213zwangsraeumung.html

stehen die nicht auch schon der sog. arbeiterfotografie aus nrw nahe die für ihre verschwörungskacke (haider, etc.) bekannt ist und die sich einen dreck um die antirepressionsarbeit scheren? hauptsache "soziale kämpfe" mit der "breiten masse"?

ich verstehe das problem nicht? die menschen in der blockade wurden im einvernehmen fotografiert. zudem passiert nichts verbotenes, keine teleportraits, etc. Wichtig ist doch, dass sich da eine bunte mischung der menschen aus dem kiez versammelt ...

Ich habe keine Lust darauf mich mit den Bullem "im Gewaltniveau" zu messen. Desweiteren finde ich es unglaublich ekelhaft wie hier ein Angriff auf Fotograf*innen gerechtfertigt wird. Wenn ihr euer dämlich legitimiertes Räuber  Gendarm Spiel unbedingt austragen müsst, dann lasst wenigstens die Anwohner*innen [kaputte Autos usw.] und die Fotograf*innen in Ruhe . Nicht das ich ein Problem mit Militanz hätte, bei euch scheint das allerdings zum Selbstzweck verkommen zu sein. Die eigentliche Würze der Sache ist weg. Schade eigentlich!

 

Zum Glück bin ich aus dieser Scheißstadt mit ihrer Scheißszene weggezogen!

 

Noch ein Witz zum Schluss:

Unterhalten sich Autonome wo sie bei den Protesten gegen die Polizeikonferenz die Bullen angreifen. Sagt der eine "Hey sobald die Bullen uns angreifen und auf keinen Fall vorher werden wir sie angreifen". Unruhe kommt im Plenum auf. Einer steht auf und stellt den Vorredner zur Rede und sagt " Jetzt hör doch endlich mal auf mit deinem Theoriegewichse"

Komisch, dass fast identischer Unsinn unter dem Artikel zur Ivi - Demo steht. Kommentare a la "Laternenputzer" - Rudi (E. Mühsam) feiern jetzt, wo immer mehr relevante bundesweite Themen auf "Linksunten" umgezogen sind, fröhlich Urständ. Spamer ziehen dann gerne auch mal mit.

 

Es eint in Kommentaren zu Ivi und Berlin: Wenig Inhalt, dafür umso mehr Beleidigungen oder Meckerei.

 

Dein identitärer Hass - Satz mit 2 x "Scheiss" in nur einem Satz offenbart für mich doch eher spätpubertäres Beleidigtsein, nicht Klargekommensein und völlige Vereinzelung. Alles "Scheisse" in Berlin, in zwei, drei Monaten ist es dann eine andere Stadt, eine andere "Szene". Wobei ich dann doch gerne mal "Szene" erklärt hätte. "Boheme"..., "Drogen"..., "Party"..., oder "Polit - Szene". Bei letzterem entlarvt dich dann auch schon dein Denken in vorrübergehenden zusammenhängen, denn in Klassen.

 

Wie auch unter dem Ivi - Artikel noch was Comedy - ein "Witz". Du wohnst garnicht mehr in Berlin. Woher also dein "Witz"? Selbst geschrieben, aus anderen Diskussionen recycelt oder ausm Bullenprotokoll?

 

Dass mit den "Anwohner - Autos" hast du nämlich von Springer. Hast es halt nur gegendert (fein gemacht) . Im Text steht was anderes.

 

Aber, wie schon erwähnt, du wohnst garnicht in Berlin, kommentierst also aus dem Off (Indymedia.de - Stil. Je weiter weg, je dümmer die Kommentare).

 

Dass ich als Anwohner wohl eher durch Yuppie - und Szenespinner aus Kreuzberg herausgedrängt werde, denn durch ein paar zerkratze Autos, brauche ich dir und der Springerpresse nicht erklären.

Super Demo. Das eine Unandgemeldete Demo mit min. 1000 Leuten (meine persönliche Einschäzung ca. 1200) durchgesetzt werden kann ist erstmal schon ein Erfolg!

Das die Bullen dann die Demo am Görli Zerschlagen haben ist nur ihre auffassung... Ich hatte das Gefühl das war das dümmste was die machen konnten. danach hatten die doch garkeine KOntrolle mehr.

Das Gewaltmonopol wurde gestern definitiv in Frage gestellt.

 

Dazu kommt noch, dass viele Unterschiedliche Menschen teilgenommen haben, nicht nur der übliche Szeneklüngel.

 

@anonym von 19:03.... Keiner Hat Probleme mit einem Bild von einer brennenden Barrikade. Aber wenn der Mensch, der sie anzündet fotographiert wird, muss der fotograph weggemacht werden!

Der Fotograf um den es geht wurde erst mehrfach aufgefordert sich zu verpissen. Als er dann nicht nur nicht abgehauen ist, sondern auch noch versucht hat, von einem Aktivisten eine nahaufnahme von seinem Gesicht zu machen wurde er von Leuten geschubst und hat eine bekommen. Dann ist er abgehauen.

Also ich bin der Meinung, dass ich das doch selber entscheiden können sollte, ob ich fotografiert werde oder nicht.

warum wird das nicht gleich so geschrieben? das ist klar! und wohl logisch. hat aber einen ganz anderen charakter als das was im haupttext steht.

... Transpis aus LKW-Planen mit eingenähtem Holzstange zum Tragen und Helme auf. Dann kann auch bis zum Ende demonstriert werden und die Cops sind etwas zurückhaltender.

http://youtu.be/6hsci_8AZIs
http://youtu.be/mdE8KhDIh9w

hier noch ein video von der sponti am 14.2.2013 wegen der zwangsräumung...
http://youtu.be/eYM0fHGKU5I

RBB rockt, besonders der Sachsen-Opi mit H&M Guevara-Mütze...

 

Absolutes High - Light aber immer noch der Kurier zum Tag der Proteste gegen Zwangsräumung:

 

"Das ist nicht Kairo, das ist Friedrichshain" (...wie aufm Tahrir - Platz)

 

Immer auf Höhe der Zeit 87/88 waren es Beirut und Belfast zum 1. Mai. Jetzt Kairo. Da geht nach oben noch was...

