Limit für die „Booze Boys“ (Thüringen) - Keine Toleranz für rechte Musiker!

Band "Limited Booze Boys": 1.v. links: Mirko Kopper, 2.v.l. Tom Kroneberger, 2. v.r. Henning Haydt (Gründungsmitglieder)

Vor einigen Tagen erst wurde in der Sendung von Günther Jauch die Band "Frei.Wild" öffentlichkeitswirksam durch den Journalisten Thomas Kuban mit ihren völkischen und nationalistischen Texten als das entlarvt, was sie ist, nämlich alles andere als eine "unpolitische Band" wie gerne behauptet wird. Prompt reagierte die Band mit persönlichen Angriffen gegen den Jounalisten und versuchte mit einer schwammigen Gegendarstellung und diversen Distanzierungen sich von den Vorwürfen zu befreien, ein Schuss der nach hinten los ging. Auch andere Bands bedienen sich dieser Methodik, so z.B. die Band "Limited Booze Boys" aus dem thüringischen Stadtroda. Die Oi/Hardrockband versucht seit knapp drei Wochen sämtliche Vorwürfe, die auf Verknüpfungen ins rechte Milieu hindeuten vehement zu unterbinden. Doch "Limited Booze Boys" hat nicht nur mit Nazis zu tun, es gibt auch eine personelle Verbindung zum "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU), welche wir hier näher beleuchten wollen.


Seit 12 Jahren Oi bis Hardrock
Die Band "Limited Booze Boys", kurz "LBB" wurde 1999 in Stadtroda von Tom Kroneberger (Gesang & Booking), Henning Haydt (Leadgitarre), Mirko Kopper (2. Gitarre) und dem mittlerweile ausgeschiedenen Frank Langmann (Bass) gegründet, betreibt nach Eigenangaben "kraftvollen Hardrock mit keltischen Einflüssen". Bei öffentlichen Auftritten erscheinen die Musiker meist oberkörperfrei und mit einem roten Schottenrock gekleidet, musikalisch bedient man sich einem Mix aus Celtic-Metal, Hardrock und Oi, viele Lieder sind englischsprachig. Nach einigen personellen Wechseln sind alle Gründungsmitglieder außer Langmann weiterhin bei LBB verblieben und aktuell spielen noch zwei andere Bandmitglieder mit. Die „Künstler“ geben sich nicht nur als vermeintlich "harte Rocker", ihre Lieblingsauftrittsorte sind meist auch Bikertreffen oder direkt in den Lokalen von diversen Motorradclubs, gerne auch beim Stahlpakt MC, bei den Road Eagles, bei den Red Devils und beim Holzländer MC. Mittlerweile ist die Band populärer, spielt mitunter auch auf größeren Konzerten und ist sehr reisefreudig. Auch Jugendclubs stehen jetzt auf der Agenda. 

Grauzonen-Bereich und Bezüge nach rechtsaußen
Die Texte der Band kommen auf den ersten Blick unverdächtig daher, doch Teile der Band, dass Umfeld und auch das Klientel, was die Band anspricht, sind mitunter ziemlich rechtslastig. Mit der Identitätsstiftung durch die keltischen bzw. germanische Ursprünge, der Inszenierung eines gewalttätigen Männlichkeitskultes garniert mit homophoben wie sexistischen Äußerungen macht es sich die Band ja bereits im Grauzonenbereich gemütlich. Mehrfach haben Besucher_innen in der Vergangenheit bei Konzerten mit LBB ein entsprechend hohen Publikumsanteil aus dem rechten Milieu verzeichnen können, einige Zuschauer_innen berichteten mitunter auch von aggressiven Stimmungen und Drohungen im Publikum, gegen jene die nicht dem Habitus von Band und Fangemeinde entsprechen. Erst vor wenigen Wochen war das wieder Fall, als ein Zuschauer in einem Metallmagazin seine Eindrücke über die hohe Nazifrequenz und Bedrohungen im Publikum bei einem Auftritt im Jenaer „F-Haus“ schilderte. Die Band & Fangemeinde bliesen zum Gegensturm, veranlassten die Löschung der kritischen Zeilen und rührten im Netz die Werbetrommel gegen die „Schmierfinken“, die Booze Boys doch hätten keinerlei Nazibezüge. Wirklich nicht? Die "Limited Booze Boys" tragen nicht nur als Bandlogo ein eisernes Kreuz mit Totenkopf, sondern sind auch mit entsprechenden Tätowierungen übersät, die zum genaueren Hinschauen veranlassen. Beliebte Motive sind zunächst unscheinbar wirkende Wikinger, Totenköpfe und weitere eiserne Kreuze, beim weiteren Hinsehen in den bandeigenen Fotos fallen aber auch noch andere Dinge ins Visier, ein Keltenkreuz im "White Power" Stil im Nacken des Gitarristen sowie Logo & Schriftzüge der Neonazi-Band "Lunikoff" (Nachfolger von Landser) auf Armen und Rücken des langjährigen Bandbegleiters Marcel Knorr. Ein Blick in die Fangemeinschaft der Band bei sozialen Netzwerken spricht auch Bände. Doch auch mindestens ein waschechter organisierter Neonazi hat bei den Limited Booze Boys seine musikalische Heimat gefunden.

