Version von Protestwelle gegen Kernenergie nach Reaktorunfällen in Japan vom Mi, 23.03.2011 - 18:49

Fukushima Daiichi, Blöcke 1-4 (von rechts) am 16.03.2011

Am 11. März ereignete sich in Japan ein schwerwiegendes Erdbeben mit darauf folgendem Tsunami. Tausende von Menschen wurden unter Gebäuden begraben oder kamen in den Fluten ums Leben. In der Folge fielen in zahlreichen der über 50 japanischen Reaktoren die Kühlsysteme aus. In den Reaktorblöcken eins bis vier der Atomanlage Fukushima daiichi kam es zu mehreren Wasserstoffexplosionen sowie (partiellen) Kernschmelzen.

 

Update 22.03 00:00: Die Strahlenbelastung in japanischen Lebensmitteln, Trink- und Meerwasser steigt weiter an. Aus Block II und III stieg heute Rauch auf. In Deutschland demonstrierten laut .ausgestrahlt heute über 140.000 Menschen in 726 Städten. In Freiburg wurde im Anschluss an die Demo eine Mahnwache auf dem Platz der alten Synagoge errichtet.

 

Kapitel: Auswirkungen und Entwicklungen in Japan | Debatten und Protest in Deutschland | unabhängige Medien | linksunten-Berichte | bürgerliche Presse | Termine | Demos Montag 14.03. 18 Uhr überall

 

Initiativen linksunten: BloXberg | Anti-Atom-Plenum FR | Anti-Atom-Gruppe KA | Neckarwestheim Anti-Atom | Anti-Atom-Ini Dreyeckland | TRAS | Stop-Fessenheim | BUND Freiburg | menschenstrom.ch

 

Überregionale Initiativen: Ausgestrahlt | BUND | Robin-Wood | BI Luechow-Dannenberg | Greenpeace | Sortir du Nucléaire | X-Tausendmal-Quer | Bäuerliche Notgemeinschaft | Bure-Stop | SOFA Münster | Lubmin Nix-Da

 

Auswirkungen der Katastrope im westlichen Pazifik

Infolge des Erdbebens vom 11. März und folgender Nachbeben und Flutwellen wurden in Japan mehrere Atomanlagen schwer beschädigt. Unter anderem zerstörte eine Explosion am Samstag das Gebäude von Reaktorblock I des AKW „Fukushima daiichi genshiryoku hatsudensho“ in dem sich derzeit eine Kernschmelze ereignet. Am Montag ereignete sich eine weitere Wasserstoffexplosion von Reaktorblock III in dem nicht nur Uran sondern auch Plutonium genutzt wird. Ebenfalls am Montag wurde bekannt, dass die Brennstäbe in Block II völlig trocken liegen. Bei wenigstens vier weiteren Reaktoren der landesweit gut 50 Reaktoren versagt derzeit die notwendige Kühlung.

 

Update 15.03. 1:00: Eine erneute Explosion (diesmal im Block 2) hat nicht nur das äußere Reaktorgebäude, sondern auch den Druckbehälter beschädigt. Der Wind hat zwischenzeitlich Richtung Tokio gedreht.

 

Update 15.03. 14:30: Im Abklingbecken von Block IV brach ein Brand aus, Radioaktivität gelangte in die Atmosphäre. Es werden erhöhte Strahlenwerte gemessen, das Personal wurde aus dem Kontrollraum evakuiert. Die Kühlung bei Block V und VI funktioniert nicht einwandfrei.

 

Update 16.03. 9:45: Nach einem erneuten Brand in Block IV und fortschreitender Schäden an dem Druckbehälter von Block III sowie dadurch weiter steigender Strahlung sind vorübergehend alle Arbeiter aus Fukushima abgezogen worden. Die Armee versucht die Kühlung mittels Hubschrauber aufrechtzuerhalten.

 

Update 16.03. 15:00: Der Versuch die haverierten Reaktorblöcke mit Hubschraubern zu kühlen wurde aufgrund der hohen Strahlung abgebrochen. Jetzt sollen Wasserwerfer der Polizei die Reaktoren kühlen.

 

Update 17.03. 9:00: In den letzten Stunden wurde wohl erfolglos versucht mit Helikoptern die Reaktoren zu kühlen. Die Wasserwerfer der Polizei sollen in den kommenden Stunden Fukushima I erreichen. Inzwischen wird versucht die Stromversorgung in Fukushima I zu reparieren. Drohnen der US-Armee versuchen Bilder aus dem Reaktor zu liefern.

 

Update 20.03 22:00: Die Situation in der haverierten Nuklearanlage Fukushima stabilisiert sich, ist aber weiterhin Besorgnis erregend. In Tokio Neuenburg, Biblis, Hannover, Köln und weiteren Orten demonstrierten mehrere Zehntausend Menschen gegen Atomkraft.

