Behind Enemy Lines auf dem 28C3

Nazi auf der Demonstration des AK Vorratsdatenspeicherung am 29.12.2011 in Berlin

Sexismus und Nazis auf dem CCC-Kongress in Berlin
Beim 28C3, dem diesjährigen Kongress des Chaos Computer Clubs unter dem Motto "Behind Enemy Lines", trafen sich wieder tausende Geeks und Nerds zum gemeinsamen Hacken. Viele der meist männlichen Teilnehmenden liefen mit einem selbstverliebten "Wenn ihr wüsstet, was für ein krasser Hacker ich bin"-Gesichtsausdruck durch die überfüllten Gänge und nur wenige störten sich an sexistischen Vorfällen. Unter ihnen befanden sich auch mindestens zwei Nazis, von denen der eine erst am letzten Tag in der Pause vor den letzten Veranstaltungen rausgebeten wurde. Erst nach zahlreichen Beschwerden und Interventionsversuchen gaben die "Engel" des CCC ihre Vogel Strauß-Taktik auf, aber auch da sahen viele von ihnen das Problem nur in der Nazikleidung und einer möglichen Rufschädigung und nicht in der Kongress-Teilnahme der Nazis.

 

Mit diesem Verhalten fällt der CCC Lichtjahre hinter seine Positionierung von 2005 [1] zurück, in der es heißt: "Vor sechzig Jahren, am 8. Mai 1945, befreiten die Alliierten Deutschland von der Herrschaft der Nationalsozialisten. Um die deutsche Mordmaschine zu stoppen, blieb am Ende keine andere Option mehr als die vollständige militärische Niederschlagung. Auch angesichts der Tatsache, daß die Logistik des Holocausts durch Hollerith-Lochkartenmaschinen vorangetrieben wurde, Züge auf ausgeklügelten Eisenbahnnetzen in die Vernichtungslager rollten und technikverliebte Nazi-Ingenieure an "Vergeltungswaffen" bastelten, ist heute klar, daß vollkommen wertfreie und ohne Blick auf gesellschaftliche Folgen geführte Gespräche über die reine Technik um ihrer Selbst willen nicht mehr möglich sind. Es geht beim Hacken um weit mehr als um Lötkolben und gcc, es geht auch um den Traum von einer besseren und freien Gesellschaft. Der Horizont der Hackerin und des Hackers geht weit über den Bildschirmrand hinaus."

 

Obwohl sich der CCC also in der Öffentlichkeit als antifaschistisch positioniert, sperrten sich die OrganisatorInnen des 28C3 vier Tage lang gegen den Rauswurf der Nazis. Die Anwesenheit von Nazi-Techies auf einem CCC-Kongress ist gleich aus mehreren Gründen ein Tabubruch. Nazis können dort Informationen über AntifahackerInnen sammeln. Nazis können sich dort weiterbilden und dieses Wissen an andere Nazis weitergeben. Durch die Duldung der Anwesenheit von Nazis verdrängt der CCC potenzielle und reale Opfer von Nazigewalt. Und schlussendlich gefährden Nazis auch den Ruf des Clubs, denn wer will schon mit Leuten zusammenarbeiten, die Nazis tolerieren?

 

"Kein Grund zum hyperventilieren"

 

Dabei war offenbar die Sorge um den Ruf das treibende Motiv hinter der Entscheidung für die Tolerierung der Nazis auf dem Kongress. Der für Security zuständige "Erzengel", in der klerikalen Nomenklatur einer der Koordinatoren der als "Engel" bezeichneten HelferInnen auf dem Kongress, nutzte seine Machtposition, um den Rauswurf der Nazis zu verhindern. Auch der Infodesk vertrat diese Position [2] und verhöhnte das antifaschistische Anliegen [3]. Erst zwei Stunden vor Ende des Kongresses, nachdem immer mehr TeilnehmerInnen interveniert und sich über die fehlende Politikverständnis des CCC empört hatten, wurde der offensichtlichere der beiden Nazis, die meist zusammen unterwegs waren, höflich hinaus gebeten [4] und dieses Handeln auch noch als vorbildhaft hingestellt.

 

Nach dem Ende des Kongresses wurde vermehrt auf diversen Onlineportalen über den Nazivorfall diskutiert [5]. Neben Kritik am CCC wurde antifaschistisches Handeln dabei oft als "Zensur" denunziert. Kritik wurde ganz allgemein abwertend als "Shitstorm" bezeichnet und AntifaschistInnen wurden wie NestbeschmutzerInnen behandelt. Obwohl der Nazi "Thor Steinar" und "Erik & Sons" trug [6] und auf Nachfragen seine Gesinnung offen zugab, wurde wiederholt eine Unschuldsvermutung angemahnt. Faschistische Äußerungen wurden teilweise sogar als Zynismus oder Ironie verharmlost, die von Nazis ausgehende Gefahr wurde häufig nicht ernst genommen. Selbst ein Kongress-Bericht der Nazigruppe "Spreelichter" scheint dem CCC keine Stellungnahme wert.

 

"Die moralischen Grundsätze, die uns als Club verbinden"

 

Um schöne Worte ist der Chaos Computer Club auch in Bezug auf Sexismus nicht verlegen. Die HackerInnen sehen sich als "galactic organization of all life forms" – zumindest auf dem Papier. Ein Blick ins bcc entlarvt diese Selbstdarstellung schnell als Wunschvorstellung, de facto dominiert die männliche Lebensform auf dem 28C3 [7]. Das ist aber nicht neu, im Gegenteil sollen dieses Jahr sogar mehr Frauen am Kongress teilgenommen haben als in den Jahren zuvor. Am Resultat ändert das jedoch nichts: der Kongress war geprägt von subtilem und offenem Sexismus. Schon die Sprache beinhaltete viele sexistische Elemente. Gegenderte Folien gab es kaum, das Publikum wurde mit "Hey guys" angesprochen, die "Fanboys" nach ihren Lieblingsprodukten gefragt und Blogger fefe verlieh wie jedes Jahr seinen "Balls of Steel"-Preis. Mehrere Referenten wussten Anekdoten von ihren depperten Müttern zu erzählen, fehlerhafte Software wurde mit den Codenamen "Gabi" oder "Mandy" bezeichnet. Dem durchschnittlichen Besucher dürfte die sexistische Sprache nicht einmal aufgefallen sein, zumindest lässt das Lachen auf die zahlreichen anzüglichen Witze darauf schließen.

 

Auch wenn sich einige Referenten über die Funktion ihrer sexistischen Witzen nicht im Klaren sein sollten, erfüllen die Zoten einen Zweck. Der Referent schafft durch sie eine gemeinsame Basis und ein Zusammengehörigkeitsgefühl: "Wir lachen über die gleichen Witze, wir sind aus dem gleichen Holz geschnitzt." In mindestens einem Fall wurde am Anfang des Vortrags diese Ebene unter Männern hergestellt und am Ende des Vortrags versucht, diese Männer als Studenten oder wissenschaftliche Mitarbeiter zu rekrutieren. Den Männern im Vortrag wurde signalisiert, dass sie an diesem Lehrstuhl keine Probleme aufgrund sexistischer Äußerungen bekommen werden. In Geek-Kreisen werden frauenfeindliche Stereotype [8] durch Filme und Serien geprägt und tradiert. Die wohl bekannteste Serie ist die britische Sit-Com "The IT Crowd" und aus eben dieser Serie könnte die Szene entnommen sein, die sich am r0ket-Stand abspielte. "lena" beschreibt das Verhalten der Geeks hinter dem Tresen auf Twitter: "Man wollte mir keinen Bausatz am Stand von Hackable Devices verkaufen, weil zu komplex und zeitaufwendig für mich...." [9]

 

"sexist bullshit during #28c3 bit.ly/vvg2lY :("

 

Bei der Vorführung eines 3D-Scans [10] forderte ein Mann aus dem Publikum, dass die Frau auf der Bühne nackt eingescannt werden solle, doch niemand warf den Sexisten vom Kongress [11]. Der Gipfel war der Vortrag eines OpSec-Engineers mit seinem Ratschlag zur Datensicherheit: "Don't fuck Swedish women" [12]. Das Publikum applaudierte genüsslich und der Moderator forderte sogar noch einen Extraapplaus, weil der Vortragende so wenig Zeit für seinen sexistischen Vortrag gebraucht hatte. Warum bleibt das Veröffentlichen von privaten Sexbildern über das Kongress-Wiki unwidersprochen? Wieso gibt es dort dezidierte Pornoserver? Warum werden Peniswitze hingenommen? Wieso wird Johlen bei einer Blowjob-Szene toleriert? Warum wird diese Szene in einem Vortrag referenziert und bei einer Filmvorführung gezeigt? Wieso hat das alles keine direkten Konsequenzen für die Sexisten? Dieser Sexismus ist ekelerregend und das Schweigen des CCC unerträglich.