„Limited Booze Boys“, der Bombenfund und die Verbindung zum „NSU“
Seit dem Auffliegen des "NSU" wird in den Medien häufig die Kameradschaft Jena als Ursprung der mordenden Terrorbande genannt. Die später flüchtigen Neonazis fielen bereits in den 90er Jahren wegen Sprengstoffdelikten auf, dabei ging es u.a. um einen Puppentorso mit gelbem Judenstern und Bombenattrappe an einer Autobahnbrücke, Briefbomben und weitere Attrappen sowie das Auffinden von TNT-Sprengstoff. Eine derartige Kofferbombe mit Nazisymbolik wurde 1997 in Jena vor dem Theater gefunden. Die Ermittlungen der Polizei richteten sich nicht nur gegen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe sondern auch gegen die Jenaer Neoanzis Ralf Wohlleben, André Kapke und eine sechste Person. Bei ihr handelt es sich um Henning Haydt - dem heutigen Gitarristen der Band "Limited Booze Boys". Der in Rudolstadt geboren Haydt wohnt in Stadtroda, wenige Kilometer von Jena entfernt, er gehörte damals mit zum Kern der rechten Szene in der Region in und um Jena, war als gewalttätiger Neonazi wie auch als Besucher bei Rechtsrock-Konzerten bekannt. Auch er ist einschlägig im Zusammenhang mit Sprengstoffdelikten auffällig geworden. Bereits im Jahr 1995 gehörte er zu den Verdächtigen, gegen welche die Polizei im Zusammenhang mit einem im alten Jenaer Horten-Kaufhaus gefundenen Sprengsatz ermittelte. Weitere Verdächtige in dem Verfahren waren auch hier Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt, Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben und André Kapke. 1997 betritt die Polizei die Wohnung Haydts und findet Erstaunliches. Hintergrund ist, dass Haydt und sein "Kamerad" Robert W. am 7. Juni 1997 am Badeteich "Patschmühle" in Quirla, auf halber Strecke zwischen Jena und Hermsdorf mit einem Kassettenrecorder lautstark Nazilieder abspielten. Darunter Texte wie: "An der Nordseeküste, im arischen Land" oder "Stoppt den Jud Jud". Als einer der Badegäste die Nazis auffordert, die Musik leiser zudrehen, wird die Person von Henning Haydt und Robert W. angegriffen. Beamte der Polizeiinspektion Stadtroda nahmen die beiden schließlich fest, der Polizei-Einsatzleiter ordnete eine Hausdurchsuchung bei ihnen an, um zu prüfen, ob dort weitere neonazistische Musik auffindbar ist. Doch was die Beamten finden ist weitaus relevanter als die prognostizierte Nazi-Musik: Henning Haydt lagerte eine Rohrbombe, die mit Nägeln und Schrauben gefüllt war, wie später die Röntgenuntersuchung des LKA Thüringen ergeben wird. Außerdem: In Haydts Wohnung fanden die Beamten einen Atlas, auf der in Straßenkarten Orte mit Hakenkreuzen oder Davidsternen markiert sind. Die Markierungen bezogen sich geografisch überwiegend um KZ-Gedenkstätten in Deutschland. Den Polizisten wurde dann schnell klar, dass Haydt möglicherweise Bombenanschläge auf diese Einrichtungen plante. Die zuständige Staatsanwaltschaft Gera meinte damals jedoch, dass alle rechtliche Möglichkeiten nach der Hausdurchsuchung erschöpft seien, weiter ermittelt wurde also nur wegen der Volksverhetzung, für die Haydt später vom Amtsgericht Jena verurteilt wird. Auch im „Gutachten zum Verhalten der Thüringer Behörden und Staatsanwaltschaften bei der Verfolgung des „Zwickauer Trios““, dem so genannten Schäferbericht (Downloadseite: Innenministerium) vom Mai 2012 wird Haydt erwähnt. Auf Seite 54 wird aufgeführt, wie am 2. Juni spielende Kinder vor dem Eingang des Theaters im Schlossgässchen in Jena einen abgestellten rot lackierten Koffer, der mit schwarzen Hakenkreuzen auf weißen runden Grund versehen war entdeckten. Dessen Inhalt: ein Rohr mit ca. 10g TNT-Sprengstoff. Unter dem Aktenzeichen 114 Js 37149/97 ermittelte deswegen die Staatsanwaltschaft Gera u.a. gegen den „Limited Booze Boys“-Leadgitaristen Haydt.

Weiterer Sprengsatz in Stadtroda und NSU-Ermittlungen gegen LBB-Mitglied bis 2003
Der Bombenfund in Stadtroda bei Henning Haydt geschah im Juni 1997. Wenige Monate später, am 18. November 1997 wird ebenso in Stadtroda ein Sprengsatz in einer Unterkunft für portugiesische Gastarbeiter entdeckt. Ein Hausmeister findet diesen neben einem Heizungskessel. Doch weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft gehen zu diesem Zeitpunkt dem Verdacht eines Mordversuches nach. Ein damals beteiligter Polizist sagte dem MDR THÜRINGEN: "Ein ungeklärter Mordversuch aus der rechten Szene in Jena hätte 1997 schlecht in unserer Kriminalitätsstatistik ausgesehen." Bis heute konnte das ermittelnde LKA nicht klären, wer die Bomben neben den Heizungskessel gelegt hat, so der MDR im April 2012.  Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe tauchen im Januar 1998 unter, als die Polizei in einer von ihnen genutzten Garage in Jena mehrere Rohrbomben findet. Doch damit war die mehrbändige Akte des Thüringer LKA um Henning Haydt noch lange nicht geschlossen. Bis zum Dezember 2003 wurde gegen Henning Haydt im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe ermittelt. In dieser Zeit war Haydt schon vier Jahre lang Mitglied bei „Limited Booze Boys“ und hatte mit der Band bereits zwei Tonträger veröffentlicht. In der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Gera zum Verfahren gegen die Jenaer Naziterroristen finden sich neben Haydts Namen auch die Namen von Ralf Wohlleben und André Kapke. Die anderen LBB-Bandmitglieder scheinen offensichtlich die Aktivitäten von Haydt zu kennen und zu tolerieren. Während Ende 2003 das Ermittlungsverfahren gegen das gesuchte Nazi-Trio eingestellt und damit auch die Fahndung beendet wurde, schien die Band offensichtlich keine Probleme mit Haydts Vergangenheit zu haben. So wird er auf der damaligen Bandwebseite im Jahr 2004 bei Bildern zu einem Konzert im ostthüringischen Zeitz sogar als "kurzhaariger Bombenbastler" betitelt, eine mehr als offensichtliche Anspielung. Während sich die glatzköpfigen Keltenkrieger aus Stadtroda noch über die Taten ihres Gitarristen amüsieren explodiert kurze Zeit später in der Kölner Keupstraße, die als Zentrum des türkischen Geschäftslebens bekannt ist eine Bombe. Der Sprengsatz erinnert an den Fund in Henning Haydts Wohnung, auch die Bombe in Köln war besonders sadistisch mit Nägeln bestückt. 22 Menschen werden dabei verletzt, vier davon schwer, nur durch ein Wunder wird keiner getötet. Seit November 2011 ist bekannt wer die Täter sind: Henning Haydts ehemalige Kameraden, mit denen er einst selbst zusammen im Fadenkreuz der Ermittler wegen einer Bombe stand: Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt.