 

Übrigens wird der Polizeikongress von "rot - rot" aus Brandenburg unterstützt. Waren die bei der "alternativen" Rosa und Karl - Demo sozialdemokratischer und ex - kommunistischer Gruppen unlängst nicht noch kurz vorm Aufbau des Kommunismus...

 

http://www.jungewelt.de/2013/02-18/044.php

"so wars wirklich"... - schreibt die Presseabteilung der Berliner Polizei" von ihrem Schreibtisch aus und verlinkt zu den Ergebnissen ihrer eigenen Propagandavorgabe zu den Emmpfängern derselben. Zum RBB - der ja dafür bekannt ist (Vorsicht Sarkasmus!) das er "eigenständige Recherchen" betreibt und mit  den "Informationen der Polizei" kritisch und nachprüfend umgeht und "keinesfalls" deise Informationen manchmal "1 zu 1" unkritisch übernimmt.
Dann noch 2 Anwohner aus dem Schlaf geklingelt und sie selektiv ihre Beoachtungen über Sympthome der Ereignisse schildern lassen, und dann nochne Frage über die "Gewalt - natürlich nur der der Demonstranten" dazwischenstellen - diese Frage wird aber in der Sendung herausgeschnitten - und schon plappert der Neuberliner die Steilvorlage nach.  ...demonstrieren ja, aber wenn Gewalt dazu kommt dann ist das Scheisse... als ob er selbst schon lange das Bedürfniss hatte dies zu sagen wenn mal einer vonder Presse ans Fenster klopft!
Dann wird noch so lange auf offener Strasse nach einem debilen Opa gesucht der " als echter Kreutzberger" vorgestellt wird, der eigentlich nur zusammenstammelt das die "Jungs" alle Schwartz anhatten und ... immer hier in Kreutzberg, immer hier in Kreutzberg,... substanziell und geschlossen ist diese Aussage jedenfalls nicht.
Der nächste Passant der blöd genug war mit dem RBB zu reden, labert: ...also es gibt immer ein paar Idioten die am Rande solche Dinge machen, die haben doch mit der "Sache um die es geht" nichts zu tun!
Ich wage die Behauptung das der Typ nicht mal wusste, um was für "eine Sache" es bei der Demo ging! Aber so ist es wenn Yuppie und RBB sich ungestört und unhinterfragt "die Bälle zuspielen"!
Einen Moment lang hätte der Betrachter die Frage stellen können - ja, um welche Sache ging es denn eigentlich? - Aber das hat der RBB in seiner Reportage wohl wissentlich komplett ausgeklammert!
Das einzige Stichwort was dabei hinzugezogen wurde, ... gegen den eropäischen Polizeikongress...
Aber inhaltlich, substanziell - so wie mensch es auf der Uni lernt - Positionen auch inhaltlich gegenüberzustellen , hätte bedeutet über all das zu berichten was in den öffentlich zugänglichen Aufrufen jedem Menschen, also auch RBB Journalisten zugänglich ist, ...Gründe, Kritik, Vorgänge des europäischen und deutschen Polizeistaates der nicht nur am Abbau der Demokratie, an Überwachungs- und Unterdrückungsstrategien arbeitet, etc.
All das hätte mensch leicht im Aufruf zu dieser Demonstration und einer Umfeldrecherche der darin angesprochenen Themen finden können!
Aber! Das macht der RBB nicht!
Journalismus der den Namen verdient hätte ist dort nicht anzutreffen! Eher "Hofberichterstattung" und "verlängerte Propagandaabteilung der Berliner Polizei"!

Nunja, angesichts der "Verpixel" Diskussion musste ich etwas über den Aufruf schmunzeln.

 

http://polizeikongress2013.blogsport.de/2013/01/11/berlin-congreso-policial-europeo/

 

Irgendwie... inkonsequent ;)

;)

Teilweise habe ich hier wirklich den Eindruck, dass einige glauben, sie gehen auf eine Demo um einen "Erlebnisurlaub" zu machen.
Wer nicht erkannt werden will, hat sich entsprechend zu kleiden! Es liegt bei jedem selbst, ob er einen Schal um den Hals, oder 10cm weiter oben trägt.

Eine Demo ist eine öffentliche Veranstaltung. Ergo darf dort fotografiert werden. Ob dies jetzt einigen hier passt oder nicht.

So ist die Rechtslage.
Wir sind fast nie alleine als Fotografen unterwegs, sondern immer in einem Team, welches mindestens aus zwei Kollegen besteht. Ebenso wird immer ein Kontakt zur Demo und deren Teilnehmern gehalten.

Zusätzlich wird bei uns IMMER gepixelt. Was den Link im Umbruch-Archiv angeht, kann ich das "nicht pixeln" nicht nachvollziehen.
Nachdem ich lese, was hier abgeht, bin ich froh nicht in Berlin unterwegs sein zu müssen.
Einige sind dort ja scheinbar paranoid veranlagt. Hausdurchsuchungen bei Pressefotografen gab es auch in der Vergangenheit schon. Auch hier sind "Beweismittel" gesucht worden.

Was immer gern vergessen wird ist auch, dass die Bullen sich zusammenreissen, was Gewalt angeht, solange Presse in der Nähe ist. Aber soweit zu denken ist wohl auch nicht möglich.

Macht nur schön weiter so. Ich kann mir zumindest auch was besseres vorstellen, als mit euch durch die Gegend zu rennen. Wenns mir zu doof wird, können gern andere meinen Job übernehmen.

kannste mir erklären, warum wir, die leute aus dem kiez versteckt werden sollen, wenn es uns alle betrifft? zwangsräumungen gibt es über 20 am tag in berlin, wahrscheinlich noch viel mehr. ich wär froh, wenn die bilder noch mehr leute solidarisieren, weil doch nich die leute kriminell sin, sondern, das was da passiert.

gruß aus ner wohnung mit klage auf zwangsräumung

Du schreibst nicht in Berlin unterwegs zu sein, wie willst dus dann beurteilen? Weil die Presse/Fotografen immer Recht haben?