 

Solange es auf Tech-Konferenzen einen dermaßen hohen Männeranteil wie auf dem 28C3 gibt, wird sich das frauenfeindliche Klima unter Männern, für die Sexismus kein Thema ist, nur schwer ändern lassen. Neben der Notwendigkeit einer Debatte [13] sollte mehr Frauen die Teilnahme an der Konferenz ermöglicht werden. Bisher gibt es weder bei der Kartenvergabe noch bei den ReferentInnen eine Quotierung für Frauen. Warum wird nicht die erste Hälfte der Karten bevorzugt an Frauen vergeben? Dabei geht es nicht darum, die Zweigeschlechtlichkeit zu zementieren, sondern die vorhandene Benachteiligung, Ausgrenzung und Diskriminierung von Frauen in unserer Gesellschaft und insbesondere in der Geek-Sphere [14] anzuerkennen und aktiv dagegen zu kämpfen. Da die Karten jedes Jahr ohne Quotierung nach drei Minuten weg sind, sollte es kein Problem sein, beim nächsten Kongress ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. Dass dieser Weg nicht gegangen wird, liegt an der Struktur des CCC: Für die mehrheitlich männlichen Mitglieder gäbe es dann schlicht nicht mehr genug Karten. Die Männer im Männerclub CCC wollen unter sich bleiben – eine bewusste, politische Entscheidung.

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spreelichter.info/blog/Behind_Enemy_Lines_28c3-1046.html

 "Tatsächlich wäre es auch fragwürdig, auf der einen Seite für eine offene Netzkultur einzutreten, auf der anderen Seite jedoch politisch Andersdenkenden das offene Wort verbieten zu wollen", warum sollte man die, die doch jegliche freie Meinungsäußerung unterbinden wollen, im Netz, sowie im "Real Life", tolerieren? Ihr Nazis habt doch noch nie verstanden um was es der Hackerbewegung geht. Klar, Spaß an der Technik wird immer eine Rolle spielen, allerdings steht doch der Tiefe Ruf nach Freiheit und Zugang zu jeglichem Wissen immer noch an der Spitze, aber was will man von Menschen mit dem IQ eines braunen Stücks Scheiße erwarten.

Tralala, tralala. (:

 

 (...) Zensur ist die primitivste Art, sich mit seinem Gegner auseinanderzusetzen. Wir haben doch die besten Argumente auf unserer Seite, warum sollten wir es uns also unnötig schwer machen?

Zensur und Verbote sind nur ein Zeichen der Argumentationslosigkeit und des Fehlens von Antworten auf die Fragen der Zeit!!!

Da waren also Nazis. Warum hat man die nicht einfach umgeboxt anstatt sich hier hinterher darüber auszuheulen?

Weil vielleicht nicht alle sich trauen Nazis umzuboxen? Weil die Securities den Eindruck machten, dass sie einen anschließend den Bullen übergeben würden? Weil es versucht wurde und die Nazis abhauen konnten? Es kann viele Gründe geben, die drei sind nur einige davon. Aber dein "ausheulen" zeugt von eben jener Macho-Attitüde, die in dem Artikel kritisiert wird. Die ist nicht nur unter Nerds, sondern auch unter Antifas sehr verbreitet.

Hausverbot ist eben auch nicht so schön und eigentlich sollte man bei so einem Kongress erwarten dürfen, dass die Nazis ohne große Widerworte rausfliegen bzw. die Securities Hand anlegen.

der CCC kein Rockertreffen abhält und "umboxen" da einfach mal garnicht zum Repertoire gehört.

Einer der Gründe, warum dieser "sexistische Fleischfresser-NPD-Parteitag" eigentlich eine ganz nette Veranstaltung ist.

Vielleicht für unpolitische Männer...

auch für diese. Da ein entsprechender Bevölkerungsteil ja hier eindeutig als Hauptzielgruppe entlarvt wurde, passt das ja irgendwie sogar ganz gut zusammen, am Ende.

 

Sieh es so: zwischen Weihnachten und Neujahr ist die Welt von allem Bösen bereinigt, da es sich im bcc trifft.

Atme nun frei.

Genau diese ignorante Art und natürlich die sexistischen Witze unter diesem Artikel, die dankenswerter Weise zensiert wurden, machen den Männerclub CCC so scheiße.

Genauso wie *indymedia* diesen Artikel verfasst hat, verfasst der *CCC* Kommentare hier... Mal ein bisschen Hirn einschalten, aber passt halt zu seinem neuen Feindbild...

Irgendwie hoffe ich ihr seid Trolle alles andere wäre mehr als peinlich...

Den Rauswurf von nem Nazi zu fordern is eine Sache, dem CCC Sexismus zu unterstellen, weil nicht mehr Hexen zum Kongress kommen ist dagegen einfach nur lächerlich. Die fehlen nämlich nicht nur auf den Kongressen sondern schon in den Studiengängen so traurig das auch ist.

Ich freue mich allerdings für die Verfasser/innen, dass ihr Weltbild nicht komplex genug ist, um ein Problem mit der von ihnen geforderten Diskriminierung von männlichen Teilnehmern beim Ticketkauf zu haben.

So und nicht anders.

So ein Blödsinn. Wenn Frauen zwei Wochen und nicht drei Minuten Zeit zum Ticketkauf hätten, dann wären viel mehr Frauen auf dem Kongress. Wie der Text schon ganz richtig analysiert und durch eure Kommentare bestätigt wird (Verunglimpfung von Menschen mit anderer Meinungen als "Trolle"), ist dies schlicht und ergreifend nicht gewollt.Erschreckend finde ich eher, dass eure Meinung im vorauseilender Unterwerfung auch von einigen Haecksen geteilt wird, da habt ihr ganze Arbeit geleistet im Laufe der Jahre. Wird Zeit das zu ändern.

...aber nicht durch Quoten oder geschlechterspezifische Bevorzugung beim Ticketverkauf. Sondern durch Eltern die ihre Töchter nicht in Kleidchen stecken und mit Puppen erziehen, während nur die Jungs Matchbox-Autos, Lego-Sätze und Chemie-Bastelsätze bekommen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass ein ET-Studium eine (fast) reine Männerveranstaltung ist. Und das obwohl es immer heißt "Frauen werden bevorzugt angenommen".

 

Dem CCC Sexismus vorzuwerfen und gleichzeitig beim Ticketverkauf eine geschlechterspezifische Behandlung zu fordern ist wenig emanzipatorisch.

> zeit dass sich was ändert...aber nicht durch Quoten oder geschlechterspezifische Bevorzugung beim Ticketverkauf. Sondern durch Eltern die ihre Töchter nicht in Kleidchen stecken und mit Puppen erziehen, während nur die Jungs Matchbox-Autos, Lego-Sätze und Chemie-Bastelsätze bekommen.

vollkommen richtig - aber wieso nicht beides? warum dieses abwehrverhalten gegen berechtigte kritik - 'wir ändern uns erst wenn die welt sich geändert hat' oder was soll das? ja, es gibt noch zu wenige frauen im IT-bereich. die tendenz ist immerhin (leicht) steigend - warum macht ihr denen dann den zugang zum ccc so schwer, in dem ihr eure 'höhöhö'-männerclub-anzüglichkeiten dort & hier noch verteidigt? 