Kontakt zu NSU-Waffenhändler-Umfeld
Bei Henning Haydt fanden nicht nur mehrere Durchsuchungen im Zusammenhang mit Nazistraftaten statt, er wurde auch vom Thüringer LKA observiert. Dabei wurde offensichtlich auch ein Treffen mit Frank Liebau dokumentiert. Liebau betrieb mit seinem Kollegen Andreas Schulz den Jenaer Neonazi-Laden "Madley", welcher 2009 geschlossen wurde. Bereits 1998 versuchten die Madley-Betreiber einen weiteren Laden namens "Hatebrothers" in Jena-Ost zu etablieren, welcher jedoch nach sechs Monaten geschlossen wurde. Der Name "Hatebrothers" hat seinen Ursprung in der gleichnamigen Skinheadclique, welche in den 90ern in Kahla und Umfeld aktiv waren. Der Gruppe ist dem “Blood & Honour”-Umfeld zuzurechnen und nahm 1998 bei an einem „Blood & Honour“-Aufmarsch in Ungarn teil, zu den Mitgliedern zählten auch die Betreiber des Madleys. Die Wohnungen von Liebau und Schulz wurden im Januar 2012 von BKA und LKA durchsucht (Gamma). Einer der NSU-Helfer hat mittlerweile dem BKA gegenüber eingeräumt: Über das Ladengeschäft "Madley" erhielten die Flüchtigen Jenaer Neonazis Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe die tödliche Ceska 83 mit Schalldämpfer. Wie nun bekannt ist, wurden damit mindesten neun Migrant_innen ermordet. Jetzt jährt sich das Auffliegen des „NSU“ zum erste mal und was macht die Band "Limited Booze Boys" aus Stadtroda? Sie verbreitet weiterhin das Märchen, nichts mit Nazis am Hut zu haben. Die Band reagiert auf Kritik währenddessen mit der Unterstützung von Gewaltaufrufen. Erst am letzten Samstag konnte man dem Netzwerk Facebook entnehmen, dass den „Limited Booze Boys“ der Aufruf eines Fans gefiel, welcher dort forderte, die Kritiker von Limited Booze Boys („Schmierfinken“) einfach „an die Wand zu stellen“, sprich zu erschiessen.

Limit für die Booze Boys!
LBB verkündete übrigens 2003 auf der Bandwebseite, einen Sponsorvertrag der Streetwearfirma „Alpha Industries USA“ erhalten zu haben, seither posieren die Mitglieder bei ihren Auftritten meist in derartigen Textilien. Die Marke war über viele Jahre lang auch in der Naziszene beliebt, hat aber selbst keine Verbindungen nach rechts. Einige Bandmitglieder betreiben heute selbst einen Laden, der sich „Tattoo Stadtroda“ nennt - mit Sänger Kroneberger als Tätowierer und Gitarrist Haydt als Piercer. Die einzige bislang bekannte offizielle Absage erhielt die Band im Herbst 2011. Dort waren „Limited Booze Boys“ als Act beim „Höhlerfest“ am 1. Oktober, dem größten Volksfest in Gera eingeplant. Doch zwei Wochen vor dem Auftritt erhielt die Band eine Absage der Stadt. Wegen rechtsradikaler Bezüge sei die Band wieder ausgeladen worden. LBB beschwerte sich im sozialen Netzwerk Facebook mit den Worten: „So einen miesen Rufmord haben wir in unserer 12 jährigen Bandgeschichte noch nicht erlebt“, was an der Absage aber nichts änderte, die Band organisierte einen Ausweichort und benannte ihren Auftritt am selben Tag als „Festival des politischen Liedes“. Dass ausgerechnet die Stadtverwaltung von Gera, die ja nun nicht gerade für ihr antifaschistisches Engagement bekannt ist, die Band aus Stadtroda abweist, spricht ja eigentlich schon Bände. Viele andere Veranstalter sollten dem Beispiel vorran gehen und der Band einen Platzverweis erteilen.

Es kann daher nur eine Konsequenz geben: Limit für die Booze Boys! Nazis raus aus den Clubs und Jugendzentren!

Nächste Gelegenheit: 17. November 2012, die Band plant dann im Jugendhaus Neukirch im sächsischen Landkreis Bautzen aufzutreten (http://valtenbergwichtel.de/kultur-veranstaltungen/anstehende-veranstalt...). Nazi-Musikern ein Ende setzen! Turn it down!

Quellen: u.a. Webseite der Limited Booze Boys, Archiv-Seite archive.org, Facebook-Seiten von LBB & Bandmitglidern sowie die Webseite vom MDR Thüringen.

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Bei uns sind die auch schonmal aufgetreten und wir hatten auch den Verdacht, dass es Rechtsradikale sind, aber leider keine Fakten. Jetzt wird ja einiges klarer. Danke für den Bericht!

Oben sind ja schon zahlreiche Gründe genannt, die einen Rauswurf der Band aus Jugendzentren und anderen Veranstaltungsorten begründen. Ein weiterer ist: Mehrere Bandmitglieder posieren auf ihrer Facebook-Bandwebseite mit Textilien der Neonazi-Modemarke "Thor Steinar".

 

"Limited Booze Boys" - Der Sänger mit Textilien der Nazimodemarke "Thor Steinar" "Limited Booze Boys" - Rückenaufdruck der Jacke: "Division Thor Steinar", Nazimarke

Links der Sänger, Bandmitglieder in schwarzen und weißen "Thor Steinar" Jacken

 

"Limited Booze Boys" - Der Gitarrist mit Textilien der Nazimodemarke "Thor Steinar" "Limited Booze Boys" - Manager Koppermann und Leadgitarrist Haydt mit "Thor Steinar"-Textilien

Leadgitarrist Haydt und Manager Kroneberger in "Thor Steinar" Textilien

Wer denkt sich denn so ne Kacke aus?

