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BZ: 150 Festnahmen in Straßburg

Erstveröffentlicht: 
02.04.2009

Hunderte Nato-Gegner haben im Straßburger Stadtviertel Neuhof randaliert. Unter anderem versuchten sie, ein Kommissariat zu stürmen. Bis abends wurden nach weiteren Krawallen 150 Demonstranten festgenommen.
Mehrere hundert Demonstranten waren am Donnerstagnachmittag laut Polizeiangaben nach Steinwürfen in das Protestcamp zurückgedrängt worden. Als eine weitere Gruppe – teils vermummt – das Camp verlassen wollte, sei sie festgenommen worden. Verletzte gab es nicht. Die Demonstranten haben laut Polizei ein Fahrzeug des französischen Militärs angegriffen und beschädigt. Eine Scheibe sei durch einen großen Pfosten zerstört worden. Es habe keine Verletzten gegeben – dafür aber 150 Festnahmen. In der Straßburger Innenstadt wurden Demonstrationen verboten.

Die Protestaktion am Nachmittag in Neuhof hatte um 16 Uhr begonnen und dauerte bis 18 Uhr. Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich ursprünglich 2000 Menschen an der Solidaritätskundgebung für den Demonstranten, der am Mittwoch bei den Protesten in London gegen den G20-Gipfel aus bisher unbekannter Ursache gestorben ist. Nach Angaben eines Sprechers des Aktionsbündnisses "Block Nato" hatte sich die Demonstration spontan gebildet. Es habe sich nicht um eine geplante Aktion gehandelt. Die Polizei spricht von 600 Teilnehmern.

 

Gummigeschosse und Tränengas


Die Randale in Neuhof ging offenbar vom gewaltbereiten schwarzen Block aus und artete schnell in eine regelrechte Straßenschlacht aus. Bushaltestellen, Straßenschilder und Reklametafeln wurden zerstört, Mülleimer angezündet. Es gab 12 Festnahmen. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein und beobachtete die sich schnell vorwärts bewegende Gruppe von Randalierern von einem Hubschrauber aus. Beamten schob eine Barrikade, die von den Demonstranten errichtet worden war, von den Straßen des Stadtviertels Neuhof am Rande der Innenstadt.

Der Tramverkehr entlang der Demonstrationsroute war zeitweilig erheblich gestört, da die Nato-Gegner auf den Schienen liefen. Einige Bewohner des als sozial schwierig geltenden Viertels waren mitten im Geschehen. Wer mit dem Auto unterwegs war, sah sich Demonstranten gegenüber oder musste vorbei rasenden Polizeiautos ausweichen. Die Polizei verwendete faltbare Käfige auf Anhängern, um Festgenommene einzuschließen.

Die Ausschreitungen begannen gegen 17 Uhr. Eine Stunde später löste sich die randalierende Gruppe auf. Viele Teilnehmer zogen sich ins Camp der Nato-Gegener in der Ganzau zurück. Nach Angaben der internationalen Anti-Nato-Koordination riegelte die Polizei das Protestcamp nach den Zusammenstößen ab.

Fotos: Randale und Vorbereitungen in Straßburg
Video: Nato-Gipfel macht Straßburg zur Festung

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