 

und quotenforderungen als 'umgekehrten sexismus' zu bezeichnen, verkennt die ausgangslage: this is a men's world. das wird wohl niemand abstreiten. aber wer das ernsthaft ändern möchte, muss unter anderem an dieser ausgangslage anknüpfen. einige männer durch quote auszuschließen, um das verhältnis wenigstens beim kongress halbwegs zu korrigieren, macht die welt noch lange nicht zu einer 'women's world', in der männer 'sexismus' einklagen könnten. aber es würde dem kongress sicher gut tun. dazu muss manN allerdings auch bereit sein, einige praktische privilegien aufzugeben.

Offenbar habt ihr beide keine Kinder. Ihr werdet schon noch merken, wie es ist, wenn das erste Wort des Einjährigen zum Entsetzen der linksalternativen Eltern "Bagger" ist, und das Mädchen unbedingt ein Puppenhaus will. Sicher gibt es Ausnahmen, aber die Idee, dass geschlechterspezifische Präferenzen durchweg anerzogen seien, ist in ihrer Pauschalität nicht richtig.

 

Ansonsten: ich kann völlig nachvollziehen, wenn ihr findet, dass nicht nur zuwenige Frauen da waren, sondern auch zuviele männliche Nerds zum Kongress kommen, und ihr euch einen anderen Kongress mit einem anderen Publikum wünscht. Ich glaube, es wäre eine gute Idee, sowas zu organisieren, wohl besser als der Versuch, den xxc3 komplett nach euren Vorstellungen umzubauen. Lieber etwas tolles Neues schaffen als etwas Gutes zu zerstören. 

Sicher gibt es Ausnahmen, aber die Idee, dass geschlechterspezifische Präferenzen durchweg anerzogen seien, ist in ihrer Pauschalität nicht richtig.

Quelle?

 

Lieber etwas tolles Neues schaffen als etwas Gutes zu zerstören. 

Du findest also eine Veranstaltung die Nazis toleriert und Sexisten bejubelt gut?

Der Veranstalter hat weder noch und eindeutig Position bezogen. Gucke bitte darauf, wen Du kritisierst und obs nicht gemeinsame stärkere Feinde gibt. Wenn ich mir nun die Quellen deiner These:

eine Veranstaltung die Nazis toleriert und Sexisten bejubelt

angucke sind die ausgesprochen schwach und basieren auf persönlichem enpfinden.

Es mag vielleicht sein, dass bei einer Bevorzugung von Frauen beim Ticketkauf mehr Frauen auf dem Congress wären.

Mindestens eine Frau (ich) würde dann allerdings nicht mehr kommen, da ich nicht zum Congress gehe, um irgendwelche anderen Frauen zu treffen, sondern um die besonderen Geeks (Männer *und* Frauen) wiederzusehen, die ich dort jedes Jahr treffe und die nicht beliebig austauschbar sind.

 

Man kann auch eine Frauenquote für den Don-Kosaken-Chor fordern, aber dann darf man sich nicht wundern, wenn das Ergebnis etwas völlig anderes ist...

Da in http://pastebin.com/6a7i4a69 mein Kommentar missverstanden wurde: natürlich sind Frauen nicht langsamer als Männer beim Ticketkauf. Nur machen offensichtlich weniger Frauen als Männer den Ticket-Run mit, aber wenn sie zwei Wochen Zeit hätten, würden sich sicher mehr Frauen eine Karte kaufen.

frauen haben doch ganz genau so viel zeit, sich nen ticket zu besorgen, wie männer. wer zum kongress möchte, muss halt den ticket-run mitmachen. egal ob mann oder frau. das hat nichts mit sexismus zu tun, sondern einfach damit, dass die anzahl an eintrittskarten aufgrund der location und der finanzierung beschränkt ist und die veranstaltung sehr beliebt ist. und mal ganz ehrlich...ich glaube nicht, dass prozentual wirklich so viel mehr frauen auf dem kongress wären. egal ob der ticket-run 2 minuten, 2 wochen, oder 2 jahre dauern würde. das kann man nun sexistisch finden und es gibt sicherlich auch ne menge frauen, die gerne dabei gewesen wären, aber keine karte mehr bekommen haben. aber ich bin mir relativ sicher, dass es für jede frau, die das sagt, mindestens 4 oder 5 männer gibt, die genau das gleiche sagen.

"Nur machen offensichtlich weniger Frauen als Männer den Ticket-Run mit, aber wenn sie zwei Wochen Zeit hätten, würden sich sicher mehr Frauen eine Karte kaufen". beide teile des satzes sind natürlich richtig, haben aber einfach mal komplett garnichts miteinander zu tun. würde der ticket-run länger dauern, würden sich natürlich mehr frauen karten kaufen. aber noch viel mehr männer würden sich genauso karten kaufen und an dem verhältnis würde sich voraussichtlich genau garnix ändern. und wieso machen denn die ganzen frauen nicht mit beim ticket-run, wenn sie es alle unbedingt zum kongress wollen? mir geht einfach deine argumentation gegen den strich, weil sie genau garnichts aussagt. nur, dass mehr frauen sich tickets kaufen würden, wenn es mehr tickets gäbe...und das ist natürlich richtig, aber hat nichts mit sexismus zu tun.

Angenommen, es gibt insgesamt X Karten für den 29C3.

 

In der ersten Ticketrunde werden X/2 Karten bevorzugt an Frauen verkauft. Zum Beispiel so, dass in der ersten Runde X/2 Frauenkarten und X/2 AllGender-Karten reserviert werden können.

 

Wenn nun in den ersten zwei Wochen Y der X/2 Frauenkarten reserviert und bezahlt werden, dann sind automatisch die ersten X/2-Y AllGender-Karten ebenfalls reserviert und können bis zur dritten Runde bezahlt werden werden.

 

In der zweiten und dritten Runde könnte es wie bisher nur AllGender-Karten geben und first-come, first-served. Damit wären die Hälfte der Karten quotiert, aber kein Platz bliebe frei.

 

Frauenkarten dürften dann natürlich vor Ort nur von Frauen in Bändchen umgetauscht werden. So gäbe es nur eine Art Bändchen und die Zweigeschlechtlichkeit würde nicht durch Symbole verstärkt. Aber ich vermute, dass der Frauenanteil signifkant erhöht würde.

Blödsinn ist es eher Frauen  zu unterstellen, sie brächten mehr Zeit um Tickets zu kaufen als Männer. Wenn Madonna ein Konzert gibt sind die Karten auch ratz-fatz weg und Frauen werden dadurch nicht benachteiligt. Die Häcksen müssen wie alle anderen auch schnell sein.

Die alljährliche Veröffentlichung von (hauptsächlich) diversen Nazidaten: wie zB. Email-Adressen + Passwörter und Anschriften verhindert der CCC übrigens auch nicht. Desweiteren beschwert sich insbesondere Contanze Kurz (quasi Mitcheffin des CCC) regelmäßig über die geringe Frauenbeteiligung und steht offen sexistischen Äußerung (soweit ich sowas mitbekomme) eher "kritisch" gegenüber (http://hoohead.hoohost.org/2009/12/26c3-wir-kommen/).

"und Blogger fefe verlieh wie jedes Jahr seinen "Balls of Steel"-Preis"

1. Den Balls of Stell Award können auch frauen gewinnen (wie zB letztes Jahr)
2. Entstammt dieser einem sehr bekannten Computerspiel (Duke Nukem) in dem durch extreme überzeichnung geschlechter Cliches und Sexismus parodiert werden.