 

Mit der Identitätsstiftung durch die keltischen bzw. germanische Ursprünge...

 

Darf einer denn nun nich mal mehr keltisches gut finden ohne in eine Ecke gepackt zu werden? Darf unsereiner noch nach Schottland fahren ? Und wenn ja, was soll ich dort besuchen? Darf es überhaupt noch schottisches, deutsches oder was weiß ich geben? Oder wollt ihr einen kulturlosen Einheitsmenschen der wohl eher nur dem Kapitalismus als Humankapital dienen darf?  Ich verstehs nich ... was hat keltisches mit Nazitum zu tun?

richtig lesen: dort steht nicht, dass keltentum gleichzusetzend ist mit nazis, sondern dass es sich die band damit in verbindung mit der inszenierung eines gewalttätigen männlichkeitskultes und homophoben wie sexistischen äußerungen bereits im grauzonenbereich gemütlich macht.

keiner wird dafür verurteilt, wenn er sich positiv auf keltentum,mythologie etc. bezieht. aber es ist doch nicht von der hand zu weisen, dass nordische mythologie, germanentum, keltentum  (eine vermengungen findet bereits von rechts statt) etc. zu identitätsstiftenten merkmalen auch bei nazis zum fest bestandteil der identitätsstiftung gehören, gerade was den heroisch-kriegerischen aspekt, körperlichkeit und gewaltbejahende traditionslinien oder begriffe wie ehre, kampf, stärke, stolz, etc. angeht. das ist doch auch nix neues, wenn man an die zeit nach dem 1. weltkrieg oder den NS direkt zurückt denkt, gab es dort doch schon unzählige fallbeispiele, in denen nazis beispielsweise germanische und heidnische Zeichen für ihre propaganda nutzten, nicht zu letzt um ihre ach so völkische verbundenheit in ihrem kriegischen unbesiegbaren volk zu demonstrieren. hitler bezeichnete sich doch auch selbst als heide und schwahnte in dem glauben, die germanische mythologie als die religion, die im dritten reich tragend sein sollte, empor zu heben. entsprechende symbole finden sich doch immer wieder bei alten und neuen nazis, ob das nun odin, thor und ragnarök von den germanen sind oder das keltenkreuz der kelten als symbol der "vormachtstellung der weißen rasse", gern auch im zusammenhang mit dem ku klux klan und "white power" bewegung genutzt. derartige mythologie dient doch sehr oft als transport für rechtsextremer ideologie, ob nun durch namen, symbole oder auf konzeptionell-weltanschaulicher ebene. dabei spielt es keine rolle welchen bezug du selber zum thema hast, nazis haben doch ihre eigenen ableitungen und interpretationen, aber dinge wie eine ideologie der gewalt, der durchsetzung des stärkeren ist doch auch ganz im verständnis der nationalsozialistischen auffassung des sozialdarwinismus. das ist keineswegs veraltet, auch heutige nazis springen da gerne drauf auf, das äußert sich beispielsweise auch in den stilelementen der nazimodemarke thor steinar, darin dass in thüringen nazis selber mittelalterfeste veranstalten oder dass 2011 nach der eröffnung des keltenmuseums in hessen ans licht kam, dass der sicherheitsdienst des museums aus neonazis, darunter auch einem npd landesvorstandsmitglied bestand, welche dort nicht zu letzt auch die "statue des keltenfürsten" bewachen durften. zu dem themenkomplex gibt es bereits einschlägige literatur, bei interesse einfach google benutzen.

du hast schon recht, das keltentum wird von rechts gerne missbraucht, wohl wahr. Ich bezog mich zu allgemein auf den Beitrag. Aber eine Frage habe ich dennoch immer wieder im Kopf;

 

Wenn ich reise und mir fremde Kulturen ansehe freut es mich immer regionale Küche, Menschen, Land und Leute kennenzulernen. Ich finde das wirklich gut, die Unterschiede der Menschen zu erleben. Schade nur das die Weltkonzerne überall ihre Fresstempel eröffnen und somit leider die einheimischen Eigenheiten verdrängen. (ich weiß anderes Thema). Wenn es ok ist keltisches positives zu leben oder sich damit zu befassen oder auch zu fühlen, ist es ja auch ok wenn chinesen sich ihrer Kultur hingeben, Türken ihrer und so weiter. Darauf meine Frage, gilt das auch für deutsche? Ich denke da immer an meine kindheit wo das miteinander, der friedliche austausch unter den Menschen einfach schön ist und auch somit eine bunte welt lebt .......Andererseits von Autonomen gerade all das abgelehnt wird. Deutsch sein - nein, aber Kurdistan und damit kurdische nationalitäten unterstützen, oder israel, oder  Tibet und und und

 

immer gleich im verdacht völkisch überheblich zu sein etc. daher mein einwurf. Überall wo ich hinkomme, in ghana sind die Menschen auf ihre heimat stolz, die schotten erst...iren, slowenen , die iraner oder in norwegen, türkei egal wo. stolz auf ihre heimat und so glücklich das sich wer für ihre heimat interessiert, dabei absolut gastfreundlich, beinahe ists mir da schnon peinlich, die teilen ihre speisen usw. Und dreck haben fast alle völker am stecken. deutsche sind da nich alleine.

 

wollts nur mal einwerfen

es gibt die leute die du ansprichst, nicht autonome sonder "Anti-Deutsch"!

 

less ma dieses buch:

 

http://www.amazon.de/Antifa-Geschichte-Organisierung-Mirja-Keller/dp/389...

 

dann weißte bescheid

 

heute gibs bei mir kartoffelsalat und flädlesuppe, lecker lecker

Wie bitte soll Keltische Musik und Hardrock mit OI zusammenpassen?Kann und der Autor bitte sagen welche Stellen ihn an OI erinnern?Das Oi nur ein anderer Name für Punk ist ist ihm wohl nicht klar.

 

ps:Mit Skinheads haben diese Typen auch nichts zu tun.

Wie das zusammen passt, fragst du am besten die Band selbst. Du kannst dir gerne das Lied "No Fight No Glory" der "Limited Booze Boys", anhören, da hast du deine Oi-Stelle.