 

Derweilen wurde der Evakuierungs-Radius rund um den ersten Unglücksreaktor am Sonntag auf 20 Kilometer ausgeweitet. Medien und Atombehörden bemühen sich um ein entschärftes Bild der Lage. Zuverlässige Informationen über nicht mehr zu leugnende Vorfälle stellt die IAEA zusammen. Unabhängige AtomexpertInnen zweifeln nicht mehr, dass die Situation nahe dem „Super-GAU“, also weitestgehend außer Kontrolle geraten, ist. Es wird versucht die Reaktorblöcke I - IV mit Meerwasser zu füllen, um eine weitere Überhitzung zu verhindern. Diese Notfallmaßnahme ist laut ExpertInnen «in keinem Handbuch so vorgesehen» und führt dazu, dass die Reaktoren endgültig unbenutzbar gemacht werden. Das verseuchte Wasser verdampft anschließend bzw. läuft ins Meer zurück.

 

Insgesamt starben im westlichen Pazifik bereits jetzt über 10.000 Menschen infolge des Erdbwebens der Stärke 9 auf der Richterskala. Tausende Menschen werden noch vermisst. Über 200.000 Menschen wurden aus der Umgebung von Fukushima evakuiert. Mehrere Millionen Menschen im Norden Japans sind auch Montag noch von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten..

 

Diskussionen und Demonstrationen in Deutschland

Auch andernorts sind AKWs in potentiellen Erdbeben-Gebieten gebaut worden, so zum Beispiel der Schrottreaktor im elsässischen Fessenheim. Weiterhin ist wichtig festzuhalten, dass die japanischen Reaktoren nicht aufgrund von Erdbeben und Tsunamis, sondern letztlich wegen der fehlenden Stromversorgung ausser Kontrolle geraten sind. Auch in Nicht-Erdbeben-Gebieten ist die Stromversorgung ein neuralgischer Punkt der nuklearen Sicherheit.

 

Die Katastrophe mobilisiert erneut zehntausende GegnerInnen der atomaren Risikotechnologie. Am 14. März gingen in zahlreichen deutschen Städten mehr als 100 000 Menschen auf die Straße [1,2,3] um die sofortige Abschaltung der Atomkraftwerke zu fordern. Außerdem ketteten sich AktivistInnen beim AKW Biblis an. Am 12. März demonstrierten zwischen Stuttgart und Neckarwestheim circa 60.000 Menschen gegen die Atompolitik, während SPD und Grüne trotz ihrem Atomnonsens, mal wieder vorgaukeln, sie seien Anti-Atom Parteien.

 

Die CDU-FDP-Koalition will aus wahltaktischen Gründen die Laufzeitverlängerung für drei Monate aussetzen und opfert Neckarwestheim I engültig sowie sechs weitere Reaktoren, die vor 1980 gebaut wurden, und den seit Jahren ausser Betrieb befindlichen Reaktor Krümmel für drei Monate für die weiterere Nutzung der «Brückentechnologie». In der Schweiz wird es ein Moratorium für den Neubau von Atomanlagen geben.

 

Update 20.03 22:00: In Tokio Neuenburg, Biblis, Hannover, Köln und weiteren Orten demonstrierten mehrere Zehntausend Menschen gegen Atomkraft. Morgen ab 18 Uhr werden in über 600 Städten in Deutschland Demonstrationen und Mahnwachen stattfinden.

 

 

Unabhängige Medien:


Berichte bei linksunten.indymedia.org:

 

Berichte der bürgerlichen Presse:

 

Treffpunkte für Demos // Veranstaltungen // Trefen:

(wenn ihr noch von weiteren Terminen wisst, schreibt einen Kommentar)

 

Treffpunkte Demos 14. März 18 Uhr:

 

  • Augsburg Rathausplatz
  • Bensheim Mittelbrücke
  • Biberach (Riss) Marktplatz (17:30)
  • Biblis vor dem AKW Bericht
  • Darmstadt Luisenplatz (17:00)
  • Ehingen (Donau) Marktplatz
  • Emmendingen Marktplatz
  • Frankfurt (Main) Katharinenkirche (17:00)
  • Freiburg Bertoldsbrunnen
  • Fürth (Odenw) an der alten post
  • Heidelberg Bismarckplatz
  • Heilbronn Kliliansplatz
  • Ingolstadt Kreuzung am Stein/Ludwigstraße
  • Kaiserslautern Kerststraße/ Marktstraße (17:30)
  • Karlsruhe Marktplatz (17:30)  
  • Ketsch Bahnhofsanlage
  • Kircheim unter Teck Rathaus
  • Köln Rudolfplatz Bericht
  • Konstanz Markstätte am Brunnen
  • Lörrach Postplatz
  • Magdeburg Alter Markt/vor McDonald's
  • Mannheim Paradeplatz
  • Mosbach Kirchplatz
  • Mühlacker Bahnhofstraße
  • Neustadt/Weinstraße Marktplatz
  • Nußloch Lindenplatz
  • Offenburg Rathaus (17:30)
  • Pforzheim Marktplatz
  • Phillipsburg bei den gelben "Atommüll"-Fässern am "Penny"-Kreisel 
  • Rottweil Schwarzen Tor
  • Schwäbisch Gemünd Johannisplatz
  • Schopfheim Marktplatz
  • Stuttgart Schlossplatz
  • Tübingen Holzmarkt
  • Tuttlingen Marktplatz
  • Ulm Münster
  • Waldkirch Bahnhof und/oder Marktplatz
  • Waldshut-Tiengen Rathaus
  • Weinheim Fußgängerzone "Reiterin"

Weitere Treffpunkte findet ihr bei .ausgestrahlt.