"Der Gipfel war der Vortrag eines OpSec-Engineers mit seinem Ratschlag zur Datensicherheit: "Don't fuck Swedish women" [12]. Das Publikum applaudierte genüsslich und der Moderator forderte sogar noch einen Extraapplaus, weil der Vortragende so wenig Zeit für seinen sexistischen Vortrag gebraucht hatte."

1. Wäre Assange Homosexuell und hätte deswegen mit 2 Männern geschlafen stünde da auch "Dont fuck Swedish Guys" und ihr hättet euch nicht beschwert.
2. Der Applaus hielt sich in Grenzen...
3. Der Moderator forderte keinen Extrapplau für die letzte Folie.
4. Der Moderator fragt sogar entsetzt "There is more ?".

Zum Schluss bleibt zu sagen, dass evt ihr nächstes Jahr einen Vortrag halten solltet - vorallem wenn ihr Frauen seid werdet ihr sogar bevorzugt werden (wie zB bei den Gameshows während des Congresses).
Ansonsten gab es auch auf der re:publica diverse VOrträge zum Thema Feminismus und Sexismus (http://re-publica.de/11/schedule/) ... es wird also auch aktiv an einer Besserung gearbeitet ...

Ich werde Punkt für Punkt versuchen auf deine Argumente einzugehen, obwohl es mir schwer fällt.

 

Zu 1. Dass der CCC die gehackten Kundendaten nicht zensiert ist nett und cool, aber inwieweit rechtfertigt dies die Duldung von Nazis beim Congress? Überdenke bitte deine Meinung gegenüber Nazis, bevor du solche Fakten zu relativieren versuchst.

 

Zu 2. Das ist richtig, dass -wie ich es mitbekommen habe - Constanze Kurz Sexismus, etc... kritisch gegenüber steht. Es sind ja auch nicht per se alle auf dem Congress scheiße. Die vorherrschende Meinung/Stiummung wird hier als eine sexistische dargestellt und dieses Gefühl hatte ich auch. Das heißt aber nicht im Umklehrschluss, dass alle Sexist_innen waren/sind.

 

Zu 3. Schön, dass den 'Balls of Steel'-Award auch Frauen bekommen können. Nur leider am Thema vorbei. Was sind denn Bitte 'Balls of Steel'? Genau auf solche sexistischen Sprachwendungen sollte hier eingegangen und diese thematisiert werden. Reflektiere bitte deine Sprache!

 

Zu 4. Duke Nukem (vor allem das aktuelle ;) ) wird häufig als satirischer oder überzogener Beitrag angesehen. Ich sehe das anders, da es viele Menschen gibt, die dadurch in ihrem sexistischen Mackertum bestätigt werden und diese Reflektionsleistung eben nicht hinbekommen. Ich persönlich kann dem Spiel durchaus diese Übertreibung / Persiflage zugestehen, jedoch ist es gefährlich, wenn diese Persiflage nicht reflektiert und für voll genommen wird. Das geschieht häufiger (z.B. bei satirischem 'Pornorap' *überdenke Anführungszeichen*) und sollte durch klare Statements verhindert werden (meine Meinung).

 

Zu 5. Auch wenn Assange LBGT wäre/ist, die Reduktion auf das rein geschlechtliche, wie auf den sexuellen Akt, bleibt bestehen. Vor allem befürchte ich, dass wenn Assange Sex mit einem Mann gehabt hätte, diese Tatsache beim Publikum für lautes Gelächter gesorgt hätte (Vermutung aufgrund der dortigen Stimmung). Außerdem wird die Anklage, dass Assange die Person vergewaltigt hat immernoch völlig außen vor gelassen, obwohl es hierbei noch zu keiner Klärung gekommen ist.

Ergo: Ich persönlich hätte mich auch beschwert, wenn dort 'Don't fuck with swedish guys' gestanden hätte, denn es wäre/ist genauso sexistisch. Ich glaube langsam du hast eine strange Vorstellung von Sexismus.

 

Zum Rest: Schön, dass daran gearbeitet wird, die oben genannten Kritiken abzubauen. Ich denke, dass diese Debatte dem 'CCC' (Orgateam, Helping hands......) die Möglichkeit gibt sich selbst weiterzuentwickeln und zu  reflektieren und vor allem: Daraus zu lernen. Sind ja fitte Menschen zumeist. Deshalb ist eine solche Debatte auch gegen den Willen vieler angesprochenen Personen notwendig, um eine einigermaßen gerechtere Ausgangssituation zu schaffen.

 

Und was ist mit den Vorwürfen an den Moderator? Es geht hierbei nicht darum, den Fall runterzuspielen, sondern dass der Moderator, der später auch noch explizit darauf reagierte, auf die gleiche Stufe oder zumindest als Supporter dargestellt wird. Was er definitv nicht ist. Das trübt die restlichen validen Argumente und führt eher dazu, dass Leute wie der Moderator dann wiederum kein Interesse haben, sich mit derartigen Artikeln auseindanderzusetzen.

Der Moderator gibt nochmals ein Statement zu dem genannten Lightning Talk ab: http://events.ccc.de/2012/01/03/public-statement/comment-page-1/#comment-73526 - Auch wenn dies in diesem Artikel hier völlig ausgeblendet wird, ja ihm sogar Support für den Sexismus unterstellt wird....

Habe das Statement auch gelesen (bzw. den comment) und finde ihn richtig.

 

Nur hat er in diesem Moment als er den Vortrag 'gefeiert' hat durchaus Sexismus zugestimmt und ihn unterstützt. Dass er jetzt darüber reflektiert hat und zu dem Schluss kommt, dass es falsch war, ist begrüßenswert. Dennoch stuft das nicht seine (wie er ja auch selbst berichtet) Unterstützung für Sexismus in diesem Moment herab. Dieser Artikel ist ja logischerweise chronologisch VOR Nicks Statement erschienen, ergo konnte das noch nicht berücksichtigt werden. Aber gut, dass du das mit ins Gespräch bringst. Ist ja nen wichtiger Teil der Reaktion seitens der Moderator_innen und des 'CCCs' <- Orgateam, etc...

Sein Statement am nächsten Tag (vor den Lightning Talks), sowie jenes des CCC am gleichen Abend wird aber nach wie vor ausgeblendet! Wieso?

 

Diese waren chronologisch VOR dem Artikel.

 

Und sein angebliches Feiern wird hier auch von diversen Kommentaren angezweifelt. Wie bereits angemerkt, fragt er sogar entsetzt, ob es noch mehr gibt? Sicher wäre eine bessere direktere Antwort angemessener gewesen, aber dies dann als "feieren" hinzustellen, macht den Artikel leider einiges unglaubwürdiger.

Nein, er fragte nicht "entsetzt", ob da etwa noch mehr komme. Sondern er wunderte sich darüber, dass der Referent trotz der knappen Zeit, die jedem Referenten/jeder Referentin bei den Lightning Talks zur Verfügung steht, bereits aufhören wollte. Aber er hat seine total unsensible Art, mit der er auf den Sexismus reagiert hat, ja bereits eingesehen. Deine Verteidigung sagt daher mehr über dich als über ihn aus.

Er fragte (die Tonlage lässt ganz klar auf eine Frage schliessen): "There is more?" Inwiefern ist dies "sich darüber wundern" ?!

 

Aber ja, wenn dein Argument zunehmend lächerlich wird, dann schön die Diskussionspartnerin attackieren. Angriff ist halt immer noch die beste Verteidigung

Ich habe eher das Gefühl, dass du nicht bereit bist, dich der Kritik zu stellen. Offensichtlich lacht Nick Farr nach dem Vergewaltigungswitz. Wenn er also "entsetzt" gewesen sein sollte, dann übertüncht er das mit Lachen. Ich habe allerdings eher das Gefühl, dass er wie viele Moderatoren die übliche Reaktion auf einen sexistischen Witz gezeigt hat: mitlachen and the show must go on. Am Ende klatscht er ja auch nochmal und unterstreicht seine Verwunderung über die wenige Zeit, die der Referent gebraucht hat, mit einem ehrerbietenden "wow" und der Bitte um mehr Applaus für den Sexisten. Aber wie gesagt: er hat das ja bereits eingesehen.

und dies bereits vor diesem Artikel. Was aber komplett unerwähnt blieb, wie auch das Statement des CCCs am selbe Abend. Aus welchen Gründen auch immer...

sowas aber auch

Nur immer schön davon ablenken, darauf eine Antwort geben zu müssen. So einfach umschifft man ein Eingestehen eigener Versäumnisse. Leider ist deine Diskussionstaktik zu einfach zu durchschauen... Und ja beleidige mich nun ruhig weiter als ganz schlaue Person...

