Nach Schweinekopf-Fund in Essen ermittelt der Staatsschutz

Erstveröffentlicht: 
18.09.2016

Nach dem Schweinekopf-Fund an der Moschee-Baustelle in Altendorf hat jetzt der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

 

Nachdem Unbekannte einen gespaltenen Schweinekopf an einem Zaun der Moschee-Baustelle in Altendorf befestigt hatten , übernahm der Staatsschutz der Essener Polizei die Ermittlungen. Ein politischer Hintergrund der Tat könne nicht ausgeschlossen werden.

 

Die türkische Ditib-Gemeinde, die an der Straße „In der Hagenbeck“ eine Gebetsstätte errichten lässt, erstattete nach dem Ekelfund am Freitag Anzeige bei der Polizei. Noch für den gleichen Abend rief das Bürgerbündnis „Essen stellt sich quer“ zu einer zweistündigen Mahnwache vor Ort auf, zu der 50 Teilnehmer kamen, darunter Angehörige der Ditib-Gemeinde, deren Jugendorganisation und vom Essener Verbund der Immigrantenvereine, so Sprecher Max Adelmann.

 

Murat Karaca, der Vorstandsvorsitzende der Gemeinde „Ditib Essen Merkez Moschee“ äußerte sich entsetzt über den Vorfall. So etwas sei etwas wirklich Schlimmes, egal ob es vor einer christlichen, jüdischen oder muslimischen Einrichtung passiere. „Jeder soll sein Glauben ausleben können“, erklärte Karaca. Er kündigte an, dass der Bau an der Moschee ganz normal weitergehe. „Wir lassen uns davon nicht einschüchtern“, sagte er. Mit der Polizei wolle man in Zukunft enger zusammen arbeiten.

 

Nach Informationen dieser Zeitung soll an der Baustelle auf Schildern Aufkleber der antiislamischen „Identitären Bewegung“ gefunden worden seien – mit der Aufschrift „Genug jetzt -Re-Migration statt Asylwahn“. Ob hier ein möglicher Zusammenhang besteht, ist noch unklar. Die Polizei macht dazu derzeit keine näheren Angaben.

 

Wann die seit Jahren in Bau befindliche neue Moschee in Altendorf eröffnet wird, steht nach wie vor nicht fest. Murat Karaca will sich nicht auf einen Termin festlegen. Der Baufortschritt hänge von den Spendeneinnahmen ab, betonte er.