(wenn ihr noch von weiteren geplanten Demonstrationen wisst, schreibt einen Kommentar)

Zeige Kommentare: ausgeklappt | moderiert

Hier findet ihr die Übersichtskarte für alle Anti-Atom-Demonstrationen und Mahnwachen am Montag, dem 14.03.2011. Die Karte auf ausgestrahlt.de kann zeitweise schlecht geladen werden. Demos und Mahnwachen gibt es in über 100 Städten

http://maps.google.de/maps/ms?ie=UTF8&hl=de&msa=0&msid=210032955720989679175.00049e44f048b474277d5&ll=51.358062,10.766602&spn=8.236474,12.084961&z=6&source=embed

In großer Betroffenheit über den Atomunfall in Japan und mit dem festen Willen, gemeinsam dafür zu streiten, dass die Atomkraftwerke in der Bundesrepublik endlich stillgelegt werden, finden am Montag, 14. März, von 18 Uhr bis 18.30 Uhr in vielen Orten Mahnwachen statt. Achtung in einigen Städten schon ab 17 Uhr.

Die blauen Nadeln auf der Karte zeigen die Orte. Gelbe Nadeln markieren Aktionen zu anderen Terminen. Die Nadeln auf der Karte markieren lediglich die Städte, in denen Mahnwachen stattfinden. Den genauen Ort erfährst du im Fenster bei Klick auf die Nadeln.

Der gleiche Link verkürzt:

http://tinyurl.com/6bqvj96

An die Medien

*In Japan droht der Super-GAU – das AKW Fessenheim wird uns weiterhin als sicher verkauft*

Die humanitäre Atomkatastrophe in Japan hat eine Welle des Entsetzens ausgelöst.

Unsere Fassungslosigkeit und unser tiefes Mitgefühl für die Opfer geht einher mit der Wut über Verharmlosung, Fehlinformation und Beschwichtigungstaktiken durch Behörden und Atomlobby. Daher findet heute, am 14. März um 18:00 Uhr eine Demonstration am Bertoldsbrunnen statt. Auch bundesweit wird zu Protestaktionen aufgerufen. Die AntiAtomGruppe veranstaltet immer montags ab 18:00 Uhr vom Bertoldsbrunnen aus Spaziergänge gegen Atomkraft und für die Energiewende.

Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist die Katastrophe eingetroffen, vor der Atomgraftgegner_innen seit Jahrzehnten warnen: durch ein unvorhersehbares Ereignis ist die Kühlung des Reaktors nicht mehr gewährleistet, alle Sicherheitsvorkehrungen versagen, zwei Kernschmelzen sind bisher eingetreten. Das vollständige Ausmaß der atomaren Katastrophe ist noch nicht absehbar.

Am 22. Februar berichtete die AntiAtomGruppe Freiburg in einer Pressemitteilung über schwere Sicherheitsmängel in französischen AKW. Sie betreffen unter anderem Lecks im Primärkreislauf, der zur Kühlung des Reaktors dient. In 34 französischen Reaktoren, unter ihnen Fessenheim, wäre bei solch einem Unfall eine Kernschmelze möglich, die mit einem großflächigen Austreten von Radioaktivität verbunden sein kann. Wie wichtig die Kühlung bei Kernschmelzunfällen ist, zeigt sich jetzt in den japanischen Reaktorblöcken Fukushima 1 und 3.

Die Bundesregierung versucht die Bevölkerung in Kontrolle und Sicherheit zu wiegen. Die AKW Fessenheim, Philippsburg, Biblis und Neckarwestheim liegen jedoch in Erdbeben-gefährdeten Gebieten. Im Jahr 1356 hat ein Erdbeben die Stadt Basel völlig zerstört. Wird ein AKW mit einer unzureichenden Sicherheitseinrichtung einem Erdbeben standhalten?

Wir, die AntiAtomGruppe Freiburg, wiederholen unsere Forderung nach der sofortigen Abschaltung aller Atomkraftwerke.


Für die AntiAtomGruppe Freiburg

Dr. Elke Brandes
www.antiatomfreiburg.de

Die anfängliche Fassungslosigkeit über die unvorstellbare Katastrophe eines Super GAU schlägt allmählich in Wut um.

Wut über unsere Regierung, die jetzt vermeintlich umsichtig ankündigt, die Sicherheit der deutschen AKW zu überprüfen. Wut darüber, dass die Mächtigen immer irgendwelche Gründe finden, um uns zu beschwichtigen, besser: für dumm zu verkaufen. Als ob wir es nicht wüssten, dass die Atomtechnologie unverantwortlich und inakzeptabel ist. Als ob wir uns vormachen ließen, dass wir Atomstrom brauchen. Als ob man uns einreden könnte, dass man AKW nicht von heute auf morgen abschalten kann.