Limited Booze Boys - Aktuelles Bandfoto  

 

Schöner Text! Ergänzend zu den drei oben genannten Bandmitgliedern noch etwas zu den beiden etwas neueren Musikern der Band auf diesem Foto: Der vierte ist Jens Hartmann alias "Harti" (der in dem Kostüm) und Bassist der Band. Der 5. Andreas Kretschmar alias "Wanze" im weißen Alpha-Unterhemd, er ist der Drummer von Limited Booze Boys. Zu den ersten Dreien wurde ja schon umfangreich geschrieben, interessant ist noch das der Gitarrist "Koppi" dem Tattoo auf dem Bild nach seinen Sohn "Ian" genannt hat, vielleicht ja nach seinem Musiker-Vorbild Ian Stuart, Kopf der Band Skrewdriver (B&H)?

Hm, sieht so aus als hätt das JH Wilthen das Konzert erstmal von ihrer Homepage genommen.

Mmmmhh...komisch, da gibt es Leute, die von Überfremdung reden, aber sich selbst einen ausländischen bzw. englischen Namen (Skinhead, White Power usw.) geben.

Und arabische Zahlen werden auch gerne benutzt....also besser das nächste Mal keine "88" oder so verwenden..:)

 

Tja, einige werde es nie verstehen wie dumm sie sind...:)

Um so wenig möglich Kritik laut werden zu lassen, setzen die Veranstalter jetzt auf eine konspirative Taktik: Am 9.11. haben die Verantwortlichen bei "Valtenbergwichtel e.V." die Konzerthinweise von der Homepage gelöscht, intern wird aber weiter mobilisiert, vor allem die Band forderte gestern ihre (überregionale) Anhängerschaft seperat öffentlich dazu auf, zahlreich zum Konzert anzureisen. Die Veranstalter haben klar gemacht, dass das Konzert auch weiterhin stattfinden wird. Und in so einem Umfeld soll Jugend- und Sozialarbeit stattfinden, ich finde es unverantwortlich und gefährlich!

Richtig, die Band bewirbt das Konzert auch weiterhin, auf ihrer Homepage und auf Facebook, siehe auch die Ankündigung von gestern mit dem bei Hooligans gern genutztem Schlachtruf "Sport frei!" in Neukirch (Screenshot):

 

Screenshot zu Limited Booze Boys

 

Die Betreiber von dem Jugendhaus Neukirch versuchen die Öffentlichkeit scheinbar an der Nase rumzuführen, hier wird bewusst getrickst.

Die Behauptung, wir setzen auf eine konspirative Taktik und treiben die interene Mobilisierung voran ist famos. Vielmehr haben wir die Veranstaltung seit Freitag nicht auf der Vereinshomepage gehabt, um Zeit und Raum für eine interne Diskussion bezüglich der gegen die LBB erhobenen Vorwürfe zu haben. Verlauf und Ergebnis der Diskussion kann man hier einsehen:

http://valtenbergwichtel.de/kultur-veranstaltungen/anstehende-veranstalt...

 

Anbei noch ein Auszug aus der Vereinssatzung:

 §1

... Unvereinbar mit der Mitgliedschaft im Verein ist die Mitgliedschaft in rechtsextremen Parteien wie etwa der NPD oder der CDU.

 

§2

... Der Vereien setzt sich ein für die Entwicklung und Verwirklichung humanistischer, sozialer und demokratischer sowie rechtsstaatlicher Denk- und Verhaltensweisen. Der Verein tritt auf gegen Faschismus, Rassismus, politischen Extremismus sowie andere menschenverachtende Auffassungen und Paraktiken

 

Zudem haben wir bei der Kommunalwahl 2009 ca. 3000 Flyer aus Spenden von Mitarbeitern & Mitgliedern finanziert und verteilt, welche sich gegen die beiden antretenden NPD Kandidaten gerichtet hat. Nicht zuletzt dieser Aktion ist es zu verdanken, dass die beiden "nur" auf 4,2% kamen und so den Einzug in den Gemeinderat verfehlten.

 

Vielleicht kann das ja Anregung für LINKSUNTEN sein, zukünftig auf Diskussion statt auf Kampagne zu setzen. Unsere Kontaktdaten sind offen im Internet verfügbar :)

"Die Behauptung, wir setzen auf eine konspirative Taktik und treiben die interene Mobilisierung voran ist famos.", dass passt aber kaum dazu, dass jener Verantwortliche des Vereins, Tilo Moritz noch vorgestern auf Facebook den LBB Kommentar "so leute nächsten samstag rocken wir alle das jugendhaus neukirch , hoffe ihr reißt zahlreich an wie immer , prost und sport frei :)" mit einem "Gefällt mir" markierte und Anfragenden am selben Tag per Email die Auskunft gab, dass es nur technische Probleme auf der Homepage von Valtenbergwichtel gebe, weswegen das Konzert da verschwunden sei (was nachweisbarer Unsinn ist, die Konzertmeldung wurde an 3 Stellen bewusst gelöscht, der Rest der Homepage funktionierte 1a). Moritz behauptete noch am Sonntag, das Konzert werde nicht ausfallen, sondern weiterhin stattfinden. Es ist egal wie viele Alibi-Flyer ihr macht, eure Auseinandersetzung ist offensichtlich nicht ganz ernst gemeint.