Na dann breite doch mal deine Theorie aus, warum die Kurzstatements, die nur einen Bruchteil der BesucherInnen erreicht haben, hier nicht erwähnt werden. Und dann kannst du sicher auch gleich noch erklären, warum jeder sexistische Witz gestreamt wurde, aber gerade diese Erklärungen nicht.

um keine antwort geben zu müssen. ich mach das nun auch einfach so...

Beredtes Schweigen zu Sexismus. Du armer Mann.

Zu 1. Es ging mir nicht darum, den Vorgang zu relativieren (auch wenn ich verstehen kann wie man zu solch einem Schluss kommt) sondern ein vollständigeres Gesamtbild der Situation zu liefern. Habe mich da wohl nicht deutlich genug ausgedrückt.

Zu 2. Es ging auch hier wieder mehr um das vollständige Gesamtbild - es kennen sich ja nicht alle so gut um CCC Umfeld aus.

Zu 3.

Zu 4. Wie hoch darf man denn die allgemeine "Reflexionsleistung" der Menschen einstufen ?

Zu 5. Ich finde es gut, dass du dich auch beschwert hättest wenn dort "Dont fuck with swedish guys" gestanden hätte.

Insgesamt muss ich wohl noch sagen, dass ich die Kritikpunkte vollständig nachvollziehen kann und natürlich Nazis und Sexismus auf dem Congress (oder sonst wo...) nichts zu suchen haben. Ich wollte meinen Beitrag weniger als Kritik sondern mehr als Vervollständigung (oder so) sehen.

btw: Kann es sein, dass die Formatierung eines Beitrages nicht funktioniert wenn man Javascript deaktiviert ?

Ja, der WYSIWYG-Editor funktioniert nicht bei deaktiviertem Javascript. Du müsstest den Kommentar in HTML schreiben, damit es vernünftig aussieht. Oder darauf hoffen, dass jemand von den Mods es repariert.

Erstmal dann danke für die Vervollständigung.

 

Zu 4. Ich denke, dass Produzent_innen in diesem Fall durchaus eine Verantwortung gegenüber den Konsumierenden besitzen. Deshalb erwähnte ich bereits, dass klare Aussagen geschaffen werden sollten (ein 'Hate Sexism' auf der Rückseite der Packung von Duke Nukem vllt? Keine Ahnung, gibt sicher noch ästhetischeres ;)). Dadurch kann dann 'Satire' betrieben werden, die jede_r versteht.

Zu 5. Auch wenn Assange LBGT wäre/ist, die Reduktion auf das rein geschlechtliche, wie auf den sexuellen Akt, bleibt bestehen. [...] wenn dort 'Don't fuck with swedish guys' gestanden hätte, denn es wäre/ist genauso sexistisch.

Wo ist dein Problem? Warum soll die Rede vom sexuellen Akt per se sexistisch sein? Und wo in der LBGT-Hypothese wäre diese Reduktion? Es wäre ein kleiner Witz zu einem umfangreichen Thema, was beim Congress sicher allen bekannt war.

Außerdem wird die Anklage, dass Assange die Person vergewaltigt hat immernoch völlig außen vor gelassen, obwohl es hierbei noch zu keiner Klärung gekommen ist.

Nope. Die Anklage wird möglicherweise außen vor gelassen, weil es noch zu keiner Klärung gekommen ist. Solange er nicht rechtskräftig verurteilt wurde, gilt Assange als unschuldig. Alles andere wäre ein krasser Bruch rechtsstaatlicher Prinzipien. In diesem Fall ziehe ich persönlich durchaus die Möglichkeit in Betracht, dass der Vorwurf konstruiert ist, um Assange bzw. WikiLeaks zu schwächen. Alles weitere wird nicht von dir und nicht von mir, sondern von unabhängigen Gerichten entschieden werden.

Also ich glaube du verstehst nicht so ganz das Problem. Genau diese sexistischen Witze, die 'alle schwedischen Frauen' herabstufen sollen kritisiert werden. Genau das ist sexistisch, weil sie nur in Bezug auf ihre Sexualität herabgestuft werden. Das ist die einzige Kategorie, die angesprochen und thematisiert wird. Deshalb ist und bleibt diese Aussage 'Don't fuck with swedish women' per so pauschal und sexistisch (bei 'guys' genau das selbe).

 

Die dadurch geschaffene Stimmung ist aufgrund der pauschalen Reduktion eine sexistische und damit für mich abzulehnen.

 

Die Frage 'Und wo in der LBGT-Hypothese wäre diese Reduktion?' verstehe ich ehrlich gesagt nicht, kannst sie ja gerne noch ausführen.

 

Dass Assange jemanden womöglich vergewaltigt hat, wird bei der Antwort als gegeben vorausgesetzt, das fiel mir auch auf und ist wahrscheinlich nicht so gemeint, weil wie du schon richtig erwähnt hast, die Fakten eben noch nicht auf dem Tisch liegen. Dennoch wird eine mögliche Vergewaltigung lächerlich gemacht und somit relativiert (pauschalisiert). Und dass sich Assange weigert zu diesem Thema Stellung zu beziehen und auch Verantwortung zu übernehmen zeigt für mich, dass Assange eben nicht gänzlich unschuldig ist. Wie würdest du dir denn (hypothetisch) als von Assange vergewaltigte Frau vorkommen, bei diesem Spektakel?

Hier mal der Versuch, den Witz in politisch korrekte Formen zu giessen, die Klammern dienen der Übersichtlichkeit.:

 

Don't fuck with people, (not necessarily only female,) who, or in a country, (not neccessarily only Sweden,) that might use its sexual criminal law, against you on a totally different issue!

An die Authorenschaft:

Ich bedaure die Polarisierung der Debatte, die u.a. dein Beitrag zufolge hat und betrachte es als einseitigen und dogmatischen Firlefanz!

 

Zu 5. Auch wenn Assange LBGT wäre/ist, die Reduktion auf das rein geschlechtliche, wie auf den sexuellen Akt, bleibt bestehen. Vor allem befürchte ich, dass wenn Assange Sex mit einem Mann gehabt hätte, diese Tatsache beim Publikum für lautes Gelächter gesorgt hätte (Vermutung aufgrund der dortigen Stimmung). Außerdem wird die Anklage, dass Assange die Person vergewaltigt hat immernoch völlig außen vor gelassen, obwohl es hierbei noch zu keiner Klärung gekommen ist.