Bis vorgestern hatten wir genug Gründe, gegen Atomkraft auf die Straße zu gehen. Seit gestern ist ein Grund dazu gekommen: unser Entsetzen und unser Mitgefühl für die Opfer in Japan ist grenzenlos. Unsere Wut über die zynischen Reaktionen von Behörden und Politikern ebenso.

Kommt / kommen Sie am Montag, den 14.3. um 18:00 Uhr zum Bertoldsbrunnen, aus Solidarität mit Japan, für den sofortigen Atomausstieg!

AntiAtomGruppe Freiburg

www.arbeitermacht.de

 

Nukleare Katastrophe droht in Japan

 

Rauch über Fukushima 1

 

Markus Lehner, Infomail 542, 13. März 2011

 

Der 11. März wurde zu einer nationalen Tragödie in Japan. Das Land wurde von einem riesigen Tsunami getroffen. Ganze Landstriche sind verwüstet, die geschätzte Zahl der Toten steigt stündlich. Mittlerweile sollen weit über tausend Menschen gestorben sein. Zehntausende werden vermisst, Hunderttausende sind obdachlos. Ein neuerliches Beben ist nicht auszuschließen.

Zugleich droht die Kernschmelze in zwei AKWs, eine nukleare Katastrophe steht ins Haus – eine Katastrophe, die noch gestern von der japanischen Regierung und den Kernkraftwerksbetreibern geleugnet und auf kriminelle Weise verharmlost wurde.

Warum kam es zur „Naturkatastrophe“?

Der verbreitete Glaube, die Natur sei „für den Menschen geschaffen“, drückt sich auch im Begriff der „Naturkatastrophe“ aus. Die Natur, zu der auch der Mensch selbst gehört, folgt einfach ihren Gesetzen. Es kann der menschlichen Gesellschaft nur mehr oder weniger gut gelingen, sich diesen Gesetzmäßigkeiten anzupassen oder sie zu nutzen. Die kapitalistische Verwertungslogik erzeugt die Illusion einer grenzenlosen Verfügbar- und Beherrschbarkeit „der Natur“ – danach kann eine sich nicht daran haltende Natur nur katastrophal sein.

Die Bewegung der Kontinentalplatten im Erdmantel und die daraus folgenden Phänomene wie Erdbeben, Tsunamis oder Vulkanausbrüche gehören zu den Grundbedingungen unserer Existenz auf diesem Planeten. Ihre Berechenbarkeit oder gar Beherrschbarkeit ist derzeit noch fernste Zukunftsmusik. Von daher gehören geologische Großereignisse zu den elementaren Risiken, die bei allen gesellschaftlichen Planungen, ob bei Städteplanung oder technischen Projekten berücksichtigt werden müssen – genauer: berücksichtiger werden müssten, unter kapitalistischen Bedingungen aber immer dem Kampf um mehr Profit untergeordnet werden.

Gerade in Japan, wo das Zusammentreffen von pazifischer und eurasischer Platte Erdbeben zu einer fast alltäglichen Erscheinung macht, wurde lange Zeit die Illusion einer besonders perfekten „Erdbebentechnologie“ geschürt. Dies hat sich durch das schiere Ausmaß des Bebens vom 11. März 2011 nun relativiert. Ein Beben der Stärke 8,9 der Richterskala erzeugt etwa das 10fache an Energie, für die normalerweise in Bezug auf „schwere Erdbeben“ geplant wird.

Die Nähe des Epizentrums zur Küste bei Sendai überforderte offenbar auch das Tsunami-Warnsystem. Allen angeblichen Vorkehrungen zum Trotz wurden allein schon durch die Folgen von Erdbeben und Flutwelle mehrere tausend Menschen getötet und hunderttausende obdachlos. Neben Hafenanlagen wurden auch viele Industrieanlagen wie etwa Raffinerien schwer getroffen, so dass die Hauptinsel von einem Meer an Bränden getroffen ist. Die soziale Katastrophe für viele der schon jetzt durch die Wirtschaftskrise getroffenen japanischen ArbeiterInnen und Armen wird unvermeidlich folgen.

Japans AKWs und ihre Betreiber

Doch damit nicht genug. Trotz der bekannten Erdbebengefahr werden in Japan 54 Atomkraftwerke betrieben, die für ein Drittel der Stromversorgung verantwortlich sind. Auch in Japan wird - wie in jedem anderen Land der Welt - behauptet, dass es nirgendwo derart sichere AKWs gäbe, die auf dem höchsten Standard der Erdbebensicherheit seien. Dass man darunter die Unbedenklichkeit bis zu einem Erdbeben der Stärke 8,2 verstand, lässt die seit dem 11. März folgenden Ereignisse als kalkuliertes Desaster erscheinen. Waren doch schon bis dahin bei verschiedenen schwächeren Erdbeben bedenkliche „Zwischenfälle“ aufgetreten. So 2007, als aus einem AKW stundenlang kontaminiertes Material ins Meer gelangte und ein Kraftwerk monatelang vom Netz genommen werden musste.