Wenn 3000 Flyer welche wir 2009 gegen die Nazibewerber für den Neukircher Gemienderat verteilt haben ne Alibi-Nummer sind verstehe ich die Welt nicht mehr. Das ist beleidigend und absolut unter der Gürtellinie gegenüber allen Leuten unseres Vereins, welche diese Flugblätter 2009 aus Spenden finanziert und in Läden und Briefkästen in ganz Neukirch verteilt haben und sich dabei offen mit alltagsexistenten rechten meinungsbildern auseinander gesetzt haben. Die Tatsache, das das Konzert von unserer Homepage verschwunden ist, hatte tatsächlich ihre Ursache in einer irrtümlichen Läschung des Termin bei Neueinstellung von Dates ab Dezember 2012. Das der termin danach nicht wieder online ging lag an der wie beschrieben stattfindenden Diskussion im Haus.  Technische Probleme haben wir diesbezüglich nie vorgeschoben. Die Behauptung, ich habe am Sonntag noch behauptet, das Konzert würde stattfinden ist schlcith gelogen da ich am Sonntag in keiner Weise dienstlich im Netz oder anderswo war sondern den Tag mit meiner Familie genossen habe. Im Übrigen erneuere ich an dieser Stelle nochmals meine Bitte, in dieser Sache persönlich ins Gespräch zu kommen. Ich habe diese Vorwurfsspirale im Netz einfach redllich satt. Wenn Ihr der meinung seid, die absolute Wahrheit und Unfehlbarkeit gepachtet zu haben dann kandidiert doch als neuer Papst  - der ist  qua Amt unfehlbar. Ehrlich Leute, ich habe es satt mich und unseren Verein sowie unsere grundsätzlich antirassistische und gegen Nazis gerichtete Grundeinstellung hier darzulegen und zu verteidigen. Jegliche weitere Diskussion führe ich nur noch persönlich - wenn ihr dazu den Arsch in der Hose habt.

Wenn ihr oder Leute in eurem Verein sich tatsächlich aktiv gegen Nazis engagieren, dann ist das mit Sicherheit lobenswert. Die Bezeichnung "Alibi-Nummer" von Ronny negiert bestimmt keine derartigen Bemühungen, sollte es sie gegeben haben, aber es täuscht doch nicht darüberhinweg, dass hier der Eindruck entsteht, dass du das dies einfach "alibimässig" anführst, so wie die Limited Booze Boys ihren Griechen, der ja wegen seiner Herkunft keine nationalistischen Einstellungen haben kann und damit die Band nix mit Nazis zu tun hätte, was völliger Irrsinn ist. Fakt ist: Am Donnerstag erschien dieser Artikel hier, kurze Zeit später, wurdet ihr über den Naziintergrund informiert und dann passiert folgendes: Noch am Freitagabend verschwindet "zufällig" die Ankündigung zu den Limited Booze Boys auf der Homepage, alle anderen Einträge sind stabil, als ihr darauf angesprochen werdet, erzählst du etwas von vermeintlich technischen Problemen und stellst dich als Veranstalter (in der Tat am Sonntag!) hin und vermittelst den Eindruck, dass Konzert fände nach deinem Willen unverändert statt, das machst du zum einen auf Facebook, zum anderen per Email. Keine Ahnung, warum du jetzt das Gegenteil behauptest, aber es entpuppt sich als Unwahrheit und das macht die anderen Ausführungen zum "Alibi". Ums nochmal zu untermauern, du erzwingst ja gerade zu noch den Beleg, hier ein Schnappschuss:

 

Screenshot zu Limited Booze Boys

 

Über eure etwas halbherzige Stellungnahme rede ich erst gar nicht, jemand anderes hat die ja schon treffend kommentiert. Beim nächsten mal einfach Vereinsintern auch etwas transparenter damit umgehen.

Ha, dann entschuldige ich mich. Hatte mich auf diesen Kommentar bezogen, in der Annahme, dass der Tilo Moritz (angenommen er war es wirklich), hätte die Satzung von seinem Verein richtig zitiert.

Nebenbei bemerkt ist die DVU keine eigenständige Partei mehr, sondern seit 2011 mit der NPD fusioniert.

Der Indymedia-Artikel hat Wirkung, das nächste Konzert der Band wurde damit offensichtlich verhindert. Zu recht!

Nach Angaben der Veranstalter entkräfteten Nachforschungen die Vorwürfe gegen die Band nicht und eine extra von der Band angefertigte Stellungnahme konnte "den Vorwurf, dass die Band mangelnde Distanz zu rechtsoffenen Personen/Szenen zeigt" nicht vollständig ausräumen. Es habe lebhafte Diskussionen um den Auftritt gegeben, die Entscheidung zur Absage fiel aber nicht wegen der offensichtlichen Naziverbindungen der Band, sondern weil die Angst bestand "Kritiker der Band  könnten auf andere Weise als dem geschriebene kritischen Wort versuchen, das Konzert zu verhindern". An der Stelle zeigt es ja, wie weit es her ist mit der Auseinandersetzung zum Rechtsextremismus beim Valtenbergwichtel e.V., im Zweifelsfall sind nicht Nazis und deren Sympathisanten das Problem, sondern deren Kritiker. Das kennt man ja.

Der Transparenz wegen sind an dieser Stelle die beiden Stellungnahmen angehangen, die von den Veranstaltern und die von der Band.

Veranstalter: https://linksunten.indymedia.org/en/system/files/data/2012/11/1496957415.pdf
Band: https://linksunten.indymedia.org/en/system/files/data/2012/11/1851559535.pdf

Zum Statement der Band:

Die Band nimmt im Grunde gar keine Stellung. Sie reagiert so gut wie gar nicht auf die belastenden Vorwürfe, sie ignoriert sie in der Stellungnahme schlicht. Das heist konkret: Keine Stellungnahme zu den NSU-Ermittlungsverfahren, keine Stellungnahme zu den Hakenkreuz-Bombenfunden in Jena,  keine Stellungnahme zur Nagelbombe bei Haydt, keine Stellungnahme zur NSU-Waffenhändlerverbindung, keine Stellungnahme zu körperlichen Übergriffen, keine Stellungnahme zu den kritischen Inhalten auf der Webseite, keine Stellungnahme zur Absage ihres Konzerts Okt. 2011 wegen Nazibezügen, keine Stellungnahme zur Teilnahme zu den Texten von MDR & Schäferkommission, keine Stellungnahme zu Nazi-Tätowierungen, keine Stellungnahme zu dem hohen Neonazi-Anteil im Publikum, keine Stellungnahme zur Bedrohung von nichtrechten Bandgegnern, keine Stellungnahme zu den homophoben/sexistischen Äußerungen und keine Stellungnahme zu den Anschlagsplänen gegen KZ-Gedenkstätten ihres Gitarristen.