Ich lese Zeitungen/Zeitschriften und Internet. Fast 100% deiner schreibenden KollegInnen sind rechte Spiesser - Deppen oder verkaufen sich (und am Liebsten ihre Grossmutter gleich mit) journalistisch. Gleiches gilt für viele deiner FotografInnen - FreundInnen. Erzähl mir nichts von Moral im Presse - Kapitalismus.

 

Dass die Bullen sich zusammenreissen, ist absoluter Quatsch. Beim G8 in Heiligendamm und bei der IWF/WB - Tagung 88 in Berlin gabs für deine KollegInnen gleich eine mit aufs Maul. Frei nach Makarenko habt er da für ein paar Tage plötzlich "fairen" Journalismus entdeckt und eben so schnell wieder vergessen.

 

Du musst auch nicht mit uns rumlaufen. Deinen Job brauch ich nicht. Meiner ist jenseits der Denunziation, der Vermarktung jeglichen Punktes von Anstand und der Kapitalisten - Klasse nach dem Maul zu scchreiben oder fotografieren.

 

Korrekte Journalisten und Fotografen auf Demos sind ungefähr so häufig wie Brontosauren.

ich scheiß' auf die brd-rechtslage und wenn die leute dort nicht fotografiert werden wollen, dann ziehst du unter garantie den kürzeren, wenn du das nicht respektieren willst. und ob du die bilder irgendwann mal verpixelst, spielt auch keine rolle mehr, wenn dir der speicherstick vorher "verlorengeht". erzähl mir bloß nicht, dass du da 'ne echtzeitverschlüsselung installiert hast ...

Skalitzer Ecke Mariannenstraße musste ein Kessel mit 20-30 Leuten drinne wieder aufgegeben werden, kurz nach lautem Scheppern/Klirren aus Richtung Heinrichplatz, wohin die kesselnden Bullen dann rannten. Danke dafür.

 

Zum Fotografen: Von Nahem in den Frontblock zu knipsen ist das eine, auf den deutlichen Hinweis, dass das zu unterlassen sei, damit weiter zu machen, war jedenfalls total irre, da braucht man sich nicht über die Reaktion wundern. (Wobei, hätte es die Situation erlaubt wäre es sinnvoller gewesen hätte er die Kamera, bzw die Speicherkarte, verloren.)

Dies dürfte seine Teilnahme an einem Forschungsprojekt des Bundeskriminalamts erklären: Unter dem Namen "Multi-Biometriebasierte Forensische Personensuche in Lichtbild- und Videomassendaten" (MisPel) entwickelt das BKA Technologie zum Durchsuchen seiner Lichtbildbestände. Fotos aus dem Internet oder von Videos im öffentlichen Raum können mit Polizeidatenbanken abgeglichen werden - ein aus Sicht des Datenschutzes ungeheuerlicher Vorgang. Das BKA wendet die Technik bereits an.

 

Zudem kann man sich nicht immer vermummen, mensch vergisst bzw verliert im "Eifer des Gefechts" auch mal das Tuch, Schlauch usw.

Mir macht diese Tendenz Sorge! Bisher kannte ich solche offenen Drohungen gegenüber Pressevertretern nur von Faschos. Müssen wir uns als FotografInnen jetzt auf linken Demos mit der gleichen Vorsicht bewegen? Ihr radikalisiert Euch in eine falsche Richtung. Und  hier wird so vieles vermischt.

 

Dass Menschen nicht bei Straftaten fotografiert werden, finde ich eine Selbstverständlichkeit. Dass bei einer nicht angemeldeten Demo, bei der sich jede_r TeilnehmerIn schon an sich strafbar macht, ist genauso eine Selbstverständlichkeit. Dass keine Portraitaufnahmen von Menschen auf Veranstaltungen angefertigt werden, ist ebenso eine Selbstverständlichkeit.

 

Wenn ich auf Demos Menschen fotografiere, die z.b. ein Plakat oder Transparent halten, frage ich sie, ob das in Ordnung ist, und vor allem frage ich auch, ob eine Veröffentlichung ok ist oder ob  sie verpixelt werden wollen. Als ich kürzlich bei der Zwangsräumung zugegeben war, hat ein Kollege neben mir, der a uch angab, für die besagten Umbruchler tätig zu sein, z.b. mehrere Personen gefragt, die zugestimmt haben. Ich frage mich gerade, wer hier aus der Ferne  denn die Situation einschätzen und beurteilen und vor allem behaupten  will, dass nicht gefragt wird. Einzeln herausgestellte Fotos dürfen ohne Zustimmung gar nicht  veröffentlicht  werden.

 

Klar, eine Aufnahme der Sitzblockade selbst halte ich auch für zumindest fragwürdig. Andererseits hat sich die Blockade in der Lausitzer Str. selbst aufgelöst und es  kam- von einem  Zwischenfall abgesehen - zu   keiner problematischen Situation. Wieso sollten nicht Menschen fotografiert werden dürfen, die irgendwo rumstehen und bewusst etwas bekunden wollen? Kommt mir nicht mit dem Argument, dassLeute, die danach Straftaten begehen,rückwirkend identifiziert werden könnten. Wenn ich Straftaten begehen will, gehe ich vorher nicht auf auf e ine öffentliche Veranstaltung mit  Polizeibegleitung.

Zudem, es  war ein  Kiezwiderstand. Wer hier glaubt eigentlich seine persönlichen "Black Bloc" Maßstäbe, die ich übrigens beim Black Bloc  auch vollkommen respektiere, allen Kiezbewohnern überhelfen zu können? Das  Bündnis gegen Zwangsräumungen hat auf seiner Seite selbst sämtliche Videos gepostet, wo Leute zu erkennen sind. Und habt Ihr mal die Familie, die geräumt  wurde, gefragt, was sie von  Euren Aggressionen gegenüber FotografInnen halten? Es ist eben gar kein Win gewesen, weil die Räumung nicht verhindert werden  konnte.  Menschen mobilisiert mensch aber  nicht durch Aggression, die hier  immer wieder gezeigt wird. Die Drohungen gegenüber FotografInnen betrachte ich als versuch, das Thema Zwangsräumungen von der Öffentlichkeit fern zu halten. Deswegen bin ich mir auch nicht sicher, ob die anonymen Schreiber nicht doch Bullen oder Faschos sind.