Viele AKWs sind nicht nur nahe der tsunamigefährdeten Küste gebaut. Sie sind auch riesige Komplexe, oft mit zig AKW-Blöcken an einem Ort konzentriert. Dazu sind die Kraftwerksbetreiber durch ein besonders diktatorisches Arbeits- und Öffentlichkeitsregime bekannt. Der jetzt bekannt gewordene AKW-Betreiber TEPCo (Tokio Electro Power Company) ist berüchtigt für die Vertuschung von Unfällen, die Be- genauer: Misshandlung „unbotmäßiger“ Arbeiter und den „kreativen“ Umgang mit Messwerten.

Als am 11. März das Beben und der Tsunami über die Hauptinsel hereinbrachen, kam es bald zur Abschaltung von 11 AKWs. Im AWK Onagawa brach ein Brand aus, der jedoch gelöscht werden konnte. Doch dann stellte sich heraus, dass im AKW Fukushima 1 bei drei der sechs Reaktorblöcke das Kühlsystem ausgefallen ist. Später wurde bekannt, dass ähnliches auch bei dem wenige Kilometer entfernten AKW Fukushima 2 geschehen war.

Die Wirkung von Beben und Tsunami hatten die Stromversorgung zur Steuerung der Kühlung zerstört und auch die Notstromaggregate waren trotz redundanter Anlage nicht in Betrieb zu nehmen. Das „völlig Unmögliche“ war eingetreten. Trotz Abschaltung (Unterbrechung der atomaren Kettenreaktion durch Separierung der Brennstäbe) entwickelt der Reaktor immer noch enorme Hitze und kann nur durch entsprechende Kühlung heruntergefahren werden. Ansonsten droht die Verdunstung des Kühlwassers, die Abschmelzung der Brennstäbe und letztlich die Kernschmelze. Mit letzterer setzt die atomare Kettenreaktion wieder voll ein, ein Durchbrechen des Reaktordruckmantels ist nicht mehr zu vermeiden. Folge ist, dass es durch den enormen Druck zu einer Explosion kommt, die das strahlende Material kilometerweit in die Atmosphäre schleudert. Dieses letztere Szenario hat sich vor knapp 25 Jahren, am 26. April 1986, im sowjetischen AKW Tschernobyl ereignet. Damals erfolgte die Kernschmelze so rasch, dass die enorme Explosion zur Kontamination über hunderte von Kilometern führte und eine noch größere Katastrophe nur durch den heroischen Einsatz hunderter sowjetischer Soldaten und Feuerwehrleute verhindert werden konnte, die bei der Ummantelung des brennenden Kerns ihr Leben ruinierten oder verloren.

Damals wurde in der kapitalistischen Welt sowohl die sowjetische Technik als Hauptursache dargestellt, als auch die dortige Informationspolitik gegeißelt. Wie die Havarie des AKW Fukushima zeigt, ist die Information der Öffentlichkeit auch im Kapitalismus das erste, was im atomaren Nebel versinkt. Auch bei Fukushima kamen immer nur Informationsbruchstücke heraus, meistens, wenn es nicht mehr zu leugnen war. Dass der Betreiber TEPCo nicht alles im Griff hatte, wurde letztlich durch die immer größeren Evakuierungsgebiete um das Kraftwerk deutlich. TEPCo spielte auch noch die 1000fache Strahlenbelastung im Kontrollraum hinunter, musste jedoch das völlige Versagen des Kühlsystems zugeben. Wie dann noch eine Kernschmelze zu vermeiden sei, wurde nicht erklärt. Offenbar wurde durch den Druck im Reaktorbehälter und die Entstehung radioaktiver Gase das Kühlsystem auch noch leck – was später auch noch als „Ablassen von Druck“ verharmlost wurde. Das Gasgemisch im Reaktorgebäude führte schließlich am 12. März zu einer massiven Wasserstoffgas-Explosion, die das äußere Reaktorgebäude zerstörte. Auch hier kamen von TEPCo und Regierung nur nebulöse Erklärungen, nach denen dies mit dem „Druckablassen“ zu tun hätte und die Strahlenbelastung in der Umgebung nicht gestiegen sei. Tatsächlich war aber inzwischen sogar das Vorhandensein von Cäsium-Isotopen nicht mehr zu leugnen, was auf einen Beginn des Prozesses der Kernschmelze hindeutet. Auch die Ausweitung der Evakuierungszone auf 20 Kilometer und die Evakuierung von inzwischen 50.000 Menschen ließ nicht gerade auf ein „normales Prozedere“ schließen. Die bekannten Messmethoden von TEPCo wurden gänzlich unglaubwürdig, nachdem die ersten Strahlenopfer medizinisch nachgewiesen wurden.

Sicherlich: gegenüber Tschernobyl gibt es bei Fukushima einige Momente, die hoffen lassen, dass diesmal die Katastrophe nicht so schreckliche Ausmaße annimmt. Einerseits war bei Fukushima der Reaktor schon ausgeschaltet und im Prozess der Abkühlung. Der Prozess der Kernschmelze setzte offenbar zu einem sehr viel „ungefährlicheren“ Zeitpunkt ein. In der Folge könnte das Szenario eher das eines längerfristigen Ausströmens kontaminierten Materials in eine relativ beschränkte Umgebung als die einer explosiven Schleuderung in die weitere Atmosphäre sein. Zweitens scheinen die Wetterverhältnisse die radioaktive Wolke eher „aufs Meer hinaus“ zu treiben. Andernfalls wären auch Ballungsräume von Millionen von Menschen betroffen!