Dass was die Band da als "Stellungnahme" hinklatscht lässt sich noch dazu in weniger als 10 Schritten als eine Mischung aus Verharmlosung, Lügen und Relativierung entlarven:

1.  In der Show würde nichts verbotenes gezeigt werden, Anmerkung: Das hat niemand behauptet.
2. Der Drummer sei ein Grieche und passt nicht ins Bild einer Naziband, Anmerkung: Ein überflüssige Bemerkung, denn es gibt auch außerhalb Deutschlands Neonazis, besonders in Griechenland (siehe http://bit.ly/TB3hm8)
3. Es gebe keine Infos, dass auch andere Bandleute von LBB Bezüge zur rechten Szene hätten, Anmerkung: Das ist falsch, es wurde mit Belegen dargelegt, dass sowohl Henning Haydt als auch Tom Kronenberger als auch Marcel Knorr entsprechend auffällig geworden sind. Im übrigen war der Band laut Homepage auch klar, das Haydt mit dem Sprengsatz zu tun hatte.
4. Henning Haydt hätte nur eine Straftat begangen und nie Kontakt zum NSU Umfeld gehabt, alle Angaben aus dem Bericht seien Mutmaßungen, Anmerkung: Das ist falsch, es handelt sich um umfangreiche Ermittlungen des Thüringer Landeskriminalamtes. Wer eine offizieller Quelle als Indymedia sucht, muss einfach nur auf die Seite des Mitteldeutschen Rundfunks und den Bericht der Schäfer-Untersuchungskomission, beides verlinkt, klicken.
5. Die Band listet "Rock gegen Rechts" Konzerte auf, bei denen sie teilgenommen hätte, bei genauerer Überprüfung stellt sich raus, dass es keine 1. "Rock gegen Rechts" Konzerte waren, sondern normale. Der Band sei ihr ein Blick in ihre eigene Auftrittchronologie oder Google angeraten. Wahrscheinlicher ist aber, dass sie hier einfach dreist lügt. Und 2. spricht die Band auch gar nicht davon, damit den Kampf gegen Rechts zu unterstützen, sondern sagt offen, sie wolle derartige "als Podium nutzen".
6. Die Bands diskutiert sinnlos über "Alpha Industries", dabei ist doch allen klar: Die Marke wurde in den 90ern besonders massiv von Neonazis genutzt, hat aber keine Verbindungen nach rechts, nichts anderes wurde behauptet.
7. Thor Steinar-Kleidung, die der Sänger trägt, sei eine ungefährliche oder unpolitische Modemarke: Das ist falsch, Thor Steinar ist eine ausgewiesene Neonazi-Marke, siehe Hintergrundbericht (http://bit.ly/SZM0TL, 40 Seiten PDF)
8. Die Band relativiert das Logo ihres "Roadys", wonach dieses nur ein Finger mit einem Buchstaben „L“ darstelle: Das ist falsch, es handelt sich um das Bandlogo der Nachfolgeband der Neonazigruppe "Landser" welche als kriminelle Vereinigung verboten wurde (Tattoovergleich siehe hier: http://bit.ly/T2hEkt), das Tattoo ist ein Erkennungsmerkmal in der rechten Szene
9. "Indymedia" wäre im Ausland gehostet und hätte kein Impressum, Anmerkung: Was hierbei das Problem sein soll, dass weiß wohl nur die Band selbst. Schlichtes Ablenkungsmanöver ohne Belang.
9. Die Band rechtfertigt sich für die Benutzung eines Konzerttitels: „Festival des politischen Liedes“, weil der Ursprung ja aus der DDR käme und somit gar nicht rechts sein könne, das hat erstens niemand beanstandet und zweitens, laut einer Studie,die gestern rauskam sind rechtsextreme Einstellung im Osten in den letzten zwei Jahren besonders gestiegen (siehe bit.ly/Sl7APk)

Eins wird auch nach der Absage deutlich: Kaum wurden der Band Grenzen gesetzt, schon werden die Hasstiraden neu entfacht. Auf dem Facebook Profil von "Limited Booze Boys" wird nach der Neukirch-Absage unmittelbar erneut durch andere Nutzer nicht nur zum Hass gegen Nazigegner aufgestachelt sondern auch deren Tod gefordert.

 

Absage Konzert

 

Die Band "Limited Booze Boys" bestätigt mit ihrem "Statement" nur diesen Indymedia-Artikel über Sie hier. Limit für die Booze Boys!

Ob Gera, Neukirch oder anderswo: LBB raus aus den Clubs!

Ich, Tom Kroneberger ,Sänger der Band „Limited Booze Boys“ möchte hiermit öffentlich Stellung

nehmen zu den Vorwürfen des „linksunten.indymusik.org“ - Berichtes.....

 

*hihi

Die Band verkündete vor einer Stunde auf Facebook, dass sie nach dem Rausschmiss nun ausweichen will. Der Ort bleibt Neukirch, konkreteres stehte noch nicht fest, wohl aber auf dem Gelände eines Motorradclubs. Man sollte vielleicht mal die örtlichen Behörden informieren und auf diesen Spuk hinweisen.

Interessant ist übrigens, dass der Betreiber vom Jugendhaus Neukirch, Tilo Moritz, heute Nacht bei Facebook der hier strittigen Band empfohlen hat, doch einfach in Neukirch im Motorradclub-Umfeld zu spielen (Kurz nach 0 Uhr, FB, Tilo Moritz: "hm, warum denn nicht die LBB beim alljährlichen Treffen der Motorsportfreunde in Neukirch"

 

Facebook: LIMITED BOOZE BOYS++MOTORKRAUT wird hiermit abgesagt

 

Zehn Stunden später verkünden die Rocker aus Stadtroda: es wird eine Ersatzveranstaltung am Samstag geben. Und wo? Bei einem Motorradclub in Neukirch. Besonders interessant erscheint das vor dem Hintergrund der Vereinsäußerung im obigen Statement: "Für den 17.11. wurde auf Wunsch zahlreicher ehrenamtlicher Helfer ein Konzert mit den Limited Booze Boys als Headliner vorbereitet. Diese Band war einigen Vereinsmitgliedern bei Bikertreffen angenehm aufgefallen" und der Tatsache, dass das Jugendhaus Neukirch auf seiner Homepage die "Motorsportfreunde Neukirch" als langjährigen Partner erwähnt, mit dem man verläßlich, konstruktiv und zielorientiert zusammengearbeitet hätte. Ob die Leute aus dem Verein da auch wieder mit drinnen hängen und nur eine Verlangerung anstreben oder sich daran beteiligen bleibt abzuwarten. Tilo Moritz, selbst Biker, zeigt durch seine Äußerungen aber einmal mehr, das man hier nichts gelernt hat, ganz nach der Devise "Mit Nazis feiern ist okay, besser nicht im Jugendklub, da könnten sonst Gelder gestrichen werden, lieber bei den Rockern nebenan" - die Fördermittel, so wurde es auf FB eingeräumt, waren tatsächlich auch einer der Beweggründe für die Absage.