 

Bei der Zwangsräumung standen neben den Leuten die Bullen und haben vermutlich alle im Großportrait gefilmt - die Identifizierung erfolgtbei der Polizei meist gleich vor Ort, die haben bessere Systeme als die Facebook-Gesichtserkennung, die sie danach auf Flickr-Streams von FotografInnen anwenden müssten (die Vorstellung ist an Naivität kaum zu überbieten).

 

Anti-Antifa Leute s ind ein Argument, wenn es um Antinaziaktionen geht. Aber da muss mensch sich eben entscheiden, ob er Arsch  in der Hose hat oder ob er lieber vor den Faschos  kneift. Die knipsen Euch auch. Und uns FotografInnen braucht Ihr da nix zu erzählen. Zwischen Euch und den  Nazis stehen die Bullen. Wir FotografInnen sind meistens für die Nazis in Reichweite und  werden auch immer fein von den Anti-Antifa-Deppen geknipst. Also  macht Euch nicht ins Hemd. Nazideutschland wurde nicht durch Leute  beseitigt, die Angst hatten zu ihrer Meinung zu stehen.  Ganz im Gegenteil. Und wenn jemand wirklich nicht geknipst werden will, kann er auch was sagen und mit mir und sicher auch mit anderen Fotografinnen reden.

 

Zu dieser krassen Trennung zwischen "Agentur-" und "BewegungsfotografInnen". Wo setzt Ihr die Grenze? Die meisten Polizeiübergriffe können wir  nur deshalb filmen, weil wir eben mit den Fotos unser Geld verdienen und den Bullen diesen dämlichen Presseausweis vor die  Nase halten können. Nur deshalb  nehmen sie uns nicht in Gewahrsam (meistens jedenfalls),  lassen uns hinter Absperrungen und ermöglichen uns, auch Polizeigewalt und -repression direkt festhalten  und verbreiten zu können.  Allein im  letzten Monat fallen mir 4 Veranstaltungen ein, wo das Geschrei nach FotografInnen g roß war, weil die Polizei mal  wieder nicht ganz korrekt gehandelt hat. Und das war letztlich eben nur möglich durch einen Bonus, der entsteht, weil mensch damit  nachweislich sein Geld verdient.

 

Ihr wollt, dass wir uns von Euren Veranstaltungen fern halten ? Ok, das  könnt Ihr natürlich gerne haben. Keine Bilder mehr von Polizeiübergriffen und dergleichen. Durch dieses Verhalten, was  hier gezeigt wird, erreicht Ihr aber  leider das Gegenteil als Verständnis bei den FotografInnen für Eure Situation. Glaubt Ihr, irgendjemand hat ein Interesse daran, Euch weiterhin auf den Bildern zu verpixeln, wenn hier offen mit Gewalt gedroht wird? Denkt einfachm al darüber nach. Zumal es mehr als ein großes Problem ist, dass Ihr offensichtlich normale soziale und Kiez-Proteste für Euch vereinnahmt und glaubt, diesbezüglich irgendetwas fordern zu dürfen.

 

Ich finde die Entwicklung jedenfalls  traurig,weil ich von der linken Bewegung eben anderes als von Faschos gegenüber Pressevertretern gewöhnt bin. Vielleicht solltet Ihr Euch kritisch mit dem Problem  auseinandersetzen - und Euer Problem sind NICHT die  FotografInnen, ganz im Gegenteil.

richtig

Solidarität mit den Fotograf_innen! Scheiß auf das Berliner Mackertum!

...laubt Ihr, irgendjemand hat ein Interesse daran, Euch weiterhin auf den Bildern zu verpixeln, wenn hier offen mit Gewalt gedroht wird?...

 

Drohst du uns etwa? Verwechsele mal nicht Ursache und Wirkung!
Und deine Nazivergleiche sind bei mir jedenfalls auch nicht geeignet "Verständniss" für deine Position zu entwicken.

Wir müssen uns Schützen vor "staatlicher Repression".Weil "Fotografen" deises manchmal nicht wollen, manchen es egal ist, und die dritte Gruppe es möchte aber manchmal dazu nicht in der Lage ist!
Wie die Fakten der "aktuellen M31 Fotografendurchsuchungen" doch zeigen.
Die ersten zwei Kathegorien bedrohen die Sicherheit von AktivistInnen wissentlich. Da sollte das Verhälltnis klar sein.
Der letzten Kathegorie sollte unsere Position und unsere Kritik einleuchten.
Am Ende bleibt, das ein Fotograf der meine "Sicherheit" gfährdet oder bewusst angreift weil er Bilder von mir in bestimmten Situationen macht, und nicht darauf reagiert, oder das ignoriert, IST EINE BEDROHUNG für mich! Das werde ich versuchen zu verhindern!
Ob euch das gefällt oder nicht!
Und tut nicht so als ob diese "Regeln" neu für euch währen. Es ist nur so das wir WEGEN dem Durck der aus der Richtung "indifferentes Verhallten von demofotografen und Bildauswertung der Bullen eben jener Bilder" , nun zunehmend selbstbewusster auf diese regeln bestehen und dese im Zweifelsfall auch durchsetzen.

Ein Aktivist der nicht ermittelt und unter Repression gesetzt wurde ist mir tausend mal wichtiger als ein "schmollender Fotograf" der auf die Veröffentlichung (auch Fame und finanziellen Erfolg) verzichten muss!
Ein Aktivist der nicht ermittelt und unter Repression gesetzt wurde ist mir am Ende auch wichtiger als das der Fotograf dann mehr Probleme von den Bullen bekommt ihre "Polizeibrutalität" zu dokumentieren!
Es scheint fast so als ob wir das Eine gegn das Andere eintauschen sollten!

 

Also! Die Sache ist (fast) so alt wie die Fotografie selbst!