Wenn so „nur“ ein paar hundert Quadratkilometer und „das Meer“ radioaktiv verseucht werden, ist es schon zynisch, von „Glück“ zu reden. Es heißt, dass mit dieser Art der Anwendung der AKW-Technologie letztlich Hazzard mit dem Leben von Millionen von Menschen gespielt wurde, und die Verwüstung beträchtlichen natürlichen Lebensraums als „Glücksfall“ übrigbleibt.

Lehren aus der Katastrophe

Diese neuerliche Katastrophe der Nukleartechnologie zeigt eindeutig, dass unter den heutigen Bedingungen den kapitalistischen Betreibern von AKWs diese so schnell wie möglich aus den Händen genommen werden müssen! Es gibt keine „endgültige“ Sicherheit von AKWs zur Vermeidung des Super-GAUs. Neben der geologisch gesehen unlösbaren Frage der Endlagerung kontaminierten Materials kann die Bedrohung durch einen solchen Super-GAU heute nur heißen: möglichst schnellen geplanten Ausstieg aus der AKW-Technik!

Unmittelbar steht in Japan an, der vor unseren Augen stattfindenden Katastrophe zu begegnen, den Schaden für die Bevölkerung so weit wie möglich abzuwenden. Das setzt aber voraus, dass die Koordinierung des Schutzmaßnahmen und erst recht die Aufklärung über die wirklichen Gefahren nicht ausgerechnet jenen AKW-Betreibern und jenen Regierungsvertretern überlassen werden kann, die sich bisher vor allem als Vertuscher, Verharmloser und profitgierige Kriminelle erwiesen haben, denen der Schutz des „Images“ ihre AKW letztlich wichtiger ist als das Leben von Millionen. Im Gegenteil: Die verantwortlichen Manager und Eigentümer von TEPCo sowie ihre Hintermänner in den Behörden müssen zur Rechenschaft gezogen und abgeurteilt werden.

Unmittelbar müssen alle Informationen, alle Unterlagen der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden! Die Beschäftigten in den AKWs und ExpertInnen, die das Vertrauen der Arbeiterbewegung und von UmweltaktivistInnen genießen, müssen offenen Zugang zu allen Informationen haben, so dass diese überprüft und auch objektiv und verständlich der Öffentlichkeit übermittelt werden können. Auf der Basis solcher Informationen kann auch die Koordinierung von Hilfsmaßnahmen weitaus effektiver betrieben werden – und zwar unter Kontrolle der Rettungskräfte, von Feuerwehrleuten und ihren Gewerkschaften selbst und nicht irgendwelcher korrupter Staatsdiener, denen die Profitinteressen der AKW-Betreiber womöglich näher stehen als die Überlebensinteressen der Beschäftigten und AnwohnerInnen.

Zweitens müssen die AKWs wie die gesamte Energiewirtschaft Japans nicht nur entschädigungslos enteignet und unter Arbeiterkontrolle – d.h. unter jener der Beschäftigten, wie auch von VertreterInnen der Gewerkschaften – verstaatlicht werden. Auf einer solchen Grundlage kann ein Energieplan zum möglichst raschen Umstieg auf erneuerbare Energien und zur Reduktion des Verbrauchs erarbeitet werden, der den schnellen Ausstieg aus fossilen und AKW-Technologien ermöglicht!

Diese Sofortmaßnahmen werden zweifellos mit den Profitinteressen des japanischen Großkapitals kollidieren, solche Forderungen werden zweifellos auf den Widerstand von Konzernen und Regierung stoßen. An ihrer Dringlichkeit ändert das nichts. Es liegt an der Arbeiterbewegung Japans, den politischen Kampf für solche Forderungen aufzunehmen.

Dieser Kampf und die Unfähigkeit des Kapitalismus, ein vernünftiges Verhältnis von Mensch und Natur herzustellen, werfen auch die Frage auf, den Kapitalismus selbst zu überwinden und durch eine demokratische Planwirtschaft zu ersetzen. Schon die Katastrophe von Tschernobyl hat Millionen von der Überlebtheit des Stalinismus überzeugt – die Katastrophe von Fukushima und der Tsunami über Japan könnte eine ähnliche Wirkung entfalten. Denn nur, wenn die Menschheit ihr Schicksal in ihre eigenen Hände nimmt, wenn Produktion und Verteilung gemäß den Bedürfnissen der großen Mehrheit und nicht für den Profit weniger organisiert werden, ist eine Welt möglich, in der die Menschheit die natürlichen Grundlagen ihrer eigenen Existenz zu sichern fähig ist.

Hier ein paar Bilder aus Essen.