Die Band schrieb am 15. November 2012 um 20:30 Uhr auf ihrer Facebook, dass sie (nach dem Rausschmiss in Neukirch) einen Ersatzveranstaltungsort gefunden hätten, dieser sei das Gasthaus "Kottmarschenke" in Eibau OT Waldorf, diesmal wieder verpackt als unscheinbare "Bikerparty". Eibau liegt in Sachsen, im Dreiländereck kurz vor den Grenzen von Tschechien und Polen, ca. 40min vom ursprünglichen Veranstaltungsort entfernt.

Interessant ist der Shitstorm der Anhängerschaft von den Limited Booze Boys, wenn man in soziale Netzwerke schaut und einen Blick auf die Seiten der Limited Booze Boys, die der Bandmitglieder oder die vom Jugendhaus Neukirch wirft, dann sieht man, wessen geistes Kind auch das Umfeld und die Fans sind. Mal unterschwellig, mal ganz offen:  An Homophobie, Rassismus, Sexismus und nationalistische Äußerungen wird nicht gespart. Hier einige Zitatbeispiele der letzten Stunden zur Konzertabsage auf der Facebook-Seite:

"solche Schwuchteln...die sollen sich andere Opfer suchen"
"eigentlich müßte man diesem Jugendhaus jetzt in den Arsch treten"
"Krankheit möge über die kommen, die sich nicht mal ein Bild von Euch gemacht haben !!! ja !!! und von mir aus auch TOD !!!"
"alter echt ne frechheit !!!! alles schwanzlutscher !!"
"Bei uns in Jena gab es nie eine Terrorzelle. Inszenierung der Medien. Hier gibt es nur Pfarrer, die ihre Anhänger gegen die Polizei hetzen und sich hinter Jugendhäusern tarnen"
"zecken"
"Jeder von uns,der noch ein wenig Nationalstolz in sich trägt sollte verstehen das es so nicht weitergehen kann (...) Wir müssen versuchen diese Störquellen zu eliminieren."
"wenn es Ernst wird stehen wir an eurer Seite. Sport frei."
"in diesem sinne verabschiede ich mit den in hooligan kreisen üblichen Worten : Sport Frei..."
"Bau ne mosche 20 kg Dynamit an Bauch dann darfst in diesem Land mehr wie die Menschen die hier steuern zahlen !!!!!"
"man sollte den Verantwortlichen dort nen richtigen Arschtritt verpassen, genauso wie sie es mit uns gemacht haben, schlimmer als die Regierung !!"
" Diese FOTZEN !!!! "
"das tut mir leid für euch !!!! würd ja gern was zur besserung beisteuern werd da aber auch nix ausrichten können denk ich mal !! bringt nur noch mehr probleme wen man da nen sender anzündet oder son scheiss :)"

Wenn die ursprünglichen Veranstalter, das Jugendhaus Neukirch, diese Debatte noch etwas mitverfolgen, wird ihnen vielleicht irgendwann einleuchten das nicht potentielle Kritiker der Band das Problem gewesen wären, sondern die Band und ihr Anhang selbst. Die Absage war wenn auch mit diffuser Begründung eine richtige Entscheidung. Da kann man nur hoffen, dass diese Eindrücke zukünftige Veranstalter davon abhalten werden, den Limited Booze Boys ein Podium zu bieten.

Mehrfach wurde von der Band & Umfeld jetzt im Internet behauptet, das die Server dieses Portals im Ausland stehen, ein Impressum verschleiert sei und dort jeder berichten könne, folglich hier alles über "Limited Booze Boys" ausgedacht sei und die Band nur "beschmutzt" werden solle. Dazu sollte schlicht gesagt sein, dass gerade in Zeiten von Vorratsdatenspeicherung, Massendatensammlungen, Homepageüberwachung etc. Anonymität ein hohes Gut und nichts negatives ist, was es gilt im Internet zu verteidigen. Um eine Alternative zu kommerziellen Medien zu schaffen bedarf es natürlich einer Plattform zur unabhängigen Berichterstattung, welche linksunten.indymedia gerecht wird. Selbstredend bedarf es außerhalb des deutschen Rechtsbereichs auch kein Impressum nach deutschem Recht, aber das ist ja auch nicht Gegenstand. Es gibt hier ein Moderationskollektiv, welches auch filternd eingreift, rassistische, nationalistische und sexistische Kommentare entfernt und offensichtliche Falschmeldungen löscht.

Die hier im Artikel wiedergegeben Äußerungen sind nicht aus der Luft gegriffen, sondern nachprüfbar, Quellen dazu sind angegeben. Auf Facebook sind zahlreiche der Neonazi-Textilien zu sehen, auf der Bandwebseite entsprechende rechte Tätowierungen, der MDR widmet sich ausführlich Henning Haydt aus Stadtroda, im Schäferbericht steht er ebenso, darüberhinaus gibt es auch noch Google, die Fotos hier sind alle Original, das kann jeder leicht nachprüfen, genauso wie die Äußerungen der Band auf ihrer Homepage und auf Facebook in den letzten Jahren. Die ganzen strafrechtlichen Sachverhalte zum Limited Booze Boys Gitarristen (Hakenkreuz-Bomben, rechten Anschlagsplanungen, reches Waffenhändlerumfeld, Razzien, Observation,... ) sind in den Akten des Landeskriminalamt Thüringen zur Flucht des NSU-Trios erfasst, dem MDR liegen diese dem Bericht nach vor. Die hier bekannt gewordenen Informationen sind keine Vermutungen sondern beweisbare Fakten, wie aus dem obigen Artikel hervorgeht.