Akzeptiert es einfach!

Die Zeiten werden härter - und ihr könnt nicht einfach so tun als ob es beine Biometrie und Bullen gäbe die sich eurer Bilder bemächtigen können!

"Drohst du uns etwa?"

 

Nö. Aber es gibt ein Versammlungsrecht und das erlaubt, Menschen auf Veranstaltungen zu fotografieren, wenn sie in großen Gruppen auftreten. Wenn man eben schon möchte, dass Fotografen hier Einzelwünsche auf Anonymität respektieren, dann erreicht mensch das nicht durch Drohungen. Darüber kannst Du mal nachdenken. Wenn Du Dich dadurch bedroht fühlst, dass Du auf öffentlichen Veranstaltungen gesehen wirst, bleib halt zu Hause. Das heimische Wohnzimmer ist für Menschen ohne Haltung immer noch der sicherste Ort, aber bitte hör dann auf von Revolution zu faseln.

 

Und ja, ich habe bisher jeden Wunsch jedes Einzelnen, nicht fotografiert oder verpixelt zu werden, respektiert. Und habe grundsätzlich vor, das weiterhin zu tun. Wenn aber weiter offen versucht wird, hier FotografInnen zu bedrohen, warum sollte ich dann noch Sonderwünsche berücksichtigen, wenn ich doch das Presserecht auf meiner Seite habe? Denk bitte mal über Geben und Nehmen nach. Dass sich manche hier zum Handlanger der Exekutive machen, indem sie die Repression der Polizei auf FotografInnen, die durch die Hausdurchsuchungen stattgefunden hat, fortsetzen, spricht auch für sich.

 

Der einzige Grund, warum ich übrigens Leute weiterhin fragen und bei Bedarf verpixeln oder nicht fotografieren werde, wenn sie das nicht möchten (dafür reicht mir übrigens schon ein Grund wie "Scheiße bin krank geschrieben, Arbeitgeber soll mich nicht sehen"), ist dass ich weiß, dass die nix dafür können, dass einige Leute hier total abdrehen.

Meine Meinung.

Ich hoffe, dass sich die Gemüter mal wieder beruhigen und wir künftig, wie vorher auch, zusammen etwas bewirken können!

Over and out!

Im übrigen braucht die Polizei keine FotografInnenbilder. Die stehen neben Euch auf der Demo und filmen Euch permanent. Die Hausdurchsuchung war Repression gegen DemofotografInnen, die Fotos von TeilnehmerInnen völlig sekundär. Und gekommen sind sie auf die FotografInnen, weil sie sie wie Euch eben vor Ort fotografiert und gefilmt haben. Ich verstehe nicht die Naivität, mit der Du hier den staatlichen Krieg gegen diese JournalistInnen flocker munter fortführst und tatsächlich annimmst, die Polizei bräuchte irgendwelche Fotos von FotografInnen.

Was hat das hier auf Linksunten zu suchen? Es gibt ein Hochgesang auf eine "vermummte Masse", das glorifizieren von Militanz (Zählt jede jede einzelne militante Aktion auf weil ihr es nur so dermaßen cool findet oder als Lückenfüller, da keine Inhalte vorhanden sind?). Auch Gewalt gegen Fotografen wird glorifiziert und dann nach dazu aufgerufen noch mehr Gewalt gegen noch mehr Fotografen einzusetzen. Wenn wenigstens irgendwelche Inhalte vorhanden wären, aber nein, die waren bereits im Aufruf ziemlich rar und nun scheinen sie garnicht mehr vorhanden. Als Anarchist muss man sich ja in Grund und Boden schämen. Hoffentlich werdet ihr bald volljährig und baut euren Hormonspiegel andersweitig ab und seht ein das jegliche Praxis ohne Theorie einfach Schwachsinn ist.

Was hat diese völlig inhaltsleere Glorifizierung von Gewalt auf Indymedia verloren?

Ich bin insgesamt sehr enttäuscht. Einserseits vom schlechten Auswertungstext, der nicht mal den Hauch einer Selbstkritik (ich hoffe da kommt noch mehr!) erkennen lässt, sondern einen "Erfolg" reklamiert, der in weiten Teilen eine Niederlage (Warum wohl konnte die Demo nicht weiter durchgesetzt werden?!) war. Und andererseits von der verfehlten Zielrichtung. Nicht umsonst wird von der Springer-Presse und anderen bürgerlichen Medien ein Vergleich zum 1. Mai gezogen, der sein emanzipatorisches Potential bereits seit Jahren verloren hat und zu einer Frust- bzw. Traditions-Veranstaltung degeneriert. Die am Samstag stellenweise zur Schau gestellte Macker-Militanz und einige unverantwortliche Aktionen im Kiez gehen mir echt auf den Keks.

Gegen 22 Uhr gelang es der Polizei, den Aufzug zu trennen. Die Taktik sei zwar aufgegangen, aber nur unter größter Mühe, sagte am Sonntag ein Polizist. „Am 1. Mai wäre das in die Hose gegangen.“ http://www.berliner-zeitung.de/polizei/polizei-festnahmen-nach-randale-in-kreuzberg,10809296,21858710.html

 

also am 1mai bitte auch nichts anmelden!

 

zu der foto-geschichte: merkwürdiger weise hat keiner der szene_fotograf_innen damit ein problem gehabt, denn es gab eine klare ankündigung vorher!!und die angegangene person hat vorher wiederholt in den block reinfotographiert und auch nach aufforderung aufzuhören weitergemacht. also wo ist das problem??

 

ansonsten schönes ding, das mit den anwohner autos ist scheiße, aber ansonsten hört sich die liste der angegangenen sachen gut an!

Ich weiß nicht, die Demo am 1. Mai nicht anmelden ?

Wär aber krass, es einfach mal drauf ankommen zu lassen, es würde dann bestimmt einen 1. Mai geben wie lange nicht mehr !