 


Bilder

Hier gibt es Fotos aus Freiburg

Auf einem regionalen Internet-Portal gibt es ein Video von der gestrigen Anti-AKW-Mahnwache in Heidelberg:

LINK

ca. 200 leute auf kundgebung in aschaffenburg

http://kommunal.blogsport.de/2011/03/13/296

14 Uhr Rudolfplatz

Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! Wer war mit dabei? Die grüne Partei!

 

Greenwashing von “Rot-Grün”

 

„Konzern“ Stadt Freiburg. Sofortiger Ausstieg aus der Kernenergie gefordert

Samstag, 19. März 2011

14 Uhr Neumarkt 

 

 

 

Die nukleare Katastrophe in Japan zeigt uns allen zum wiederholten Mal, wie gefährlich und zerstörerisch die Nutzung der Kernenergie ist. Atomkraftwerke sind nie und können niemals sicher sein. Seit Jahrzehnten kritisieren das Atomkraftgegner_innen aus aller Welt, aber genauso ignorieren das seit Jahrzehnten die Atomindustrie und die sie stützenden Parteien. Die Grünen, die ihre Wurzeln u.a. in der Anti-Atom-Bewegung hatten und die SPD, die ihre Pro-Atom-Politik 1986 nach Tschernobyl aufgab, haben es Ende der 1990er Jahre in der Regierung nicht vermocht oder nicht gewollt, durch eine radikale Positionierung den sofortigen Ausstieg einzuleiten. Heraus kam ein Atomkonsens, der eine Betriebsgarantie für AKWs für weitere Jahrzehnte bis 2022 darstellte.

 

Auch Fukushima 1 sollte diese Monate abgeschaltet werden. Doch es hat sich gezeigt, dass sich nukleare Katastrophen nicht an politisch festgelegte Laufzeiten halten. Nur die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen weltweit garantiert uns die Sicherheit vor durch Menschenhand gemachter Verstrahlung von Menschen und Umwelt.

 

Das jetzt von CDU, CSU und FDP ausgerufene Moratorium von drei Monaten mit der Abschaltung von sieben AKWs in Deutschland ist eine Maßnahme, die erstmal beruhigen soll. Auch das endgültige Aus für Neckarwestheim ist eher dem Wahlkampf zuzuschreiben. Die Regierungsparteien haben einfach Angst vor Umfragewerten, die besagen, dass 80% der Bevölkerung für den sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft sind. Dass nach den drei Monaten eine sofortige Abschaltung aller AKWs beschlossen werden wird, ist sehr unwahrscheinlich. Aber auch ein Rückgang zum Atomkonsens von Rot-Grün, wie diese ihn fordern, hieße Weiterbetrieb von AKWs bis 2022.

 

Die Atomlobby

Parallel zur parteipolitischen Debatte mobilisiert die Atomlobby, in Deutschland bestehend aus RWE, E.on, EnBW und Vattenfall alle Truppen, um ihre immensen Gewinnaussichten zu verteidigen. Die BILD-Zeitung an ihrer Seite hat sie bereits begonnen, vor allem auf europäischer Ebene dafür zu sorgen, dass Deutschland den Ausstieg ja nicht zu schnell angeht. Zusammen mit den Baumeistern von Atomkraftwerken wie die SIEMENS AG sind diese Konzerne die großen Profiteure einer mörderischen und die Umwelt zerstörenden Technologie. Sie sind es, die mit unser aller Leben Roulett spielen und dieses Restrisiko nennen, das nach Herrisburg und Tschernobyl nun in Japan ein weiteres Mal innerhalb von 32 Jahren eintritt.

 

 

Jetzt handeln

Warten wir nicht länger auf den GAU vor unserer eigenen Haustür. Wir müssen die Parteien und die Konzerne benennen und so bedrängen, dass sie nicht mehr anders können, als den sofortigen Ausstieg aus der Atomtechnologie umzusetzen. Der sofortige Ausstieg ist die einzig sinnvolle Forderung. Die Forderung aber auch durchzusetzen gelingt nur, wenn wir alle zusammen mit möglichst vielen Menschen den Druck auf der Straße erhöhen. Wir können den Ausstieg nicht den politischen Parteien überlassen, da sie gezeigt haben, dass sie von sich aus den sofortigen Ausstieg nicht herbeiführen.

 

Lasst uns jetzt aktiv werden. Denn es ist nicht das erste mal, dass so etwas passiert. Vor 25 Jahren, nach der Tschernobyl Katastrophe dachten die meisten auch, dass Atomkraft keine Chance mehr hätte. Doch es kam anders. Lasst uns diesmal verhindern, dass nach der Katastrophe wieder zum Normalbetrieb übergegangen wird!

 

Demoroute

Die Demo soll vom Neumarkt zu den Büros von CDU und SPD gehen, um die beiden großen politischen Parteien mit unserer Forderung des Sofortausstiegs zu konfrontieren. Schließlich werden wir bis zur Niederlassung von SIEMENS gehen. Laut IPPNW baut und baute Siemens AKWs auch in Erdbeben gefährdeten Gebieten, spart beim Bau von AKWs bei der Sicherheit, spart bei Wartung und Instandhaltung und exportiert Atomtechnologie, die auch militärisch genutzt werden kann. Schließlich hat SIEMENS alle AKWs in Deutschland gebaut. Hier muss die Forderung klar lauten: Schluss mit dem Bau neuer AKWs weltweit!