 

a: könntest Du die These mit Sex mit Männern und der dort herrschenden Stimmung genauer erklären.

b: Warst Du anwesend und beziehst daher Deine Einschätzung der Stimmung?

c: Afaik ist Assange nie der Vergwaltigung (rape) angeklagt worden, und auch der leitende Ermittler hat ein solches Geschehen öffentlich bezweifelt. Der Haftbefehl stütz sich auf  den Verdacht, nicht auf eine Anklage. Ich hab mir eben erfolglose 20min Googlerecherche gegeben, aber nur wenig genaueres gefunden. Vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/Swedish_Judicial_Authority_v_Julian_Assange

So wie ich das aus der damaligen Berichterstattung zusammenbekomme gabs da 2 oder 3 Frauen, die's nicht cool fanden, dass JA mit ihnen parralel Bettgeschichten hatte und sich Gedanken drüber machten, ob man ihn nicht zu nem HIV test zwingen könnte. Damit sind sie dann zur Polizei und plötzlich nahmen andere internationale Diplomatieinteressen ihren Lauf. Dem CCC-Publikum war die Tragweite des Verfahrens durchaus bewusst und genau darauf spielte jener Satz "DFSW" an und das Publikum hat ihn verstanden.Es ging hier schliesslich nicht um Kachelmann. Man darf auch nicht ausser Acht lassen, dass das schwedische Sexualstrafrecht mit kaum einem anderen zu vergleichen ist. Hier kann das überraschende Eindringen in eine schlafende Person (die zuvor ja bereits wörtlich mit dem Beschuldigten ins Bett gegangen ist) als nicht konsensual gewertet werden. Olaga tvång übersetzt sich schlicht nicht sauber mit Vergewaltigung.

 

Könnte mir mal jemand erklären, was an dem Satz eigentlich sexistisch ist? Ohne Kontext könnte ich da bestenfalls Rassismus erkennen, richtet sich der Satz doch immerhin gegen die Hälfte der schwedischen Bevölkerung, aber nur gegen einen sehr kleinen Teil der  erwachsenen weiblichen Menschheit.

"das überraschende Eindringen in eine schlafende Person" ist in eine Vergewaltigung.

Demnach wäre ich ein Serientäter... Naja, die betreffenden Frauen, bei denen ich das bisher gemacht hab, waren jedenfalls erfreut darüber, allerdings standen bzw. stehen sie zu mir auch in einer Liebesbeziehung. Es gab auch 2x die Situation, dass mir jemand nicht so nahes im Schlaf an den Pimmel gegangen ist. Einmal viele schlafende Personen im Raum, nach einer Party. Ich fands okay, und hab leise genossen. Einmal bei 'ner Bekannten, von der ich das eigentlich nicht wollte und das war dann beiderseits auch okay.

Damit mache ich keinerlei Aussage wie das bei Assange gelaufen sein mag und ob die Anzeige der Frauen gerechtfertigt ist oder nicht. Aber den Satz

"das überraschende Eindringen in eine schlafende Person" ist in eine Vergewaltigung.

mag ich so nicht stehenlassen.

Falls je eine der Frauen, bei denen du das gemacht hast, damit nicht einverstanden gewesen wäre, hättest Du tatsächlich ein ziemliches wohl auch juristisches Problem. Eine schlafende Person kann keine Zustimmung zu sexuellen Handlungen geben. Daher kann solcher Sex in der Regel nicht als einvernehmlich betrachtet werden. Anders sieht die Situation aus, wenn man vor einem ersten Mal Sex in dieser Form bereits darüber gesprochen hat und der/die PartnerIn explizit den Wunsch geäussert hat, gelegentlich durch Penetration geweckt zu werden. Wenn ich mir vorstelle, ein Mann würde während ich schlafe in mich eindringen, dann hätte ich ein äusserst ungutes Gefühl und fühlte mich überrumpelt, übergangen und ja, tatsächlich zum Sex gezwungen, also vergewaltigt. Es wäre schon ein riesiger Zufall, wenn ich in diesem Moment auch gerade Lust auf Sex hätte. Ob mensch in einem konkreten Fall ein unfreiwilliges penetriert werden auch als Vergewaltigung benennt hängt stark davon ab, wie sehr mensch für sich und seinen Körper einsteht, welches Vertrauensverhältnis zum penetrierenden Mann besteht und ob mensch es überhaupt thematisieren will. Alleine aus der Tatsache, dass da bei Dir bisher nie Widerstand kam, und du selbst das in ähnlichen Situationen angenehm fandest, kannst Du also nicht schliessen, dass die das alle ebenfalls toll fanden.

Ich für meinen Teil will selbst entscheiden, wann wer was mit meinem Körper anstellen darf.

... und bevor irgendwelche Missverständnisse aufkommen, ich emfehle niemandem, sich eine schlafende Person einfach "zu nehmen".

Wenn mann sowas macht sollte er sich besser sehr sicher sein, dass er willkommen ist oder ihm der Versuch zumindest nicht übel genommen wird. (Viceversa gilt das natürlich auch für frau und in homosexuellen Situationen, soweit bei unterschiedlicher Anatomie vergleichbar. und man sollte sowas nur tun, um der überraschten Person eine besondere Freude zu machen, nicht weil man grad selber so geil ist.) Und nein, dazu bedarf es nicht zwingend eines wörtlichen Einverständnisses. Wenn mann sich einer schlafenden Person, z.B. in Löffelchenstellung, entsprechend nähert, merkt mann, (oder sollte es zumindest tunlichst) ob sie (, noch eher schlafend als im Halbschlaf,) mit einen entsprechenden Gegendruck der Hüfte reagiert oder aber zurückweicht (oder auch komplett passiv bleibt, besonders tiefer Schlaf, Alkohol, Drogen, was ohnehin einer Zurückweisung gleichkommt). Das Ganze basiert dann in der Tat nicht mehr auf einer interlektuellen Einverständnisentscheidung, sondern ist schlicht das Resultat, ob der Körper gerade "paarungsbereit" ist (bzw. durch die initiale Berührung reflexartig "spitz" wird) oder eben nicht. 

Ich denke, dass ein solcher Vorgang nicht sonderlich ungewöhnlich ist und in so mancher Liebesbeziehungen auch ohne vorherige Thematisierung irgendwann zum ersten mal vorkommen ist ohne in juristischen, psychischen undoder Beziehungskatastrophen zu enden. Daher halte ich deinen Satz

Daher kann solcher Sex in der Regel nicht als einvernehmlich betrachtet werden. 

für zumindest gewagt. Woher weisst Du, was der Regelfall ist? Die meissten Gelegenheiten/Situationen in denen sowas "gewagt" wird vermute ich bei nicht frisch- aber doch jungverliebten Paaren und bei Fernbeziehungen, wo die Lust aufeinander besonders hoch ist. 

In der einem von mir zuvor geschilderten Situation habe ich mich vermutlich missverständlich ausgedrückt. Als ich schlief und mir jene Bekannte zwischen die Beine gegangen ist, hab ich mich genervt und brummend weggedreht. Angenehm fand ich das nicht, aber ich hab ihr den Versuch auch nicht übel genommen. Dass Dir solche Praktiken, genauer die Vorstellung derer mit einem unbestimmten Mann, nicht gefallen, ist nicht nur dein gutes Recht, sondern auch gut nachvollziehbar. Und ich habe mitnichten geschlossen, dass alle derartiges gut finden, nur weil ich gute Erfrahrungen habe. Keine Ahnung wo du das liesst. Nichtsdesto trotz, die Überrumpelung, bzw. plötzlich vom süssesten Geborgenheitsoxytozinschlafkuscheln auf 100% sexuelle Erregung zu schalten bzw geschaltet zu werden, sei denen, die es mögen auch gegönnt und deshalb wiederspreche ich jenen Aussagen von dir, die sagen bei sowas müsse es sich (sofern nicht verbal abgesprochen zumeist) um Vergewaltigung handeln. Paare entwickeln durchaus auch jenseits von Sprache ein Verständnis füreinander, aber auch wenn Worte zu einer entsprechenden Verständigung nicht sein müssen, schaden tun sie meisst nicht ;). 

Er sollte absolut sicher sein. Im anderen Fall gilt es nach Artikel 177 StGB als Vergewaltigung:

(1) Wer eine andere Person [...] 3. unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist nötigt, sexuelle Handlungen des Täters [...] an sich zu dulden [...] wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.

Der Zustand des Schlafes ist nun einmal definitiv eine schutzlose Situation, die erst dann aufgehoben wird, wenn die Person erwacht. Ein Penetrieren einer schlafenden Person ist damit auch nach deutschem Strafrecht strafbar und das ist auch gut so. Die Situation einer schlafenden Person ist durchaus mit jener einer durch Alkohol oder Ko-Tropfen widerstandsunfähig gemachten Person vergleichbar.