Es sind eher die jungen Leute die noch einen eher eingeschränketen Horizont haben, die positiven Erfahrungen von unseren Fotografinnen auch nicht verstehen wollen und einfach alles ablehenen, in Frankreich gab es auch mal solche bedenklichen Tendenzen, keine Zusammenarb mit der Presse, partout nicht! Als autonomer Aktivist bin ich gefordert micht temporär unkenntlich zu machen, nicht die alle Fotofrafinnen sind doof und handeln unverantwortlich. Diese jungen GenosInnen können auch nur Kommentare schreiben und schaffen es noch nicht einmal einen inhaltlichen Berichte für Indy zu schreiben., sie verteten auch nicht die seit Jahren geführten Diskussionen in autonomen Zusammenhängen, was Pressearbeit bei Camps und Kampangen angeht. Es wird halt anonym gepostet und nur kommentiert ohnen weitere Quellenangaben/ inhaltliche Diskussionen, ohne eine Substanz.

Aufgrund von Polizeigewalt sind Fotograf_innen auf Demos echt sinnvoll, aber nur wenn sie auch alle Bilder verpixeln und auch ihre Festplatten verschlüsseln wie es zum Beispiel der Fotograf aus Freiburg gemacht hat. Bei einigen Berliner Fotograf_innnen ist es jedoch so, dass sie zwar auf Flickr die Bilder verpixelt hochladen, aber die Bilder unverschlüsselt auf Festplatten lagern und sie auch rausrücken. Auch verkaufen sie Bilder von der ersten Reihe unverpixelt zum Beispiel an den Spiegel. Solange die Fotograf_innen es so handhaben, dass sie nur verpixelte Fotos hochladen und verkaufen und die Fotos auch auf verschlüsselten Festplatten lagern und nicht rausrücken, sehe ich kein Problem dabei, dass Fotos auf Demos gemacht werden. Da aber die Razzien gegen die Fotograf_innnen gezeigt hat, dass dem nicht so ist, muss ein neuer Umgang mit Fotograf_innen, die nicht verpixeln und verschlüsseln, gesucht werden.

Ich war am Samstag im hinteren Teil der Demo, als die Bullen angriffen sogar fast ganz hinten. Ich hatte – wie schon bei der Carlo-Guiliani-Demo – das Gefühl, dass das Interesse an der Demo selbst eher gering war bei den meisten Teilnehmer_innen. Es gab (bei uns) praktisch keine Ketten, keine Seitentranspis, teilweise sogar richtig große Lücken. Es fühlte sich an, als würden viele geradezu darauf warten, dass die Bullen kommen. Dafür gab es, als die dann da waren, umsoweniger einen Plan; Zumindest hinten war nichts von einem Versuch, die Demo durchzusetzen, zu merken. Die entstehenden Kleingruppen konnten allerdings immerhin dafür sorgen, dass die Bullen die ersten Festgesetzten des Abends wieder laufen lassen mussten – super Gefangenenbefreiung!

 

Ich würde mir wünschen, dass die Demo selbst – wenn die Aktion als Demo angekündigt wird – auch mehr als nur ein Sammelpunkt ist. Ich denke, die Durchsetzbarkeit einer Demo steigt, wenn zum Beispiel offensiver angekündigt wird, was die Route, oder wenigstens einige Zielpunkte sind (»Sagen was wir machen, machen was wir sagen«). Wenn die Demo angegriffen wird, ist es so viel leichter, sich wieder zu Gruppen zusammen zu finden, und für Leute, die nicht auf Kleingruppenaktionen aus sind, besteht so weiterhin ein Ziel und eine Motivation. Das steht einem Plan C nicht im Wege – die Kleingruppen waren wunderbar effektiv – aber ein bisschen länger versuchen, eine Demo zu machen, fände ich besser. Ein offeneres Konzept könnte auch nochmal ganz andere Leute mobilisieren, die Militanz ok finden, aber selbst nicht einsetzen wollen, oder nicht wissen, wie. In Bezug auf die militante Durchsetzung von Demos können wir glaube ich alle noch viel lernen – das wurde mir auch mal wieder deutlich, als sich am Donnerstag über 100 Leute in Neukölln von 5 Bullen haben aufhalten lassen, durch die sie locker hätten durchfließen lassen.

 

Ebenfalls möglich wäre es, bei Start der Demo einen nächsten Sammelpunkt zu kommunizieren, falls die Demo zerschlagen wird. Das kann dann auch gerne mal woanders sein – warum nicht mal 21:30 Kudamm oder Hackescher Markt?

Ich bin ebenfalls als Fotograf etwas hinter der Demospitze gelaufen und hab beide Zurechtweisungen an den besagten Fotografen mitbekommen.

- Die erste war "forsch-freundlich" durch einen Vermummten aus der Demo

- 2 Minuten später hatte der Fotograf erneut (auch noch mit Blitz :-) die erste Reihe fotografiert und wurde m.E. zurecht ein wenig gröber verwiesen. Bis auf 1-2 Demonstranten die ihn etwas heftig angesprungen sind, war die Reaktion in meinen Augen ok. Er hätte wohl auch mit etwas weniger Nachdruck aufgehört zu fotografieren, aber er hat es leider ein wenig zu sehr herausgefordert.

 

Die meisten der "angestammten" Fotografen haben sich ganz gut an die Ansage gehalten, was euch vielleicht dadurch aufgefallen ist, dass zwar ne Menge Fotografen mitliefen, aber die ersten 20 Minuten nur wenig fotografiert wurde.

 

Was sich als Konflikt zwischen Aktivisten und Fotografen wohl nie vermitteln lassen wird sind die fototechnischen Möglichkeiten jemanden nicht erkennbar zu halten, obwohl man mit der Kamera vermeintlich direkt draufhält. Damit meine ich nun nicht verpixeln, sondern Blenden- oder Bewegungsunschärfe.

 

So kann man mit großer Blende z.B. schön auf Blaulicht, liegenden Pflasterstein oder Bengalo scharfstellen und gleichzeitig trotzdem nicht erkennbare Demonstranten im Bild haben (extremes Beispiel - nicht von mir: http://blendenwerk.eu/wp-content/uploads/2011/09/DSC_7854_fraugruenejack...). Aber ich geb zu, dass sich sowas im Stress einer Demo nicht diskutieren lässt :-)

 

Das, als kurzer Beitrag eines hauptberuflichen Fotografen.