 

Kölner Antiatom Plenum

Wir sind der Meinung, dass die Proteste und Aktionen schnellstmöglich demokratisiert werden müssen. Deshalb laden wir zu einem Kölner Antiatom Plenum ein, dessen Arbeitsgrundlage die Forderung nach dem sofortigen Atomausstieg ist. Alle, die sich dieser Forderung anschließen und den Druck auf der Straße weiter erhöhen wollen, sind herzlich eingeladen teilzunehmen. Ein erstes Treffen findet am 22. März 2011 um 19:00 Uhr im Naturfreundehaus in Köln-Kalk statt.

 

 

Atomausstieg sofort!

 

Kommt zur Demo am 19. März, 14 Uhr Neumarkt

 

Beteiligt euch am Kölner Antiatom Plenum

 

 

 

 

Aufrufer ist das Kölner Antiatom Plenum (in Neugründung)

erreichbar unter: anti-atom-koeln@gmx.net

*Montag 28.03.2011 – 18:00 Uhr Südermarkt*
Mahnwache „Fukushima ist überall“
Im Anschluss Demo
„Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen – weltweit!
Für ein ganz anderes Klima!“


Vor gut 2 Wochen wurde uns durch die Reaktorkatastrophe in Japan wieder
einmal vor Augen geführt, dass die Atomtechnologie eine unberechenbare
Hochrisikotechnik mit katastrophalen Folgen für Mensch und Natur ist.

*Katastrophaler Normalbetrieb*
Bei den bisherigen Protesten und in der öffentlichen Berichterstattung
geht es fast ausschließlich um Sicherheitsfragen und das sogenannte
Restrisiko.

Doch ist schon der „Normalbetrieb“ von Atomanlagen katastrophal:

# Durch Uranabbau, meist in Ländern des globalen Südens, werden
drastische Umweltschäden verursacht. Die Arbeiter_innen und
Anwohner_innen der Uranminen tragen erhebliche Gesundheitsschäden davon.
# Für den auf Jahrtausende strahlenden Atommüll gibt es keine
Möglichkeit der sicheren (End-)Lagerung
# Atomanlagen sind Teil einer zentralisierten Energieversorgungsstruktur
der Konzerne, die der Nutzung erneuerbarer Energien entgegen steht
# Die vorgeblich zivile Nutzung der Atomtechnik ist der Schlüssel zur
militärischen Nutzung
# Die Betreiber der Atomanlagen privatisieren Profite und überlassen
(Folge-)Kosten der Gesellschaft

Mit diesem Wahnsinn muss Schluss sein. Und zwar sofort!

*Atomtechnologie: kein Versehen*
Die Atomtechnologie ist fester Bestandteil und konsequenter Ausdruck
kapitalistischer Verwertungs- und Machtsysteme. Für die Konzerne steht
ihr Profitinteresse im Vordergrund, Ausbeutung und Zerstörung von Mensch
und Natur nehmen sie billigend in Kauf. Die Verlängerung der Laufzeiten,
die im vergangenen Jahr von der schwarz-gelben
Bundesregierung – wider alle Vernunft – beschlossen wurde hat die
Verquickung zwischen Politik und Wirtschaft deutlich gemacht. Wie auch
schon der rot-grüne „Atomausstieg“, der diesen Namen nicht verdient hat.
Er war ein fauler Kompromiss und diente vor allem den Energiekonzernen
und sollte den Atomkonflikt befrieden. Wir können uns noch gut daran
erinnern, dass die Grünen-Spitze dazu aufrief, sich nicht an den
Protesten gegen den Castortransport zu beteiligen.

*Druck der Straße*
Wir dürfen uns nicht darauf beschränken die politischen Parteien darum
zu bitten, doch endlich mal die Atomanlagen abzuschalten. Es war der
direkte Eingriff Tausender, der die Wiederaufbereitungsanlage in
Wackersdorf verhindert hat und den schnellen Brüter in Kalkar zu einer
Bauruine werden ließ.

*Solidarisch und solar statt kapitalistisch-nuklear*
Für uns heißt der Widerstand gegen Atomanlagen auch immer Widerstand
gegen Strukturen einer Gesellschaft, der die Folgen des Betriebes von
Atomanlagen egal sind.
Wir wollen ein ganz anderes gesellschaftliches Klima; eine Gesellschaft
deren Energiepolitik sich nach dem Nutzen für alle richtet und nicht vom
Profit Weniger im globalen Norden abhängt!

*Laut und wütend*
Die nukleare Katastrophe in Japan und die herrschenden Verhältnisse
machen uns wütend; wir wollen unsere Wut auf die Straße tragen! Wir
rufen dazu auf, die Demo im Anschluss an die Mahnwache laut und lebendig
zu gestalten.
Kommt alle! Der Gewöhnung und dem Ohnmachtsgefühl zum Trotz!
Atomstaat endlagern!

Spontaner Zusammenschluss Einiger