Damit ist der Regelfall grundstzlich strafbar. Einzige Ausnahme ist, wenn die penetrierte Person vor dem Vorfall explizit gewünscht hat, gelegentlich oder zumindest einmal in dieser Situation aufzuwachen und auf Grund der diesbezüglichen Aussagen darüber hinaus sicher davon auszugehen ist, dass diese Person das auch in genau diesem Moment so wünschen würde. Eine generelle Zustimmung zu sexuellen Handlungen ist nicht zu verwechseln mit der Übergabe eines Verfügungsrechtes über den eignenen Körper.

Das mit der Löffelchenstellung ist im übrigen auch unsinn. Erst wenn Du sicher bist, dass eine Person wach ist, kannst Du ein Gegendruck des Pos als Zustimmung werten. Anderfalls kann es auch ein natürlicher im Schlafen durchaus vorkommender Reflex auf die Berührung sein. Und übrigens, selbst wenn der Körper wie Du beschreibst "reflexartig spitz" ist, so ist auch das keine Zustimmung zum Sex mit Dir in diesem Moment. Frag lieber jeweils nach.

Im Übrigen ist der Begriff "Vergewaltigung" zum einen ein juristischer Begriff, der in solchen Fällen erst zur Anwendung kommt, wenn die penetrierte Person Anzeige erstattet. Zum andern kann es durchaus sein - selbst wenn ich nicht zu diesen Menschen gehöre- , dass eine Person so überrumpelt das trotzdem angenehm empfindet. Da hab ich dann auch kein Problem damit.

Welche Formen von sexueller Intimität Menschen leben, das sei ruhig ihnen überlassen. Nur wenn es nicht für beide freiwillig geschieht - und damit muss man in den von Dir geschilderten Situation nun einmal rechnen - dann ist es nicht in Ordnung und das Opfer hat dann Anrecht auf jede erdenkliche Unterstützung.

... recht.

Naja die strange Einstellung zu Sexismus könnte man Dir auch untrestellen. Je mehr ich hier lese frage ich mich, welchen Stellenwert die menschliche Sexualität jenseits bierernster Verhaltensforschung oder Fortpflanzungszweck eigentlich haben darf, ohne diese Stempel aufgedrückt zu bekommen. Für viele Menschen gehört ein lockerer Umgang damit ohne dass dies gleich Geschlechterspezifische Diskriminierung auslöst heute zu normalität, m.E. zum Glück.

Lockerer Umgang mit frauenfeindlichen Witzen? Das ist doch mal wieder so ein typisch ignoranter Spruch von Menschen, die von Sexismus weder betroffen sind, noch sich daran stören, dass andere betroffen sind.

Die Balls of Steel beziehen sich auf Duke Nukem, den Protagonist eines 3D-Ballerspiels. Dort wird seine Männlichkeit derart überzeichnet dargestellt, dass es sich um eine vor Selbstironie strotzende Karikatur handelt. Im Grunde demontiert das also genau dieses klassische Männerbild. Inwiefern dann die Balls-of-Steel-Awards sexistisch sein sollen, ist mir nicht wirklich ersichtlich.

Hey Guys! wird ganz regulär für gemischtgeschlechtliche Gruppen verwendet. Mensch sollte sich schon mit der Sprache beschäftigen, die kritisiert werden soll.

 

https://en.wiktionary.org/wiki/guy#Usage_notes

http://www.urbandictionary.com/define.php?term=guys

 

Ich war dieses Jahr nicht auf dem Congress; aber man konnte in der Vergangenheit beobachten, dass bspw. die "Man in the Middle"-Angriffstechnik in der Vergangenheit mehr und mehr als "Person in the Middle" bezeichnet wird. Geht doch schonmal in die richtige Richtung :)

Womit Wir wieder bei Sprachen wären: "man" bedeutet "Mensch", und "manmade" bedeutet nicht "von Männern gemacht" sondern "von MENSCHEN gemacht". Du verwechselst also "man" und "men". Deswegen ist MITM oder "man in the middle" nicht sexistisch.

...wenn forderungen nach quoten kommen?Es sind nicht nur die Eltern, die Kinder in ihr soziales Geschlecht einpressen! wenn ihr* mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen würdet, dann würdet ihr merken wie Menschen denen das weibliche Geschlecht zugeschrieben wird ständig diskriminiert/objektiviert/für als nicht weiblich angesehenes Verhalten abgestraft werden. Jungs, wenn ihr wirklich was für eine befreite Gesellschaft tun wollt, dann ist es überfällig anzuerkennen, das wir in einer patriarchalen Welt leben und feministische WiderstandsTaktiken zumindest in betracht zu ziehen, besser noch anzuwenden. Und ja, eine Veränderung der Gesellschaft wird es mit sich bringen, daß wir als weiße, heterosexuelle Männer auf einige Privilegien verzichten müssen. As long as there are privileges there won't be free mankind...

 

alles liebe zum neuen Jahr

 

und bitte schmeisst die nazis nextes mal direkt raus...spätestens seit dem NSU-Scheiss sollte doch eigentlich alllen klar sein, daß das kein Spaß ist

 

 

* ihr steht hier für alle, die fürchten ihre männlichen Privilegien zu verlieren

As long as there are privileges there won't be free mankind...

Sind Quoten etwa keine Privilegien?

Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht man allerdings, dass auch Männer "in ihr soziales Geschlecht gepresst werden". Sogrerechtsfälle werden häufig zugunsten der Frau entschieden. Männer werden immer häufiger per se als Vergewaltiger, Kinderschänder usw. hingestellt. Sobald ein Verdacht  gegen einen Mann besteht ist dieser im Zugzwang seine Unschuld zu beweisen. Er wird für schuldig empfunden, obwohl seine  Un/Schuld nicht bewiesen ist. Es gab dazu letztes Jahr mehrere prominente Fälle. Ich hab sowas schon in einer Sexismus/Gedner-Vortrag erlebt, dass die Vortragende bewusst und ausschließlich von männlichen Tätern und weiblichen Opfern ausgegangen ist. Ihr Begründung lag darin, dass es ja nunmal die Regel sei.

 

Auf dem Weg zu einer fairen Gleichberechtigung und Gleichstellung zwischen Menschen empfinde ich die hier geforderte Frauenquote und auch alle anderen Quoten und Bevorzugungen für extrem hinderlich. Wenn man x% der Karten einfach für Frauen reserviert werden alle Frauen die kommen den Stempel aufgedrückt bekommen: "Ihr Frauen habt ihr eine Sonderstellung". Und das ist ein in der Struktur selbst verankertes Ungleichgewicht, dass nicht funktionieren wird. Gleiche Möglichkeiten und Recht für alle. Wer schnell ist und eine Karte bekommt gut. Wer nicht Pech gehabt

 

Menschen sind unterschiedlich. Immer. Dadruch entstehen Probleme, die einen sind Hausgemacht, die anderen nicht. Sei es der Umgang mit Behinderten, Andersfarbigen, Kriminellen, die vom anderen Geschlecht oder einfach Menschen die anders sind als ich (ihr/du/er/sie/es).

 

Damit möchte ich aber nicht sagen, dass wir nichts dagegen machen können. Steht auf und bekämpft die Ungerechtigkeiten.

 

Aber bitte versucht nicht eine Gleichberechtigtung zu erziehlen in dem man eine "Minderheit" bevorzugt. Das steht im Widerspruch zum Ziel.

 

Liebe Grüße

Ich verleihe Ihnen hiermit das Privileg, auf dem 29C3 zu erscheinen und alle die Sie für Nazis halten selbst hinauszuwerfen.