 

take care

guter kommentar, danke. auch für den mut als fotograf sich in die sache einzumischen und auch das verhalten des kollegen kritisch zu beleuchten.

eben, und im stress lässt sich das nicht disskutieren und so wie ich viele fotografen kennengelernt habe die selber bzw. angedockt an linke zusammenhänge operieren, ist auch ein verständniss da, in bestimmten situationen sich eher bedeckt zu halten mit der cam.

sind nicht anders als die von bz und co! wenn ich mir die flickr streams manch derer anschau frag ich mich ob die nicht zur uniformierten szene gehören (wenn das so weiter geht nenn ich die auch immer namentlich). da giebts so viel unverpixeltes zu sehen das die bullen garnicht mehr selber fotografieren müssen. außerdem wird auf anfrage auch noch geld von springer und co für diese fotos genommen ... tolle szene ... wir verkaufen uns selbst. also wenn ihr dann alle fotografen  - und ich meine alle - von den demos geprügelt habt oder gelernt habt euch zu vermummen und die fotografen gelernt zu verpixeln und zu verschlüsseln, dann könnte es auch mal wieder zu ner 1000 leutz demo kommen.

 

fotos für alle - aber verpixelt

die disskusion über die fotografen sollte an anderer stelle geführt werden, wie wäre es mal mit einer info-va zum thema? vielleicht aber wenn sich die wogen etwas geglättet haben :-)

zur demo: ich fand die demo sehr gelungen von dem punkt aus gesehen, dass seit einiger zeit versucht wird vom kunsumverhalten der meisten gruppen weg zu kommen. es zeigt sich eben, dass die einzelnen bezugsgruppen sich vorher wieder mehr gedanken machen müssen, wie sie an soetwas teilnehmen möchten.

zu irgendwelchen schwachsinnigen sachbeschädigungen kommt es leider immer, da kann mensch aber als mitlaufende genossen aber auch versuchen darauf einzuwirken, hat bisher auch immer gut geklappt wenn ältere mal nen rüffel geben. sonnst schien mir die quote der ziele recht gezielt gewesen zu sein.

25 festnahmen sind natürlich 25 zuviel. als aussicht auf den kommenden ersten mai sei gesagt, das es vielleicht auch eine option wäre, den protest mal nicht anzumelden, aber dann bitte auch ganz woanders, damit das touristen publikum gleich keine chance hat sich unter den protest zu mischen.

und an alle miesepeter: immer wieder nett anzusehen, wie viele vermeindliche "abgegessene" und "weggezogene" und "zum glück längst nicht mehr dabei" leute sich dennoch anscheint täglich auf den indys rumtreiben... ;-) es heisst zwar don't feed the troll, aber das ist auch weniger an die trolls als an die die darauf einsteigen, leider viel zu oft. glaubt doch den kack nicht immer, wer es so scheisse fand das er ernsthafte angst hat das sich die szene "in eine falsche richtung entwickelt" wird auch die mmöglichkeiten kennen, darauf einzuwirken und das ist sicher nicht indymedia.

Keine/r die/der irgendwie ernstzunehmen ist, wird eine Auswertung auf Indymedia machen. Linksunten ist eine Medienplattform, keine VV.

 

Warum sollte mensch z.B. auch mit Spamern, Bullen und VSlerInnen (wer weiss?) und Spinnern diskutieren wollen? Wer denkt, dass die hier nicht gerne ihren Senf zugeben, hat echt einen an der Waffel.

 

Also diskutiert die Fotofritzen (ich möchte z.B. nicht von antideutschen Leuten fotografiert werden, die gerne auch mal mit der Wehrmacht nach Afganistan fahren), aber nicht Inhalt und Struktur einer Demo. Bei vielen KommentartorInnen merkt man, dass sie weder in Berlin wohnen, noch auf der Demo waren.

Auf  Indymedia.de gefunden. Passt hier auch ganz gut rein.

 

 

"[..] Die Teilnehmerzahl ist völlig grotesk nach oben gelogen. Es waren nichtmal 1000 Leute.
Grenzen in der Mobilisierung sind da tatsächlich zu Tage getreten. Die Frage, die ihr euch stellen solltet ist: Warum sind so viele, die von der Demo wussten, nicht gekommen? [...] Zu keinem Zeitpunkt wurde die "Konfrontation mit der Staatsgewalt" gesucht, das hätte bedeutet Polizei anzugreifen bzw. diese massiv in den notwendigen Situationen zu bekämpfen bzw. abzuwehren. Das ist zu keiner Zeit geschehen. Die sogenannte "Anti-Polizei Demo" war eine "Anti-Fensterscheiben Demo". Man beschränkt sich darauf Fenster zu zerkloppen und nicht nur großen sondern auch kleinen Autos die Spiegel abzutreten und die Scheiben einzuschlagen. Dem Mercedesfahrer wurmt das vielleicht aber der hat eine Vollkasko die auch bei Vandalismus zahlt, der kleine Arsch hat keine Vollkasko und darf die Scheibe selber zahlen. Das Ganze wird dann noch schön mit dem Anarcho-A gekennzeichnet um das Ego zu polieren[...]. Hat aber auch was Positives, so weiß wenigtens jeder was da für Leute am Werk waren und kann differenzieren.

Sobald die Staatsgewalt in Form von Polizei dann auf den Plan tritt, ist von Konfrontation dann nur noch herzlich wenig zu sehen, eine Scheibe schlägt nicht zu und verhaftet auch nicht also wird bei Aufzug der Staatsgewalt der Arsch zugekniffen und gerannt[...]. Da werden dann auch schon mal Leute die nicht wegrennen und/oder tatsächlich die Konfrontation suchen, egal auf welche Art, umgerannt und zu Bullenfutter. Da hat jede Dorfhooligantruppe mehr Rückrad wenn es um "Konfrontation mit der Staatsgewalt" geht!

Außer Nacht- und Nebelaktionen und [...] pseudomilitanten Demos läuft doch seit ein paar Jahren nichts mehr. Der gebeutelte Proletarier schüttelt da nur noch mit dem Kopf und der kleine Glasereibetrieb, dem bei der Demo die Karre zerlegt wurde, kann zuseh'n wie er seine überlebensnotwendigen Aufträge jetzt erfüllt.

Am Ende steht wie seit Jahren die Frage an die "radikale Linke":
Was hat es effektiv gebracht? Wenn jetzt tatsächlich einer die Mär vom in Frage gestellten Gewaltmonopol runterleiert lach ich mich schlapp. Realitätsferner ginge es dann fast schon nicht mehr denn das wurde bei dieser Demo nicht im geringsten in Frage gestellt sondern beim Durchschnittsdeutschen Westberliner durch diese teilweise sinnlosen, ja geradezu idiotischen Zerstörungen auch noch legitimiert. [...]

Und 25 Festnahmen sind keine Kleinigkeit. Von Kleinigkeit bzw. wenigen Festnahmen reden nur Menschen, die von der Festnahme selbst nicht betroffen sind."

nicht bei Indymedia.de gefunden...

 

War ein mal ein Revoluzzer
im Zivilstand Lampenputzer;
ging im Revoluzzerschritt
mit den Revoluzzern mit.

Und er schrie: "Ich revolüzze!"
Und die Revoluzzermütze
schob er auf das linke ohr,
kam sich höchst gefährlich vor.

Doch die Revoluzzer schritten
mitten in der Straßen Mitten,
wo er sonsten unverdrutzt
alle Gaslaternen putzt.

Sie vom Boden zu entfernen,
rupfte man die Gaslaternen
aus dem Straßenpflaster aus.
zwecks des Barrikadenbaus. Aber unser Revoluzzer
schrie: "Ich bin der Lampenputzer
dieses guten Leuchtelichts.
Bitte, bitte, tut ihm nichts!

Wenn wir ihn' das Licht ausdrehn,
kann kein Bürger nichts mehr sehen.
Laßt die Lampen stehn, ich bitt! -
Denn sonst spiel ich nicht mehr mit!"

Doch die Revoluzzer lachten,
und die Gaslaternen krachten,
und der Lampenputzer schlich
fort und weinte bitterlich.

Dann ist er zu Haus geblieben
und hat dort ein Buch geschrieben:
nämlich, wie man revoluzzt
und dabei doch Lampen putzt.

Erich Mühsam

Den tagtäglich Ausgebeuteten, die wissen wollen wie es weitergeht, die nicht wissen wie sie ihre Wohnung, ihr Essen, den Kitaplatz, Strom, Gas und Kleidung bezahlen sollen kommst du jetzt mit dem Revoluzzer von Mühsam? Will heißen, Alter, Scheiß drauf, dein Kind muss nichts essen aber eine Gaslaterne musst du einschmeißen evtl. wird's davon satt?! Dann ist man also ein echter Revolutionär? Ist das peinlich. Das hat Mühsam sicherlich anders gemeint als du das verstanden hast. Mühsam wurde von den Nazis im KZ ermordet. Beschmutze sein Andenken  nicht mit solchem Kinderkack!

 

Solche Selbstherrlichkeit und Arroganz stinkt zum Himmel und zäugt von einem satten, vollgefressenen Wanst und einem fast schon perversen Egoismus. Außer Szenegewichse und gegenseitiges auf die Schulter klopfen für Nichts, hatte das keinen Effekt. Was hat diese ganze Nummer also gebracht? Nichts! Was war daran zukunftsweisend? Nichts! Was ändert das alles an der prekären Situation der meisten Menschen? Nichts! Welche Perspektive ergibt sich daraus für eine bevölkerungsübergreifende Vernetzung? Keine! Auf welche Art wurden dadurch Sympathien erworben? Gar nicht! Inwieweit kann dadurch die Politik beeinflusst und auf Klassenkämpfe eingewirkt werden um Verbesserungen unter den herrschenden Verhältnissen für die Ausgebeuteten zu erstreiten? Gar nicht! Welche Erkenntnisse ergeben sich daraus im Bezug auf eine Umwälzung der herrschenden Gesellschaftsordnung? Keine! Inwieweit konnte, und das war ja groß angekündigt, das staatliche Gewaltmonopol in Frage gestellt werden? Gar nicht! Und dein sinnfreises Kommentar bestätigt das alles...

 

Henkel sagt Danke und macht bereits mit dem Thema Wahlkampf. Der Bullenkongress hat damit übrigens für seine Vertreter und Freunde erst recht seine Berechtigung und nun auch gleich noch einen Punkt mehr auf der Tagesordnung.

 

Dazu kommt, dass nicht eine Laterne aus dem Boden gerupft wurde und auch nichts erbaut wurde was den Namen Barrikade verdient hätte, aber höchst gefährlich kamen sich da alle vor solange keine Bullen in der Nähe waren. Wahrlich nichts was für die Menschen eine Perspektive darstellt aber dafür auf jeden Fall etwas was den Herrschenden nicht im Ansatz gefährlich wurde und wird und in ein paar Tagen auch keinen mehr interressiert.

 

Ganz großes Revoluzzer- Kino eben!

 

Der Unterschied zwischen Leuten wie dir und mir ist, dass ich den Unterschied zwischen einem Revoluzzer, ob im Revoluzzerschritt oder nicht, und einem Revolutionär kenne! Ich nehme an, den kannte auch Mühsam....

 

Ich halte mich dann lieber an die Revolutionäre!

Gute Demo, sehr viele Leute, locker über 1000.Nächste mal vielleicht Ordner an den Seiten der Demo, die ein bisschen auf die Krawalltouristen aufpassen & zu recht weisen. Würde auch auf diesen Klassischen "Block" verzichten, ein Spontaner Mob ist Mobiler & kann Bullen absperrungen leichter umgehen, einfach dynamischer. Nächste mal wird besser, wir lernen aus unseren Fehlern. A_C_A_B , Kreuzberg steht hinter der Szene.