Da haben wir sie doch wieder: möchtegern-unpolitische Männer, die nichts besseres zu tun haben, als Antifaschismus ins Lächerliche zu ziehen und sich einen Scheißdreck um ihre Mitmenschen zu kümmern. Du wärst doch der Prototyp des "technikverliebten Nazi-Ingenieurs" gewesen, der "an 'Vergeltungswaffen' bastelte", wie es der CCC 2005 in seiner Unvereinbarkeitserklärung formulierte.

... sollte sich vielleicht besser selbst schämen.

Es stellt sich die Frage, ob Du mit einem solchen Statement nicht auch die Nazis und Massenvernichtungswaffen verharmlost, mal abgesehen davon dass Du mit diesem Versuch unter die Gürtellinie zu treffen eine gewisse ideologische Verbohrtheit enttarnst.

Ein "ins Lächerliche ziehen" kann ich bei meinem Vorredner nicht erkennen. Ich lese hingegen nicht nur bei ihm den Vorwurf an diejenigen Leute, die dem Club oder seinen führenden Persönlichkeiten Nazitoleranz oder Sexismus vorwerfen aber sich selber nicht bei der Veranstaltung engagieren. Das halte ich nicht nur für legitim sondern auch angemessen. Kritik ist eben immer einfacher als es  selbst besser zu machen.

Ich verstehe auch nicht, wie Du aus seiner Rede den Wunsch nach einem eigenen unpolitischen Denken unterstellen kannst. Wer sich im CCC Umfeld bewegt, ist in der Regel durchaus politisch interessiert, allerdings nicht zwingend in Deinen Kernthemen sondern eben in politischer Technikfolgesbschätzung.

Wasauchimmer Honkhase dazu bewogen hat, seine Position in der Angelegenheit so zu beziehen, vermag ich nicht zu beurteilen. Dass schlussendlich Constanze den Rauswurf vollzieht, macht Sinn, ist sie schlicht die deeskalierendere Figur.

Wenn man die Situation mit dem Thor Steinar Träger beurteilen will, muss man sich zunächst vor Augen führen, dass es (meines Wissens) noch keinen derartigen Fall vorher gegeben hat und man Hausverbote bisher nur sehr selten erteilt (Kim Schmitz z.B.). Wenn jemand (warumauchimmer) rausgeworfen wird, ist es dazu viel hilfreicher, wenn eine Diskussion und Positionsfindung darüber schon stattgefunden hat. Ich kann dem CCC nicht verübeln, dass er vorher noch keine politische-Klamotten-Verbotsordnung gefunden hat. Letzteres wird nun garantiert nachgeholt und zwar nicht, weil hier oder anderswo das Geschrei so groß ist, sondern weil es jenes  Tor Steinar Hemd und den Dissens darübert auf dem Kongress gab und der CCC dererlei Positionen intern ganz gut zu finden vermag.

Gleiches gilt im übrigen auch für Quotentickets und ich bin beruhigt, dass dies selbst unter den langjährigen weiblichen Orgaleuten  und CCC Aktiven auf Ablehnung stossen wird und der CCC sich auch weiter eines natürlichen Frauenanteilwachstums erfreuen wird.

"der Moderator forderte sogar noch einen Extraapplaus, weil der Vortragende so wenig Zeit für seinen sexistischen Vortrag gebraucht hatte."

 

Diese Aussage ist komplett falsch und kann durch die diversen Videos widerlegt werden.

 

Weiter sind beide darauf folgenden Statements gegen Sexismus einerseits vom CCC und anderseits vom angesprochenen Moderator mit keinem Wort in diesem Artikel erwähnt. Wieso nicht?

 

Welche Zwecke werden durch solche Misinformation verfolgt?

 

Das es die Debatte braucht ist unbestritten, jedoch sollte sie mit richtigen Infos geführt werden.

 

Und nun noch zum Sexismus der Antifa-Macker: Während 2 Nazis 3/4 des Artikels gewidmet werden, werden Vorfälle die weitaus mehr Aufmerksam kriegen sollten in einem kurzen Abschnitt so nebenbei abgehandelt und halten offensichtlich nur zur quasi Legitimierung der vorherigen Kritik her. Wirklich Schade, aber war leider nicht anders zu erwarten... :(

Also, das "die Männer im Männerclub CCC" unter sich bleiben wollen und dass das "eine "bewusste, politische" Entscheidung" sei, ist der totale Quatsch. Die BesucherInnen des Kongresses sind heterogener wie sie kaum sein könnten. Es ist keine "linke" oder "autonome" Veranstaltung, wo jede/r weis das es 'ne Form von "political correctness" gibt, die zumindest gehalten werden sollte. Auf wie vielen unserer eigenen Veranstaltungen klappt dies vollumfänglich?

Meine Erfahrung in den letzten Jahren auf CCC Veranstaltungen ist, dass der Anteil von Frauen langsam, aber stetig steigt und dass das vom Großteil der Besucher als positiv und unterstützenswert empfunden wird. Sicher gibt es hier Optimierungsbedarf, ob Ticketkontigente da das Mittel der Wahl sind, sei mal dahingestellt.
Der Umgang mit dem/den Nazi(s) ging meiner Meinung nach gar nicht. Hier ein "liberales" Freiheitsbild anzusetzen und sich damit aus der Affaire ziehen zu wollen, der/die hätte/n ja nichts "gemacht" ist unverantwortlich. Es wurde ja auch nicht aktiv auf ihn/sie aufgepasst, so dass sichergestellt gewesen wäre, dass er/sie dies auch wirklich nicht tut/tun.
Was ich aber ebenfalls kritisch betrachte, ist dass wenn die Nazis so frühzeitig erkannt wurden, und angeblich sich so viele direkt beschwert haben - und merken durften, dass von der Security keine Hilfe zu erwarten war, der Typ schon auf der Demo angesprochen wurde und offen zugegeben hatte "Nationalist" zu sein, warum keine Infokampange gestartet wurde um diesen Misstand sofort und breit öffentlich zu machen. (teitter, chat) Es waren ja durchaus Strukturen vor Ort (indymedia). Genau diese Strategie ist am letzten Tag dann ja aufgegangen. Nachdem einige twitternde Personen nachhaltiger auf den Missstand hinwiesen, fanden sich ja genug Leute um den nötigen Druck auf die Veranstaltungsleitung auszubauen, so dass zumindest einer der Nazis entfernt wurde.
Zukünftig ist das Veranstaltungsteam gut beraten, Strategien zu entwickeln wie mit offensichtlichen und getarnten Nazis umzugehen ist. Sie stellen für die TeilnehmerInnen einer solchen Veranstaltung eine nicht hinnehmbare Gefahr dar und können nicht toleriert werden. Die Verantwortung im Umgang mit solchen Personen den BesucherInnen zuzuschieben, ist mehr als unverantwortlich und gefährdet diese in ihrer persönlichen, körperlichen Integrität.

Die hackable devices gabs nicht am r0cket-Stand sondern im Hardware-Hacking Raum. Die r0ckets wurdem im Erdgeschoss verkauft, die hackable devices im Untergeschoss.

Was heißt "weiterer" Fehler? Und danke für die Korrektur, aber wirklich entscheidend ist das ja nun nicht.

Auf die im Text gestellte Frage

 

"Wieso gibt es dort dezidierte Pornoserver?"

 

kann ich ernsthaft und ohne zu luegen antworten:

 

"Damit ich Porno fuer meine Freundin runterladen kann, welche sich sehr darueber freut".

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Wenn Frauen sexistische Scheiße konsumieren bleibt es dennoch sexistische Scheiße. Da hilft auch so ein kleines Anekdötchen-Argument nicht aus der Patsche, Bübchen.

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Sexistische Scheisse macht eben auch vielen Frauen Spass! Das das nicht in euer Konzept passt ist offenkundig aber dennoch nicht wegzudiskutieren. Und wer in dieser Diskussion auf die persoenliche Ebene abgleitet ("Buebchen") ist genauso offenkundig. Kann man vor lauter Feindbild nicht mehr anerkennen, dass es auch aus "den eigenen Reihen" Widerstand gegen die eigene These gibt?